Ölpreis legt kräftig zu – das sind die Hintergründe

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Vor einem Jahr kostete ein Barrel Öl und etwas mehr als 20 USD. Diese Zeiten sind vorbei und der Ölpreis hat wichtige Preismarken nah oben durchbrochen. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

Der Aufwärtstrend beim Ölpreis hält auch in der neuen Woche weiter an. So kletterte der Preis der maßgeblichen Nordseesorte Brent zu Beginn des Handels erstmals seit Anfang 2020 wieder über die Marke von 71 USD. Bei der maßgeblichen US-Sorte WTI reichte schon der Sprung auf 68 USD pro Barrel für das höchste Preisniveau seit Oktober 2018.

Einmal mehr sorgen Meldungen über Unruhen für einen steigenden Ölpreis. Es gibt es Berichte von jemenitischen Rebellen, dass diese Ziele in Saudi-Arabien angegriffen haben. Darunter sollen sich auch Einrichtungen des staatlich kontrollierten saudischen Ölkonzerns befinden. Ganz speziell die Meldungen über mögliche Zerstörungen in der Anlage in Ras Tanura sorgen hier für Verunsicherung. Dort befinden sich die größten Öllager und das größte Ölexport-Terminal in Saudi-Arabien.

OPEC hält weiter zusammen und begrenzt das Ölangebot

Der Anstieg der vergangenen Tage lässt sich auch durch eine überraschende Meldung der OPEC erklären. Hier hatte es die Meldung gegeben, dass die Produktion vorerst nicht erhöht wird. Gleichzeitig erklärte das wichtige Ölförderland Saudi-Arabien, dass die freiwillige Produktionskürzung von einer Millionen Barrel pro Tag beibehalten wird.

Dazu erklären die Rohstoff-Experten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar: „Offensichtlich legt die OPEC aktuell den Fokus auf die Preiskontrolle und will außerdem im Vorfeld einer möglichen Rückkehr der iranischen Ölexporte an den Markt im Falle einer Einigung im Atomstreit mit den USA die überschüssigen Lagerbestände bereits bis zum Herbst komplett abbauen.“

Auf Basis dieser Einschätzung haben die Commerzbank-Experten die Ölpreisprognose nach oben angepasst. Für das Jahresende erwarten sie nun einen Ölpreis von 60 USD pro Barrel.

Ein wichtiger Faktor für den globalen Markt bleibt aber auf jeden Fall das US-Schieferöl-Aufkommen. Das erhöhte Preisniveau macht auch dieses Segment wieder wettbewerbsfähiger. Die zuletzt wieder angestiegenen Zahlen der neuen Bohrgeräte verdeutlichen auch hier das mögliche Aufwärtspotential. Die Gleichung dahinter ist ganz einfach: Mehr Bohrgeräte bedeuten mehr Produktion in den USA.

US-Produktion bleibt wichtiger Faktor

Und selbst wenn die OPEC das Angebot hier knapp halten sollte, könnte dann die wieder steigende US-Produktion das aktuelle Preisgefüge durcheinanderbringen und hier neues Abwärtspotential freisetzen.

Grundsätzlich gilt: In der aktuellen Marktphase bleibt der Ölpreis besonders spannend. Ich werde ihnen die aktuellen Aussichten auch noch einmal stärker am Beispiel von verschiedenen Ölaktien vorstellen, die in den vergangenen Wochen deutlich besser performt haben als der Gesamtmarkt.

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Heiko Böhmer
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