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Ölpreis schnellt in die Höhe – zum Unbehagen der Verbraucher

Ölpreis schnellt in die Höhe – zum Unbehagen der Verbraucher
William Potter / shutterstock.com
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Der Krieg in der Ukraine betrifft uns alle – und das auch ganz konkret im Alltag. Besonders deutlich zu spüren ist das derzeit an der Zapfsäule oder beim Blick auf die Energiekostenabrechnung.

Ölpreis deutlich über 100 Dollar

Der Ölpreis, zuvor bereits im Steigen begriffen, schnellte seit dem Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar in die Höhe. Zeitweise kostete das Barrel der Sorte Brent fast 128 US-Dollar, die US-Sorte WTI wurde zu einem Preis von mehr als 123 Dollar je 159-Liter-Fass gehandelt. Das war am 8. März – und markierte zugleich den höchsten Stand seit 2014.

Seither ging es wieder abwärts: Beide Ölsorten haben im Verlauf der Handelswoche um jeweils rund 8,5 Prozent nachgegeben und lagen zuletzt bei um die 110 Dollar je Barrel. Damit notiert der Ölpreis aber immer noch mehr als 60 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Auf Monatssicht haben beide Sorten – selbst nach der jüngsten Kurskorrektur – um rund 15 Prozent zugelegt.

Spritpreis in Deutschland auf Rekordhoch – Bundesregierung im Dilemma

In Deutschland werden mittlerweile deutlich mehr als 2 Euro pro Liter Benzin an der Tankstelle fällig, selbst Diesel oder E10 sind kaum noch unter 2 Euro zu haben. Die Energiekosten fressen so manches Haushaltsbudget auf, für Konsumausgaben bleibt kaum noch Spielraum.

Die Politik steckt in einem Dilemma: Immerhin pochen die Grünen seit Langem auf deutlich höhere Spritpreise zugunsten einer klimafreundlichen Verkehrswende, während die Liberalen auf die Selbstregulierungskräfte der Märkte hoffen und die SPD das Ganze möglichst sozialverträglich gestalten und die mittleren Einkommensschichten entlasten will. Auf die aktuelle Inflationsdynamik, die wesentlich mit den steigenden Energiekosten zusammenhängt, hat die Bundesregierung bislang keine schlagkräftige Antwort gefunden.

Einlenken der Opec+ vorerst unwahrscheinlich

Wer Einfluss auf die Preisdynamik nehmen könnte, ist die Opec. Das Ölkartell und seine Verbündeten, die seit einigen Jahren als Opec+ auftreten, haben zuletzt jedoch ihre geplanten Förderpläne einmal mehr bestätigt. Demnach werden die Kapazitäten zwar moderat ausgeweitet, aber eben nicht darüber hinaus beschleunigt.

Die USA drängen die Opec zu einer stärkeren Ausweitung ihrer Produktion, um die Sorgen vor einem Angebotsengpass abzumildern. Doch während sich die Vereinigten Arabischen Emirate in der vergangenen Woche dafür offen zeigten – und mit ihren Aussagen, in der Opec auf entsprechende Beschlüsse hinwirken zu wollen, den jüngsten Kursrutsch am Ölmarkt auslösten – blockiert vor allem Saudi Arabien ein solches Ansinnen weiterhin. Pikant ist außerdem, dass dem erweiterten Verbund der Opec+ auch Russland höchstselbst angehört und dort entsprechend Einfluss nehmen wird.

Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten hat auch die Aktien von US-Ölkonzernen beflügelt: Auf Monatssicht liegen Anteilsscheine von ExxonMobil rund 13 Prozent im Plus, die Aktie des in Kalifornien ansässigen Konkurrenten Chevron legte im gleichen Zeitraum gar um 30 Prozentpunkte zu.