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Hat Rohöl sein vorzeitiges Hoch erreicht?

Hat Rohöl sein vorzeitiges Hoch erreicht?
John Williams RUS / Shutterstock.com
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Dass die Spritpreise in den letzten Tagen durch die Decke gegangen sind, haben Sie sicherlich mitbekommen. Ich habe noch nie so viele Bilder online gesehen von Tankstellen und den Preisschildern wie aktuell. Letzte Woche habe ich noch getankt für über 20 Cent günstiger, als was momentan bei uns pro Liter verlangt wird. Das ist schon heftig.

WTI im Tageschart

Wir basteln uns heute gerade einen roten Punkt. Der ist noch nicht final, weil der Tag – und damit die Kerze – nicht abgeschlossen ist. Dennoch sieht es zurzeit so aus, als wäre die Kaufübertreibung zu Ende. Für den Moment. Das kann morgen schon wieder ganz anders sein.

(Quelle: Tradingview.com)

Aus aktueller Lage ist es also durchaus ratsam, jetzt Gewinne mitzunehmen, wenn Sie noch auf einen steigenden Rohölpreis spekuliert haben. Ja, meine langfristige Prognose macht hier noch nicht Schluss. Wir nähern uns aber dem Zielbereich. Außerdem: Profite zu realisieren auf dem Weg nach oben, hat noch keinen arm gemacht.

Sollen wir den Ölpreis jetzt shorten?

Das ist eine berechtigte Frage. Meiner Meinung nach nein. Dafür ist das Thema einfach noch viel zu heiß und historisch haben wir schon höhere Kurse gesehen. Es gibt keinen Grund, warum die Preise nicht noch weiter explodieren können! Sonst wäre ich auch dabei beim Short.

Aber da gewinne ich lieber an der Tankstelle, falls die Preise wieder fallen sollten. Dann tanke ich günstiger und muss nicht parallel mit einer Wette auf günstigere Rohölpreise beide Varianten spielen.

Brent historische Kurse

Schauen wir uns den Wochenchart von Brent an, sehen wir wesentlich höhere Kurse. Gerade 2008 bleibt in Erinnerung mit dem Allzeithoch bei 147 US-Dollar. Üblicherweise ist Brent-Öl ein wenig teurer als das WTI-Öl aus den USA. Aktuell ist die Differenz nur 2 US-Dollar pro Fass.

(Quelle: Tradingview.com)

Wir haben sogar einige Punkte im Wochenchart! Es gibt hier also immer wieder extreme Übertreibungen, wie bei kaum einem anderen Wert. Auf dem Weg nach oben müssen rote Punkte als Ende einer Kaufpanik nicht wirklich das Ende sein. Blaue Punkte als Ende einer Verkaufspanik sind da schon aussagekräftiger, wenngleich sie auch nicht 100 Prozent richtig sind als Einstieg. Aber nicht völlig verkehrt.

Der wöchentliche RSI bei Brent ist jetzt auf jeden Fall als Kaufpanik zu werten. Wir sollten deshalb diese Woche auf diesem Niveau beenden und dann nächste Woche wieder fallen. Dann hätten wir einen weiteren roten Punkt als Signal im Chart. 2008 gab es ein solches Szenario auch – damals sogar 2 Punkte hintereinander. Die zeigten letztlich aber nur eine Pause in der Rallye an. Ein Verkaufssignal war das auf keinen Fall.

Und genau deshalb bin ich jetzt noch gegen einen Trade auf fallende Ölpreise. Lassen Sie die Kurse sich ein wenig einpendeln und verschnaufen. In ein paar Tagen oder Wochen gibt es bestimmt eine bessere Ausgangslage für eine Handelsidee.