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Norwegische Yara soll an Düngemittelwerk interessiet sein

Inhaltsverzeichnis

Als Leser meines Newsletters wissen Sie, dass Gerüchte über eine mögliche Übernahme sich häufig sehr positiv auf die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen auswirken können. Dies war auch am vergangenen Freitag der Fall, als der Nachrichtendienst Reuters über eine mögliche Übernahme der Petrobras-Düngemittelsparte durch den norwegischen Düngemittelkonzern Yara International ASA berichtete.

Das Nachrichtenmagazin will gleich aus zwei „gut informierten Quellen“ erfahren haben, dass ein Deal kurz vor der Umsetzung stehe. Der brasilianische Erdölkonzern Petrobras, der sein unter der Bezeichnung UFN III bekanntes Düngemittelwerk bereits seit einiger Zeit zum Verkauf anbietet, hätte sich laut Reuters für das Angebot von Yara International entschieden. Der Deal müsse lediglich noch vom Petrobras-Vorstand abgesegnet werden.

Yara-Aktie legt kräftig zu

Auch wenn beide Firmen die Übernahmegerüchte dementierten, legte der Kurs der Yara-Aktie an der Stockholmer Börse kräftig zu. Er stieg am Freitag um 4,68% und ging mit 416,20 Norwegische Kronen (NOK) ins Wochenende.

Sollten sich die Übernahme-Spekulationen in den nächsten Tagen bzw. Wochen bestätigen, hat der Kurs der Yara-Papiere sicherlich noch ein wenig Luft nach oben. Das Gleiche gilt aber auch, wenn kein Deal zustande kommt. Dann wird der Kurs der Yara-Aktien deutlich nachgeben. Ein Investment in die Yara-Papiere ist momentan also hoch spekulativ.

Auf den Kurs der Petrobras-Aktie hatten die aufkommenden Verkaufsgerüchte jedoch keinen Einfluss. Der Kurs verlor mit minus 0,03% minimal und lag zum freitäglichen Börsenschluss bei 31,79 Brasilianischen Real (BRL).

Die beteiligten Unternehmen im Kurzporträt

Der Erdölkonzern Petróleo Brasileiro S.A. – kurz Petrobras – wurde 1953 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Rio de Janeiro, Brasilien. Das halbstaatliche Mineralölunternehmen betreibt Ölfelder und Raffinerien sowie petrochemische Anlagen. Darüber hinaus betreibt Petrobras ein Tankstellennetz in Lateinamerika.

Die gut 45.500 Mitarbeiter der Petrobras erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 86,6 Mrd. Euro. Der Nettogewinn belief sich in 2021 auf 20,4 Mrd. Euro.

Yara International ASA wurde 1905 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Oslo, Norwegen. Yara produziert und vertreibt Dünger, Harnstoff, Nitrate und Ammoniak. Hauptkunden des Chemiekonzerns sind die Landwirtschaft sowie die Industrie.

Die 17.800 Mitarbeiter des norwegischen Chemiekonzerns haben in 2021 einen Umsatz in Höhe von 14,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Der operative Gewinn (EBIT) lag bei knapp 7 Mio. Euro.

Der Gegenstand des möglichen Deals: Düngemittelwerk UFN III

Konkret geht es bei dem möglichen Deal um die Düngemittelfabrik UFN III (bzw. Nitrogen Fertilizer Unit III) der Petrobras, die ihren Sitz im Bundesstaat Mato Grosso do Sul hat. Die Anlage hat eine geplante Kapazität von 800 000 Tonnen Ammoniak und 1,3 Mio. Tonnen Harnstoff pro Jahr.

Das Werk ist allerdings noch nicht in Betrieb genommen worden und steht seit 5 Jahren zum Verkauf. Ein im Februar 2022 angekündigter Deal mit der russischen Acron-Gruppe ist im April 2022 geplatzt. Laut Insidern wird UFN III mit einer Summe von weniger als 100 Mio. US-Dollar bewertet, da die Einheit noch nicht betriebsbereit ist.

Dennoch ist das Düngemittelwerk im Süden Brasiliens für Yara International durchaus interessant. Die Anlage soll in 2 bis 3 Jahren fertiggestellt werden können. Hinzu kommt, dass die Düngemittelpreise aufgrund der aktuellen Gaskrise enorm angestiegen sind. Darüber hinaus ist Yara bereits mit mehreren Werken in Brasilien vertreten.