Mietvertrag: Achten Sie auf diese Besonderheiten

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Ein Mietvertrag ist schnell geschlossen und ein Mieter in Ihre Wohnung eingezogen. Mietnomaden sehen Sie es aber nicht an, dass […] (Foto: Andrey Popov / shutterstock.com)

Ein Mietvertrag ist schnell geschlossen und ein Mieter in Ihre Wohnung eingezogen.

Mietnomaden sehen Sie es aber nicht an, dass diese nicht gewillt sind, Mietzahlungen zu entrichten.

Das ist die Falle:

Wenn Sie den Mieter erst einmal haben einziehen lassen und dieser dann keine Miete bezahlt, ist es für Sie ein großer Aufwand, diesen Mieter wieder los zu werden.

So machen Sie es richtig:

Schlüssel erst nach erstem Mieteingang herausgeben

Vereinbaren Sie im Mietvertrag, dass die Miete vor dem Einzugstermin zu zahlen ist. Legen Sie also beispielsweise fest, dass die Miete am 1. eines Monats zu zahlen ist und dass das Mietverhältnis am 2. des betreffenden Monats beginnt.

Zahlt dann Ihr Mieter die erste Miete nicht, können Sie von Ihrem Zurückbehaltungsrecht (§ 273 Abs. 1 BGB) Gebrauch machen und ihm die Übergabe der Schlüssel verweigern. Der Mieter kann dann gar nicht erst einziehen.

Achten Sie bei der Vermietung an Paare auf Besonderheiten

Das ist die Situation:

Ihre Wohnung möchten Sie an ein Ehepaar vermieten. Bei der Besichtigung sind beide Eheleute anwesend.

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Zur Vertragsunterzeichnung am folgenden Tag kommt allerdings nur der Ehemann und unterschreibt. Der Mietvertrag besteht daher nur zwischen Ihnen und dem Ehemann.

Das ist die Falle:

Nach einigen Monaten kommt es zum Zerwürfnis zwischen den Eheleuten. Die Ehefrau zieht aus. Der zurückbleibende Ehemann zahlt aber keine Miete mehr, da er arbeitslos ist.

Sie wollen sich daher an die (gut verdienende) Ehefrau wenden, um sich schadlos zu halten. Diese wendet allerdings zu Recht ein, sie sei nicht Vertragspartner.

So machen Sie es richtig:

Achten Sie immer darauf, dass beide Ehepartner Vertragspartner werden. Nur so sichern Sie sich zwei Schuldner, gegen die Sie ausstehende Mietforderungen geltend machen können – also auch dann, wenn einer der beiden ausgezogen ist.

Gleiches gilt übrigens auch für Lebenspartnerschaften. Denn das Ende der Beziehung bedeutet nicht das Ende des Mietvertrags.

Insbesondere haftet der im Rahmen der Trennung ausziehende Ehegatte bzw. Lebensgefährte weiterhin aus dem Mietvertrag, soweit er Mieter ist. Führen Sie deshalb beide Eheleute im Mietvertrag auf und lassen Sie beide den Mietvertrag unterschreiben.

Das gilt auch dann, wenn einer der Eheleute behauptet, er handle auch für den anderen Ehepartner. Im Zweifel bestreitet dies später der nicht unterschreibende Ehepartner und Sie sind in Beweisnot.

Vermieter-Ehegatte als Zeuge sichern

Tipp: Gehört die zu vermietende Wohnung neben Ihnen noch einer weiteren Person (z. B. Ihrem Ehegatten) ist es nicht zwingend erforderlich, dass beide als Vermieter auftreten und den Mietvertrag unterschreiben.

Es genügt völlig, wenn einer von Ihnen beiden als Vermieter unterzeichnet. So haben Sie später in einem Rechtsstreit die Möglichkeit, Ihren Ehegatten als Zeugen vor Gericht zu benennen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.