Zinn: Eher unbekannt – aber umso mehr Potenzial!

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Zinn ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Dennoch haben viele Anleger das Metall gar nicht auf dem Schirm – bis jetzt. (Foto: beejung / shutterstock.com)

Alle sprechen derzeit von Kupfer, Silber, Platin, Lithium und Co. Doch die genannten Rohstoffe sind nur ein Teil des aktuellen Booms. Heute will ich Ihnen deshalb eine Ressource vorstellen, die viele wahrscheinlich gar nicht auf dem Schirm, die aber trotzdem ein Grundbaustein der Weltwirtschaft ist.

Zinn: Deshalb ist das Metall so wichtig

Es geht um das chemische Element Zinn (Sn) – ein silberweiß glänzendes und sehr weiches Schwermetall, das einen sehr niedrigen Schmelzpunkt besitzt. Früher wurde Zinn hauptsächlich bei der Herstellung von Geschirr genutzt.

Heute ist der Rohstoff ein unabdingbarer Teil von Elektrolöten. Diese werden wiederum zum Beispiel für die boomenden Halbleiterchips benötigt. Zudem wird Zinn unter anderem in Konservendosen, Chemikalien, Stählen, Magneten und Medizinprodukten eingesetzt.

Experten rechnen damit, dass der Bedarf an Zinn jährlich um etwa 10 Prozent steigen wird. Der Hauptgrund: Durch die Umstellung der Zinn-Blei-Lote auf bleifreie Lote mit einem Zinnanteil von mehr als 95 Prozent ist das Metall gefragt wie nie zuvor. Entsprechend stiegen zuletzt die Preise.

Zinnpreis geht durch die Decke

Seit Jahresbeginn legte der Zinnpreis um mehr als 50 Prozent zu. Eine Steigerung, die höher ist als bei anderen wichtigen Industriemetallen. Preistreiber ist die schnell anziehende Nachfrage infolge der Corona-Erholung gepaart mit Angebotsengpässen.

Sie werden es schon ahnen: Wie so oft bei Rohstoffen spielt China auch bei Zinn die entscheidende Rolle. Das Land sitzt auf den größten Zinnreserven der Welt und ist für einen Großteil der Förderung verantwortlich. Sobald die Volksrepublik ihre Förderung also drosseln muss, entsteht ein Angebotsdefizit. Genau diese Sorge treibt aktuell den Zinnpreis nach oben.

Denn: In China ist das Coronavirus wieder auf dem Vormarsch. In wichtigen Zinnregionen des Landes sind zuletzt neue Corona-Fälle aufgetreten. Im Westen wäre das erst einmal kein größeres Problem. Aber die chinesische Regierung forciert eine strikte Anti-Corona-Politik.

Das heißt: Schon bei einem vergleichsweise überschaubaren Infektionsgeschehen greift Peking mit harten Maßnahmen teils zum Nachteil der Industrie durch. Hinzu kommt, dass auch im Nachbarland Myanmar die Produktion wegen der Pandemie zunehmend in Bedrängnis gerät.

Mit ETCs oder Einzelaktien auf Zinn setzen

Als Anleger können Sie entweder über ETCs oder über diverse Einzelaktien auf einen steigenden Zinnpreis setzen. Darunter finden sich wichtige Förderer wie Adex Mining und Aurelia Metals. Interessant ist übrigens das Thema Recycling. Wegen des steigenden Bedarfs und der begrenzten Fördermengen ist die Rückgewinnung von Zinn ein Zukunftsgeschäft.

Hier bietet sich zum Beispiel das deutsche Kupferunternehmen Aurubis an. 2019 hatten die Hamburger die belgisch-spanische Firma Metallo übernommen. Diese konzentriert sich auf das Recycling wichtiger Rohstoffe. Darunter: Schlüsselmetalle wie Kupfer, Nickel, Zink, Blei und nicht zuletzt Zinn.

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Von: Marco Schnepf.

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