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Russische Öl- und Gas-Aktien im Chartcheck

Russische Öl- und Gas-Aktien im Chartcheck
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Inhaltsverzeichnis

Nachdem die Zeitung mit den 4 großen Buchstaben heute schon „Krieg!“ auf der Titelblatt stehen hatte, nähern wir uns diesem immer mehr. Um heute einmal ganz unpolitisch nur auf die Börse zu schauen – betrachten wir russische Aktien. Eines vorweg: Ich suche hier keinen Trade. Wenn sich etwas anbietet, meinetwegen. Aber in der aktuellen Situation ist das vielleicht wie Lotto spielen. Oder auch nicht. Schauen wir, was die Charts uns sagen.

Gazprom im Tageschart

Die Verkaufsübertreibungen sind bei diesem Wert rar gesät. Zwischen den Jahren 2011 und 2016 gab es einige Signale, aber seitdem brauchten wir schon einen Corona-Crash, damit es wieder blaue Punkte im Tageschart gibt. Die Kurse sind hier übrigens in Euro. Schließlich können Sie die Aktie auch per Xetra handeln.

(Quelle: Tradingview.com)

Auf den ersten Blick sehen wir sofort, dass die Kurse genau heute an einer Unterstützung angekommen sind. In diesem Bereich gibt es auf jeden Fall etwas Gegenwehr. Natürlich würde diese Linie kaum interessieren, wenn es zu einer größeren Krise und einem tatsächlichen Krieg mit Eingreifen der NATO-Partner kommt. Für den Moment sind die fallenden Kerzen aufgehalten worden. Das liegt auch am allgemein besseren Umfeld für die Aktien heute. Ein größerer Abverkauf wurde vorerst gebremst.

Lukoil im Tageschart

Während Sie Gazprom als größtes Gasunternehmen sicherlich schon mehrmals gehört haben, ist Lukoil nicht ganz so bekannt. Dabei handelt es sich dabei um eines der größten Ölunternehmen der Welt. Was hierbei besonders ist: Lukoil ist kein staatliches Unternehmen! Die Kurse standen vor 20 Jahren bei etwa 10 Euro. Liefen dann auf die aktuellen 65 Euro hoch. Das war zwischen 2005 und 2007. Ein neues Tief gab es während der Schuldenkrise 2008 bei rund 17 Euro.

Im Anschluss erholte sich die Aktie wieder ein wenig; pendelte jedoch jahrelang zwischen 25 und gut 50 Euro. Erst 2017 änderte sich das. Dann startete eine Rallye Richtung 100 Euro. Das war direkt vor der Corona-Krise. Die Kurse brachen dann um 60 Prozent ein. Von 40 Euro ging es wieder hoch auf 93 und nun erleben wir die nächste russische Öl-Krise.

(Quelle: Tradingview.com)

Blaue Punkte als Ende der Verkaufsübertreibung im Tageschart waren in der Vergangenheit gute Einstiegssignale. In den Jahren zwischen 2011 und 2017 eher weniger. Da liefen die Kurse seitwärts. Natürlich hätten Sie mit dieser Strategie auch dort Profite machen können. Nur die Erträge wären überschaubar gewesen. Das war sonst wesentlich besser.

Aktuell sind wir trotz starkem Abverkauf noch in keiner Verkaufsübertreibung auf Tagesbasis. Auch hier heißt es deshalb wie erwartet: abwarten. Die Krise in der Ukraine kann durchaus Chancen bieten. Lieber wäre mir natürlich, wenn das Thema jetzt möglichst friedlich beendet wird.

Unser Cum-Ex-Kanzler hat heute die Pipeline Nord Stream 2 auf Eis gelegt. Das wird Russland kaum überrascht haben. Der West spielt mit ziemlich offenen Karten. Die möglichen Sanktionen sind abzusehen. Und gerade kam noch die Meldung rein, dass das russische Parlament dem Truppeneinsatz in der Ukraine zugestimmt hat. Frieden klingt anders.