Maklerprovision: Alle Infos zu Höhe, Regelung, Verteilung, Zahlungspflicht & Co.

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Seit der Reform des Maklerrechts 2020 gibt es neue Regelungen bzgl. der Verteilung der Maklerprovision. Warum sich Käufer seither freuen können, lesen Sie im folgenden Beitrag. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

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Die Provision – Definition, HGB und Allgemeines

Immobilienkäufe und -verkäufe werden oft mithilfe von Immobilienmaklern abgewickelt. Immobilienmakle agieren dabei als Vermittler zwischen Eigentümern und Interessenten einer Immobilie. Beim Vertragsabschluss mit einem Immobilienmakler, wird eine Maklerprovision, auch Maklercourtage genannt, fällig, die sich normalerweise nach der Höhe des Kaufpreises oder des Mitpreises richtet.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde der heutige Provisionsbegriff verwendet, denn schon damals war eine Provision für erbrachte Dienstleitungen vorgesehen. In § 354 Abs. 1 des Handelsgesetzbuch (HGB) ist ein allgemeiner Provisionsanspruch für Dienstleistungen und Geschäftsbesorgungen festgelegt.

Es gibt verschiedene Provisionsarten: die Maklerprovision, Bank- und Versicherungsprovision.

Maklerprovision und Reform des Maklerrechts 2020

Die Maklerprovision, auch Maklerlohn genannt, bezeichnet die Vergütung des Maklers für seine Arbeit. Dabei wird der Makler nur dann bezahlt, wenn das von ihm vermittelte Geschäft (Kaufvertrag) auch tatsächlich zustande kommt. Damit ist die Arbeit eines Immobilienmaklers stark erfolgsorientiert.

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Grundsätzlich wird die Vertragsbeziehung zwischen einem Immobilienmakler und einem Verkäufer nach den vier Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) – und ggf. individuellen Vereinbarungen – bestimmt. Die vier Vorschriften, u.a. zu allgemeinen Fragestellungen und Schutzvorschriften für den Verbraucher sind in den §§ 652 bis 655 BGB verankert.

Reform des Maklerrechts: Seit dem 23. Dezember 2020 sind wichtige Neuregelungen im Maklerrecht in Kraft getreten. Diese Neuerungen betreffen:

  • die Verteilung der Maklerprovision und
  • eine wichtige Formvorschrift.

Wer zahlt die Maklerprovision?

Das im Zuge der Reform des Maklerrechts eingeführte „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ gilt für alle Maklerverträge, die ab dem 23. Dezember 2020 geschlossen werden.

Fortan darf die Maklerprovision nicht mehr vollständig dem Käufer aufgedrückt werden, insofern der Verkäufer einen Immobilienmakler beauftragt hat oder die Beauftragung von beiden Seiten genehmigt wurde. Das Ziel des Gesetztes: Käufer stärker von Kaufnebenkosten zu entlasten. Bis Dezember 2020 war es üblich, dass der Käufer die gesamte Maklergebühr trägt, auch dann wenn die Beauftragung eines Immobilienmaklers vom Verkäufer ausging.

Hinweis: Handelt der Käufer von Einfamilienhäusern oder Wohnungen nicht in eigener, privater, sondern in gewerblicher Sache, kann die Verteilung der Maklergebühr weiterhin frei verhandelt werden: „Die §§ 656c und 656d gelten nur, wenn der Käufer ein Verbraucher ist“ (§ 656b BGB).

Formvorschrift des Maklervertrags

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Die Reform des Maklerrechts schreibt neben der Verteilung der Maklercourtage auch vor, in welcher Form ein Maklerauftrag zustande kommen soll. Die bisher bestehende Variante einer mündlichen Absprache fällt weg. Dies bringt mehr Klarheit im Falle von Rechtsstreitigkeiten.

Seit dem 23. Dezember 2020 müssen Maklerverträge in Textform vereinbart werden. So „muss eine lesbare Erklärung, in der die Person des Erklärenden genannt ist, auf einem dauerhaften Datenträger abgegeben werden“ (§ 126b BGB). Dieser Datenträger muss die Erklärung zu einem angemessenen Zeitraum zugänglich abspeichern (z. B. eine E-Mail.)

Wie hoch fällt die Maklerprovision aus?

Die Maklerprovision kann grundsätzlich frei vereinbart werden. Die Höhe der Maklerprovision sollte schon bei Abschluss des Vertrages festgesetzt werden. Die Provisionshöhe richtet sich nach

  • dem Preis der Immobilie und
  • der ortsüblichen Maklerprovision.

Die Provisionshöhe der üblichen Maklerprovision unterscheidet sich je Bundesland. Die durchschnittliche Höhe der Provision finden Sie in der folgenden Grafik.

Tabelle: Übliche Höhe der Maklerprovision je Bundesland

BundeslandÜbliche Maklerprovision
Baden-Württemberg7,14 %
Bayern7,14 %
Berlin7,14 %
Brandenburg7,14 %
Bremen5,95 %
Hamburg6,25 %
Hessen5,95 %
Mecklenburg-Vorpommern5,95 %
Niedersachsen7,14 % (oder 4,76-5,95 % je nach Region)
Nordrhein-Westfalen7,14 %
Rheinland-Pfalz7,14 %
Saarland7,14 %
Sachsen7,14 %
Sachsen-Anhalt7,14 %
Schleswig-Holstein7,14 %
Thüringen7,14 %

Ausnahme: Maklerprovision bei Mietobjekt

Wird ein Immobilienmakler zur Vermittlung eines Mietobjekts beauftragt, gilt das Bestellerprinzip. Einfach gesagt: Derjenige, der den Makler beauftragt, bezahlt ihn. Im Bereich der Immobilienwirtschaft gilt das Bestellerprinzip dann, wenn der Immobilienmakler für die Vermittlung von Mietverträgen über Wohnraum beauftragt wurde.

Der Vermieter darf die Maklerprovision in keinem Fall an Mieter weitergeben. Seit das Bestellerprinzip in Kraft getreten ist, versuchen Immobilienmakler häufiger diese Regelung zu umgehen. Verstößt der Immobilienmakler jedoch gegen das Bestellerprinzip, droht ihm ein Bußgeld. Auch wenn zufällig der Vermieter und Mieter den gleichen Immobilienmakler beauftragen (Doppeltätigkeit), trägt der Vermieter die Kosten.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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