Dividendenkalender – Vorteile und Nutzen für Anleger

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Ein Dividendenkalender kann wertvoll sein - er hilft Anlegern, den Überblick zu bewahren. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Dividenden-Aktien sind ein wichtiger Bestandteil bei der Geldanlage. Wer eine Aktie erwirbt, die eine Dividende ausschüttet, erhält hieraus regelmäßig passives Einkommen.

Vorteile von Dividenden-Aktien

Dividenden-Aktien sind insbesondere dann eine Bereicherung fürs Depot, wenn infolge einer Konjunkturabkühlung die Kurse nach unten zeigen. Anleger müssen wissen, dass Dividendenauszahlungen vollkommen unabhängig von der aktuellen Kursentwicklung am Aktienmarkt sind. Auch die Höhe der Dividendenausschüttung ist unabhängig von den Kursbewegungen an der Börse.

Was Anleger bei Dividenden beachten müssen

Anleger sollten beachten, dass Dividendenausschüttungen an den Unternehmenserfolg gekoppelt sind. Dies bedeutet: Läuft das Geschäft nicht mehr rund, können Dividenden drastisch zusammengestrichen werden oder gänzlich ausfallen.

Auch werden Dividenden in unterschiedlichen Formen ausbezahlt. Neben einer Bardividende gibt es die Möglichkeit, Dividenden sofort wieder in Aktien des Unternehmens zu reinvestieren. Viele Unternehmen bieten daher sogenannte DRIP-Programme (Dividenden Reinvestment Programm) an.

Für Anleger können dadurch steuerliche Vorteile entstehen, wenn keine Ausschüttung erfolgt und das Geld direkt wieder in Aktien angelegt wird. Zudem können Anleger von niedrigen Transaktionskosten profitieren, wenn die jeweiligen Aktien direkt beim Unternehmen erworben werden.

Dividenden-Aktien sind stabiler

In verschiedenen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass sich der Aktienkurs von Dividenden-Aktien stabiler entwickelt als Papiere von Unternehmen, die keine Dividende zahlen.

Beispiele sind hier die Aktien von Tesla oder Netflix, die häufig stark im Kurs stark schwanken, während Dividenden-Aktien von Coca-Cola, Unilever oder McDonald`s oft weniger volatil sind. Investoren halten an diesen Unternehmen in Krisenzeiten eher fest, weil Anleger bei diesen Unternehmen trotz schwacher Konjunkturlage ein stetiges Einkommen (Dividende) erwarten können.

Steigende Dividenden als Indiz für den Unternehmenserfolg

Einige Unternehmen wie zum Beispiel Johnson & Johnson, Siemens und SAP können über Jahre stetig steigende Dividenden vorweisen. Eine stabile bzw. jährlich steigende Dividende kann ein Indiz für ein stabiles und hochwertiges Geschäftsmodell sein.

Häufige Dividendenkürzungen und stark schwankende Dividenden können hingegen ein Indiz dafür sein, dass das Unternehmen in einer sehr zyklischen Branche (z.B. Halbleiterbranche) tätig ist.

Dividendenrendite – Der Gradmesser für die Rendite einer Aktienanlage

Bei der Betrachtung von Dividenden-Aktien spielt die Dividendenrendite eine große Rolle. Die Dividendenrendite ist in der Regel im Dividendenkalender vermerkt und spiegelt das Verhältnis der Dividende zum Aktienkurs wider. Je höher die Dividendenrendite, desto höher ist de facto die Verzinsung des Kapitals für Anleger.

Investoren sollten dabei beachten, dass eine hohe Dividendenrendite noch kein Garant für eine künftig hohe Ausschüttung ist. Auch lässt eine hohe Dividendenrendite keinen Rückschluss auf die Qualität des Unternehmens und der erwirtschafteten Gewinne zu.

Anleger sollten daher stets nachforschen, wo die Gewinne herkommen. Finanziert das Unternehmen seine Gewinnausschüttungen (Dividenden) ausschließlich aus Fremdkapital, ist Vorsicht geboten.

Dividendenkalender – Warum dieser eine wichtige Informationsquelle ist

Um sich einen Überblick über die wichtigsten Dividenden-Termine zu verschaffen, ist ein Dividendenkalender äußerst nützlich. Durch einen Dividendenkalender erfahren Anleger nicht nur, wie hoch die aktuelle Dividende ist, sondern erhalten auch Informationen über die Höhe der Dividendenrendite und den Tag der Ausschüttung.

Bis 2016 erfolgte die Zahlung der Dividende meist am Tag der Hauptversammlung. Seit 1. Januar 2017 ist eine neue Regelung in Kraft, wodurch die Dividende frühestens am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung gezahlt wird.

Um Anspruch auf eine Dividendenzahlung zu haben, müssen Anleger am Tag der Hauptversammlung im Besitz der entsprechenden Aktie sein. Daher kann ein Dividendenkalender sehr nützlich sein, um derartige Termine nicht zu verpassen.

Bei Auslandsaktien gilt oft der sogenannte Record date als Stichtag – bis zu diesem Tag muss der Anleger die entsprechende Aktie gehalten haben, um die Dividende zu kassieren. In Deutschland wird die Dividende in der Regel einmal jährlich ausgeschüttet, während in den USA eine vierteljährliche Dividendenzahlung üblich ist.

Der Tag, an dem die Dividende ausgeschüttet wird, wird Ex-Tag genannt. An diesem Tag für die Aktie Ex-Dividende, also in der Regel mit einem Abschlag in Höhe der Dividende gehandelt. Wer die entsprechende Aktie am Ex-Tag erwirbt, hat in der Regel keinen Anspruch mehr auf die Dividende. Anleger, die jedoch vor dem Ex-Tag die entsprechende Aktie erwerben, haben dagegen Anspruch auf die Ausschüttung – daher kann der Dividendenkalender an dieser Stelle ebenfalls eine große Hilfe sein.

Dividenden und Steuern

In Deutschland müssen Privatanleger Dividenden als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuern. Dies bedeutet, dass hier die Abgeltungssteuer zur Anwendung kommt.

Die Abgeltungssteuer beträgt in Deutschland pauschal 25% zuzüglich Solariditätszuschlag von 5,5% und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Freibetrag für Dividenden zuzüglich Kursgewinne aus Aktienverkäufen beträgt in Deutschland für Alleinstehende 801 Euro, für Ehepaare liegt dieser Betrag bei 1.602 Euro. Wichtig für Anleger ist, dass rechtzeitig ein Freistellungsauftrag bei der depotführenden Bank gestellt wird, um in den Genuss dieser Freibeträge zu kommen.

Fazit: Anleger fahren langfristig mit Dividenden-Aktien besser

Unter dem Strich fahren Anleger mit Dividenden-Aktien langfristig besser. Ein Dividendenkalender kann eine wichtige Hilfe sein, damit Investoren nicht den Überblick über die vielen Termine im Jahresverlauf verlieren.

Dennoch sollten Anleger aber nicht jede Dividenden-Aktie blind kaufen oder Aktienkäufe aufgrund der Höhe der Dividendenrendite festmachen. Es gilt immer auch das Geschäftsmodell des jeweiligen Unternehmens zu hinterfragen. Bestes Beispiel ist Kmart aus den USA. Kmart war in den 1980er Jahren der zweitgrößte Einzelhändler in den USA und galt als verlässlicher Dividendenzahler. Dennoch schlitterte Kmart in 2002 in die Pleite und Anleger verloren viel Geld.

Daher sollten Anleger neben wichtigen Kennzahlen wie die Dividendenrendite stets auch die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells eines Unternehmens im Auge behalten.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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