Rettet uns jetzt das Öl?

Rettet uns jetzt das Öl?
William Potter / shutterstock.com
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Rezession. Inflation. Alles wird schlechter. Alles wird teurer. Gibt es noch Hoffnung? Das Rohöl sagt: „Ja!“ In den letzten 6 Handelstagen fiel Brent um 18,12 Prozent! An der Tankstelle wird das auch vorsichtig sichtbar. Ich habe jetzt schon öfter Diesel unter 2 Euro gesehen. Fast so, als hätte der Tankrabatt der Politik funktioniert…

Brent Rohöl im Tageschart

Die Kurse um 120 US-Dollar sind Geschichte. Wir haben sogar seit gestern die Trendlinie nach unten durchbrochen. Heute treffen wir schon auf die EMA 200 und sind davon kurzfristig wieder nach oben abgeprallt.

(Quelle: Tradingview.com)

Um die 97 US-Dollar liegt immer noch eine meiner Ansicht nach wichtige Zone. Sollten wir tatsächlich darunter fallen, könnte das uns in puncto Inflation entgegen kommen. Dann wird das Benzin an der Tankstelle günstiger und das ist nun einmal ein großer Anteil der Kosten.

Egal, ob Sie selbst tanken oder Waren im Supermarkt kaufen. Alles muss transportiert werden. Und wenn die Masse per Öl bewegt wird, ist dieser Faktor einfach sehr entscheidend.

Stoppt ein fallender Ölpreis die Inflation?

Klar! Auf jeden Fall! Schließlich sinken die Kosten der Unternehmen. Und die werden natürlich dann auch wieder die Preise für ihre Produkte senken. Das hat schließlich beim Tankrabatt auch gut geklappt, als ein Teil der Steuer gesenkt wurde…

Also nein. Natürlich ist ein sinkender Ölpreis kein Garant dafür, dass Sie in ein paar Monaten wieder dieselben Preise zahlen, wie im vergangenen Jahr. Sie werden nur nicht weiter steigen. Wenn die Kunden sich erst einmal damit abgefunden haben, einen gewissen Betrag für Produkt X zu zahlen, ist es für ein Unternehmen natürlich sehr schwer, auf höhere Profite zu verzichten. Klar, könnten sie das machen. Aber warum? Die Zukunft ist ungewiss. Lieber jetzt höhere Margen mitnehmen, um für die nächste Katastrophe geschützt zu sein.

Insofern gehe ich nicht davon aus, dass wir demnächst starke Preissenkungen auf breiter Front sehen werden. Wäre natürlich schön, aber die wenigsten Firmen werden das umsetzen. Das liegt sicherlich zum Teil auch an den Zuliefern. Einer muss anfangen, weniger Geld für eine Ware zu verlangen. Dann kann der nächste in der Kette auch seine Preise reduzieren. So könnte es Stück für Stück kommen. Also in der schnöden Theorie, wenn wir auch wirklich einen weiter fallenden Ölpreis sehen.

Das ist nämlich noch gar nicht fix! Ja, wir laufen derzeit in eine schöne Richtung. Doch die 97 US-Dollar bei Brent sind noch gar nicht gebrochen. Wir haben heute es noch nicht einmal geschafft, unter die EMA 200 zu fallen.

Erst wenn diese beiden großen Hürden aus dem Weg geräumt sind, können wir langsam wieder von bezahlbaren Artikeln träumen.