Oldtimer als Wertanlage – diese Regeln sollten Sie beachten

Oldtimer als Wertanlage – diese Regeln sollten Sie beachten
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Niedrigzinsen und hohe Immobilienpreise: Die richtige Wertanlage zu finden ist derzeit nicht einfach. Viele Anleger suchen daher nach Alternativen.

Dabei sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder Oldtimer als Wertanlage für Aufsehen. Im Jahr 2018 wechselte zum Beispiel beim Auktionshaus Bonhams ein Ferrari 250 GTO für 48,4 Mio. US-Dollar den Besitzer – ein absoluter Rekord, der erst im Frühsommer 2022 gebrochen wurde.

In einer Geheimauktion versteigerte Mercedes-Benz eines von nur zwei gebrauten 300 SLR Uhlenhaut Coupés für die Rekordsumme von 135 Millionen Euro.

Wer jedoch denkt, mit einer Wertanlage in Oldtimern schnell reich zu werden, wird enttäuscht sein. Spitzenpreise im ein- und zweistelligen Millionenbereich werden oft nur für Luxuskarossen wie ältere Ferraris und Porsches bezahlt.

Wie hoch sind die Wertsteigerungen bei Oldtimern?

Beim Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge (Deuvet) hält man dennoch durchschnittliche Renditen von 8 bis 9% pro Jahr für möglich. Oldtimer können also eine lohnenswerte Investition sein.

Doch auch im Oldtimer-Bereich ist sehr viel Fachwissen gefragt. Nicht jede Rostlaube entpuppt sich als Goldgrube. Die Preise für Oldtimer variieren sehr stark und hängen von bestimmten Faktoren ab.

Oldtimer als Wertanlage – das müssen Sie beachten

Neben dem Baujahr spielt natürlich der Zustand die Hauptrolle. Bei Oldtimern wird in Kategorien 1 bis 5 unterschieden. Ein guter Zustand (Kategorien 1-2) bedeutet, dass es sich um ein gepflegtes Fahrzeug mit wenig oder nur leichten Gebrauchsspuren handelt. Fahrzeuge der Kategorie 5 sollte man eher meiden, raten Experten.

Ebenfalls von Bedeutung ist die Historie des Fahrzeugs (Anzahl der Vorbesitzer, Wartungsintervalle, Umbaumaßnahmen). Hat ein Prominenter das Auto gefahren, kann dies den Wert des Oldtimers erhöhen.

Die Preise für Oldtimer bewegen sich von mehreren tausend Euro (VW Käfer, Citroën 2CV) bis hin zu Millionenbeträge für besondere Autos aus den Fünfziger und Sechziger Jahren.

Folgekosten nach dem Kauf nicht vergessen

Was Oldtimer-Fans noch beachten sollten, sind die Folgekosten für die erworbenen Fahrzeuge. Für wertvolle Oldtimer ist eine abgeschlossene Garage notwendig, was in einer Großstadt schon mal zum Problem und vor allem zu hohen laufenden Kosten führen kann.

Wird der Oldtimer noch öfter bewegt, fallen natürlich auch Reparatur- und Verschleißkosten (neue Reifen etc.) an. Besonders schwierig wird es, wenn Ersatzteile von Fahrzeug-Marken beschafft werden müssen, die schon länger nicht mehr gebaut werden oder nicht mehr existieren.

Dies kann die Reparatur- und Instandhaltungskosten sehr schnell in die Höhe treiben. Auch die Kosten für Versicherung und KFZ-Steuern müssen beachtet werden.

Fazit: Oldtimer sind ein schönes Hobby

Oldtimer können für Hobby-Schrauber ein wunderbares Hobby sein. Darüber hinaus versprühen ältere und guterhaltene Fahrzeuge einen gewissen nostalgischen Glanz, den Aktien & Co nicht bieten können.

Als echte Alternative zu klassischen Wertanlagen sind Oldtimer eher nicht geeignet, denn zum einen benötigen Autos viel Platz und zum anderen sind auch die laufenden Folgekosten (Wartungskosten, Garagenmiete) zu beachten, die sich schnell auf mehrere tausend Euro im Jahr summieren können.

Otto-Normal-Verbraucher sollten eher die Finger von Oldtimern als Wertanlage lassen, außer es sind bereits ausreichend Fachkenntnisse vorhanden und das Schrauben am Wochenende wird nicht als Last, sondern als schöner Zeitvertreib empfunden.