Index – Definition, Arten & der DAX als Beispiel

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Die Definition von Indizes – ein Index spiegelt vor allem die Entwicklungen an bestimmten Aktien- und Rentenmärkten wider. (Foto: Deutsche Börse AG)


Übersicht zum Index  

Definition: Zusammenfassung von verschiedenen Werten in einer statistisch relevanten Kennzahl

Arten: Preis-, Mengen- und Umsatzindizes sowie Kurs- und Performanceindizes

Prominente Beispiele: DAX, Dow Jones, CAC 40, Nikkei 225, MSCI World, S&P 500

Aufgaben: Veranschaulichung von Zusammenhängen, Stimmungsbarometer an der Börse

Vorteile: Angemessenheit, Anschaulichkeit & einfache Berechnung

Herausforderungen: Komplizierte & aufwendige Aktualisierung


In der Wirtschaft fallen in jeder Sekunde Millionen von unterschiedlichen Daten an, die unkomprimiert und ungeordnet zu einem unüberschaubaren Chaos führen würden. Dementsprechend ist es von grundlegender Bedeutung, dass diese Daten übersichtlich zusammengefasst werden. Dies geschieht unter anderem durch die Nutzung von sogenannten Indizes. In diesem Artikel soll es darum gehen, was ein Index ist, welche Unterschiede und Aufgaben verschiedene Indizes besitzen und welche Aussagekraft in ihnen begründet liegt.

Die Definition eines Index: Was sind Indizes?

Ein Index spiegelt laut Definition des Wirtschaftslexikons die Performance von unterschiedlichen Finanzprodukten, zum Beispiel von Aktien, wider. Er dient somit als ein wichtiges Stimmungsbarometer an der Börse und projiziert die vorherrschende Marktmeinung aller Teilnehmer des Marktes.

Es handelt sich, wie eingangs beschrieben, um eine Kennziffer, die Aufschluss über eine Größenveränderung von Indexzahlen in einem Zeitverlauf einer Berichtsperiode gibt. Gerade wenn unterschiedliche, aber ähnliche Merkmale miteinander verglichen werden sollen, liefert ein Index große Erkenntnisse über größere Zusammenhänge. Dafür gehen allerdings Detailinformationen der einzelnen zugrundeliegenden Werte und Messzahlen verloren.

Bei der Entwicklung eines Index hängt der Erfolg nicht zuletzt davon ab, wie es um die Kursentwicklung der im Index enthaltenen Unternehmen und deren Aktien bestellt ist. Bei diesen Messzahlen handelt es sich um die Indexzahlen. Diese und die Gewichtung der einzelnen Titel sowie die Berichtsperiode im Index spielen eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund werden Indizes in der Regel als Vergleichsparameter für die Performance von Aktienfonds genutzt, es gibt darüber hinaus Preisindizes oder Mengenindizes. Die Indexzahlen sind als Kennziffer laut Wirtschaftslexikon nutzbar.

Hinweis

Verschiedene Sonderereignisse, darunter beispielsweise Dividendenausschüttungen und andere Kapitalmaßnahmen, werden teilweise mittels verschiedener Korrekturfaktoren berücksichtigt. Ein Blick in die Indexformeln bzw. Zusammensetzung der Indexzahlen ist hilfreich, um gültige Messzahlen im Zeitablauf zu erhalten.

Welche Arten von Indizes gibt es?

Indizes unterscheiden sich durch die Informationen, die sie ausdrücken sowie in ihrer Art. Es existieren hauptsächlich drei Arten von Indizes: der Preisindex, der Mengen- oder Volumenindex und der Umsatzindex. Im Folgenden werden diese drei Arten von Indizes genauer gegenübergestellt.

Drei verschiedene Arten von Indizes:

  • Preisindex: Preisindizes sind Anzeiger für die Entwicklung von Preisen, isoliert von Mengen- und Qualitätsveränderungen. Die Inflation bzw. die Deflation und die Verbraucherpreise werden in einer Volkswirtschaft ebenfalls als Preisindizes dargestellt.
  • Mengenindex: Mengenindizes sind Anzeiger einer reinen durchschnittlichen Mengenveränderung. Sie geben die direkte reale Entwicklung einer Produktionstätigkeit wieder.
  • Umsatzindex: Anzeiger einer Umsatzentwicklung als Summe von Rechnungsbeträgen ohne Umsatzsteuer. Die Kennziffer gibt Aufschluss über die Konjunkturentwicklung einer Volkswirtschaft im Zeitablauf.

Darüber hinaus existiert eine zweite Unterteilung von Indizes in Kurs- sowie Performanceindizes. Diese zwei Index-Arten werden üblicherweise gegenübergestellt, da sie speziell bei der Bewertung und dem Vergleich von Unternehmensanteilen (Aktien) bedeutend sind. In den folgenden Abschnitten wird zwischen dem Kurs- und dem Performanceindex sowie deren Indexformeln unterschieden.

Indizes Typen

 

Was ist die Definition eines Kursindex?

Im Grunde beschreiben sowohl der Kurs- als auch der Performanceindex das Gleiche, nämlich eine Kursveränderung in einem bestimmten Zeitverlauf einer Berichtsperiode. Ungeachtet dessen unterscheiden sich beide Varianten in ihrer Fokussierung.

Der Kursindex beschreibt eine reine Kursveränderung, ohne Berücksichtigung von Zins– und Dividendenzahlungen. Im Gegensatz dazu werden diese im Performanceindex in die Indexierung einberechnet.

Der Performanceindex vorgestellt

Der Performanceindex setzt exakt dort an, wo der Kursindex aufhört. Er berechnet die Kursveränderung unter Berücksichtigung von Dividenden- und Bonuszahlungen sowie Bezugsrechten.

Das bedeutet, dass davon ausgegangen wird, dass alle ausgeschütteten Dividenden erneut in Index-Aktien angelegt werden. Entsprechend sinkt der Kurs bei der Auszahlung von Dividenden hier nicht. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Unterschied zwischen Kursindex & Performanceindex

In der Praxis präsentiert sich der Unterschied zwischen Kurs- und Performanceindizes auf folgende Weise:

Ein Unternehmen, welches nach seiner Hauptversammlung eine Dividende ausschüttet, verzeichnet in der Folge erwartungsgemäß einen Kursrückgang in Höhe dieser Dividende. Ein Kursindex zeigt diese Veränderung in Form eines Wertverlustes an, während ein Performanceindex diese Veränderung als dividendenbegründet herausrechnet. Somit notiert ein Kursindex erwartungsgemäß niedriger als ein Performanceindex.

Ein Kursindex unterscheidet sich vom Performanceindex vor allem dadurch, dass Dividenden, Bonuszahlungen und Bezugsrechte nicht in die Berechnung des Index miteinfließen. Typische Beispiele für Kursindices sind unter anderem:

  • Euro Stoxx 50, der die 50 größten Aktiengesellschaften in der Eurozone umfasst.
  • Dow Jones (New York)
  • Nikkei 225 (Tokio)
  • FTSE 100 (London)
  • CAC 40 (Paris)

Der Indexstand dieser Indizes wird ausschließlich auf Basis der im Index enthaltenen Aktienkurse berechnet. Dividenden und Bezugsrechte finden keine Berücksichtigung. Beim deutschen DAX sieht dies ein wenig anders aus, dies wird im Folgenden genauer betrachtet.

Vorsicht

Im Vergleich zum DAX handelt es sich weltweit bei den meisten großen nationalen Aktienindizes um Kursindizes. Der DAX ist allerdings ein Performanceindex.

Kursindex vs. Performanceindex

 

Beispiel: Der DAX als Performanceindex

Um bei der Praxis zu bleiben und die Theorie anschaulich zu reflektieren, folgt nun ein Beispiel anhand des größten deutschen Aktienindex. Der deutsche Leitindex DAX wurde erstmals im Jahr 1988 berechnet. Es handelt sich um einen sogenannten „gewichteten” Performanceindex, obwohl der DAX sowohl als Performance- als auch als Kursindex berechnet wird. In der Regel gilt er jedoch üblicherweise als typisches Beispiel für einen Performanceindex.

Beim Deutschen Aktienindex handelt es sich um eine Zusammenfassung der 30 wichtigsten deutschen Unternehmen unter einer Kennzahl. Die Einordnung und Gewichtung geschieht nach Streubesitz-Marktkapitalisierung. Das bedeutet, ausschlaggebend für die Position eines Unternehmens im DAX ist die Menge an Aktien, die dem Börsenhandel zur Verfügung steht.

Dieses Vorgehen hat zur Folge, dass Unternehmen wie SAP (mit einer Gewichtung von über 10 %) ein höheres Gewicht haben als beispielsweise die Lufthansa (unter 1 %). Bezogen auf die Kursentwicklung bedeutet das, dass sollten SAP-Aktien überdurchschnittlich gefragt sein und einen Kurssprung verzeichnen, der DAX dadurch maßgeblich beeinflusst wird.

Untergeordnete Indizes: Der DAX in vier Variationen

Um den Anleger einen besseren Überblick zu bieten, hat die Deutsche Börse AG aus dem Börsensegment Prime Standard vier große Aktienindizes gebildet:

  • DAX
  • MDAX
  • SDAX
  • TecDAX

All diese Indizes beherbergen eine Anzahl an Unternehmen mit großer Marktrelevanz.

MDAX und SDAX gelten als Folgeindizes des DAX. Der MDAX enthält die 60 wichtigsten deutschen Unternehmen, die in ihrer Rangfolge an den DAX anschließen, während der SDAX diese Liste um 70 weitere Unternehmen ergänzt. Der TecDAX schließlich umfasst die 30 größten deutschen Unternehmen aus dem Technologiesektor.

Hinweis

Indizes können auf unterschiedliche Weise berechnet werden. Besonders verbreitet sind die Herangehensweisen nach den Statistikern Étienne Laspeyres (Laspeyres Index) und Hermann Paasche (Paasche Index).

Was sind die Aufgaben von Indizes?

Wie eingangs dargestellt, vereinfacht ein Index die Übersichtlichkeit einer großen Datenmenge und stellt Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten anschaulich dar. Im Falle des DAX kann entsprechend anhand einer einzelnen Kennzahl die Stärke der deutschen Wirtschaft abgelesen werden. Zwar werden im gleichen Atemzug relevante Detailinformationen ausgeblendet (z. B. Gewichtungsanteile), nichtsdestotrotz bietet der Index einen guten und relevanten Anhaltspunkt mit großer Genauigkeit.

Wie sich die Indexzusammensetzung verändert

Eine Indexzusammensetzung kann fix definiert oder veränderbar sein. Im Falle des Deutschen Aktienindex werden die Unternehmen per Definition durch ihre Marktkapitalisierung zugeordnet. Entsprechend kann ein Unternehmen im Rezessionsfall aus dem Index herausfallen, während ein anderes Unternehmen aufgrund von wirtschaftlichem Aufschwung in den Index aufsteigt.

Insgesamt gilt: Für eine Aktiengesellschaft kann es erstrebenswert sein, in den Kreis der im Index enthaltenen Firmen aufgenommen zu werden. Dies liegt daran, dass ein Index für gewisse Qualitätsmerkmale stehen kann, die sich positiv auf das öffentliche Image eines Unternehmens auswirken kann.

Gleichzeitig werden viele Indizes durch Fonds nachgebildet, sodass sich eine Aufnahme in einen Index auch im Kursverlauf positiv bemerkbar machen kann. Dies liegt daran, dass viele gerade institutionelle Anleger in eine Aktie erst durch einen solchen Fonds investieren. Ebenfalls von Interesse ist die Listung in einem Index beispielsweise durch Aktienkäufe von ETF-Anbietern, die diesen Index nachbilden. Das Unternehmen kann auf einen erhöhten Bedarf der Aktien und damit einen steigenden Aktienkurs hoffen.

Aussagen & Bewertung eines Index

Ein Index ist nicht bloß dazu da, die Übersichtlichkeit des Marktes herzustellen und Marketing für Unternehmen zu leisten. Darüber hinaus haben Indizes noch weitere Vorzüge, die Institutionen, Anlegern und Analysten gleichermaßen Vorteile bringen.

Vorteile von Indizes:

  • Angemessenheit: Ein Index gibt einen Sachverhalt oder ein Verhältnis adäquat wieder.
  • Anschaulichkeit: Ein Index ist rein subjektiv. Das heißt, seine Aussagekraft muss im Kontext betrachtet werden.
  • Einfache Berechnung: Die Berechnung des Index darf nicht kompliziert sein. Dies steigert seine Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Vorteilhafte Eigenschaften von Indizes

 

Die Bewertung von Aktienindizes: Basiswert & Basiszeitpunkt

Die Bewertung eines Index erfolgt in der Regel über einen Basiswert (in der Regel = 100). Entsprechend sind Indizes grundsätzlich prozentual darstellbar. In Kombination mit einem obligatorischen Basiszeitpunkt, der als Grundlage für eine Analyse herangezogen wird, kann bereits ein Trend erkannt werden. Lag ein Index-Kurs im Jahr 2000 bei 100 und beträgt im Jahr 2020 1300, entspricht das einer ansteigenden Index-Entwicklung von 1200 %.

Zahlen & Fakten

Gestartet wurde der deutsche Leitindex DAX von der Deutschen Börse im Juli 1988. Zum Startzeitpunkt besaß der DAX einen Punktewert von 1.000. Am 09. Dezember 2019 zeigte der DAX einen Punktewert in Höhe von 13.105 an.

Aussagekraft von Indizes

Indizes sind repräsentativ. Durch die Zusammenfassung vieler Einzelwerte werden statistische Ausreißer eliminiert und die Aussagekraft des Indizes erhöht. Eine hohe Aussagekraft zu erreichen, stellt allerdings in den meisten Fällen eine größere Herausforderung dar. Gerade die Gewichtung ist kompliziert. Die fünfjährliche Erneuerung des Verbraucherpreisindexes mit über 300.000 Einzelpreisen zur Ermittlung eines repräsentativen Warenkorbs, der den Konsum der Deutschen widerspiegelt, ist beispielsweise überaus schwierig.

Ein weiterer Kritikpunkt gegenüber Indizes wie dem DAX besteht darin, dass sie die gesamte Performance aller Einzelwerte darstellen. Obwohl der Gesamtindex steigt, können zahlreiche Einzelwerte im Kurs sinken. Derselbe Kritikpunkt wird ebenfalls gegenüber ETFs geäußert, die einen Performanceindex nachbilden. Wer Anteile eines ETFs erwirbt, investiert demnach ebenfalls in die Einzelwerte, die nicht gut performt haben. Ein Aktienindex kann zukünftiges Wachstumspotenzial von Unternehmen nicht darstellen, er zeigt die historische Entwicklung an. Eine steigende Entwicklung des DAX in der Vergangenheit bedeutet nicht, dass dieser in Zukunft steigen wird.

Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass Indizes ein gutes Mittel sind, um komplexe Datenmengen anschaulich darzustellen. Während die einzelne Sicht auf die Kurse der 30 wichtigsten Unternehmen Deutschlands schwierig auf einen Nenner zu bringen ist, leistet der deutsche Leitindex DAX an dieser Stelle Abhilfe. Durch die Zusammenfassung von Einzelwerten werden Zusammenhänge erkennbar und die statistische Aussagekraft erhöht. Dies allein macht Indizes in der Wirtschaft zu einem wichtigen Mittel für Anleger, Institutionen sowie Analysten jeglicher Art.

Dax30 – E.ON Trading-Idee!

Dax30 – E.ON Trading-Idee! Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des John Gossens Daily Dax. Täglich analysiere ich zwei Mal für Sie die internationalen Aktienmärkte. Morgens starten wir immer mit dem Blick auf den… › mehr lesen


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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