Cameco-Aktie steigt und steigt: Turnaround beim führenden Uran-Produzenten erwartet

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Uranpreis nach Talsohle wieder im Aufwärtstrend - Aktie mit neuem Siebenjahres-Hoch – Cameco profitiert als finanzstarker Konzern von der Marktbereinigung (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Wie Sie wissen sind meine Welt eigentlich Tech- und Wachstumsaktien. Doch weil sich diese Aktienkategorie in den letzten Wochen und Monaten charttechnisch eher schwach entwickelt, habe ich meinen Fokus auf die erheblich stärkeren Rohstoffwerte gerichtet. Diese profitieren von der zur Zeit stark anziehenden Inflation. Bei gleichbleibenden Produktionskosten profitieren Bergbau-Unternehmen stark von anziehenden Grundstoffpreisen. Umsatzanstiege fließen deshalb fast 1:1 in das Unternehmensergebnis ein.

Cameco: Weltweite Nummer zwei der Uran-Konzerne

Der kanadische Bergbaukonzern Cameco (WKN: 882017, ISIN: CA13321L1085), den ich Ihnen heute vorstelle, ist eines der wenigen Rohstoffunternehmen, die sich auf Uran fokussieren. Die Minen des Unternehmens in Kanada, den USA und Kasachstan, repräsentieren schätzungsweise zwischen 15 % und 18 % der weltweiten Abbaukapazitäten und weisen insgesamt über geprüfte und wahrscheinliche Uranlagerstätten von 455 Mio. Pfund auf. Damit ist der Konzern weltweit die Nummer zwei hinter Kazatomprom aus Kasachstan. Neben der Urangewinnung bietet das Unternehmen Dienstleistungen für Unternehmen aus der Kernkraft- und Nuklearbranche an.

Uran: Umstrittener Rohstoff mit steigendem Bedarf

Der umstrittene Rohstoff notierte in den letzten Jahren aufgrund eines Überangebots meist unterhalb der in der Branche üblichen Produktionskosten. Doch nun könnte sich das Blatt wenden. Denn anders als die meisten von Ihnen angesichts der Situation in Deutschland vielleicht annehmen, steigt die weltweite Anzahl von Atomkraftwerken langsam aber stetig an. Zu den aktuell ca. 443 bestehenden Reaktoren kommen 53 im Bau, 100 in Planung und 300 weitere in Machbarkeitsstudien befindliche dazu. Die meisten davon sind – vor allem zur Luftreinhaltung – in Indien und China geplant. Im Reich der Mitte beispielsweise soll der Anteil der Kernenergie bereits bis 2030 von derzeit 4 % auf mehr als 20 % steigen. Entsprechend zieht auch die Nachfrage nach Uran stetig an.

Uranpreis nach Talsohle wieder im Aufwärtstrend

Der Uranpreis hat sich in den letzten Jahren bereits von Tiefstständen bei 17 USD je Pfund im Jahr 2016 wieder auf aktuell ca. 31 USD je Pfund erholt. Nur wenige Bergbauunternehmen mit Fokus auf Uran haben die Preisschwäche überlebt, denn die durchschnittlichen Produktionskosten liegen bei ca. 40 USD je Pfund. Von mehr als 500 Minen weltweit blieben in den letzten Jahren weniger als 50 in Betrieb. Kraftwerksbetreiber könnten deutliche Preisanstiege übrigens locker verkraften, da die Brennstoffkosten nur ca. 3 % der Gesamtkosten eines Atommeilers ausmachen. Nicht einmal die Preisspitze von 140 USD je Pfund im Jahr 2007 war in den Medien ein Thema oder haben Sie das etwa mitbekommen?

Cameco profitiert als finanzstarker Konzern von der Marktbereinigung

Cameco ist als marktführendes Unternehmen, das übrigens seit dem Börsengang 1991 niemals auf eine Dividendenzahlung verzichtete und weiterhin Dividende bezahlt. Mit 1 Mrd. USD auf dem Bankkonto ist das Unternehmen bestens aufgestellt, um vom Aufwärtstrend des Rohstoffs Uran und der schwindenden Konkurrenz zu profitieren. Im April wurde die Cigar Lake Mine wieder hochgefahren, so dass nach einer Phase der Stagnation wieder mit steigenden Umsätzen zu rechnen ist.

Analysten erwarten den Turnaround für dieses oder das kommende Jahr

In den letzten drei Jahren stagnierten die Umsätze zwar, aber das ist angesichts der schwachen Uranpreise und geschlossener Minen auch kein Wunder gewesen. Doch nun soll die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen. Fürs erste Quartal 2021 meldete das Unternehmen zwar einen Umsatzrückgang von 346 Mio. USD auf 290 Mio. USD, und einen Verlust, der aber mit -0,06 USD erheblich geringer ausfiel, als von Analysten erwartet (-0,08 USD). Einige Analysten halten in den kommenden Quartalen und auch für 2021 positive Ergebnisse für möglich. Spätestens aber im kommenden Jahr sollen laut Konsens-Schätzungen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden – die Erwartungen für den Gewinn pro Aktie liegen für das Jahr 2022 im Schnitt bei 0,28 USD.

Aktie mit neuem Siebenjahres-Hoch

Die Aktie befindet sich seit Anfang 2020 in einem Aufwärtstrend und konnte am Freitag ein neues Siebenjahres-Hoch erzielen. Die Aktie wird auch von Profis massiv gekauft: Allein im letzten Quartal stieg die Anzahl der von Großanlegern wie Fonds und Investmenthäusern gehaltenen Anteile um +10 % an. Dem Unternehmen kommt zugute, dass man immer noch langfristige Lieferverträge zu höheren Preisen bedient und dabei zu Kosten unter dem Branchendurchschnitt produzieren kann. Alles in allem sollten Sie die Aktie für den Fall eines Rücksetzers unter 20 USD unbedingt auf Ihre Watchlist setzen – natürlich nur, wenn Sie kein Kernkraft-Gegner sind. Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Trades.

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Von: Maximilian Ritter. Über den Autor

Schon seit seiner Jugend interessiert sich Maximilian Ritter für das Börsengeschehen. In seinem Dienst "Aktien-Timing-System" setzt er auf eine verfeinerte CANSLIM-Methode, mit der sich eine 30%ige Rendite im Jahr erwirtschaften lässt.

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