Kryptoboom weckt das Interesse der Finanzdienstleister

Bitcoin_shutterstock_703957714_Wit Olszewski

Bei VISA und MasterCard läuft die Integration des Bitcoins und anderer Kryptos in ihre Zahlungssysteme, andere werden folgen. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Monaten so gehypt wie Kryptowährungen. Die Notierungen der beliebtesten Währungen wie Bitcoin, Ethereum und Litecoin sind förmlich explodiert. Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Unternehmen auf den Zug aufspringen. Bei VISA und MasterCard läuft die Integration des Bitcoins und anderer Kryptos in ihre Zahlungssysteme. Erste Kreditkarten auf Basis von Kryptowährungen sind bereits erhältlich.

Den endgültigen Durchbruch erlebten die neuen Währungen jedoch wohl mit dem Bekenntnis von Tesla-Chef Elon Musk, einen Teil seiner Barreserven in Bitcoin aufzubewahren. Damit befindet sich Elon Musk auf einer Wellenlänge mit Adyen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Kunden den Bitcoin vorrangig als Anlageprodukt und weniger als Zahlungsmittel benutzen wollen. Der Bitcoin würde sich in diesem Szenario als Gold-Alternative zur Absicherung gegen die hohe Verschuldung im Bankensystem und auf Ebene der Nationalstaaten etablieren.

Neben den Kreditkartenanbietern haben auch Square, PayPal und BlackRock die Kryptowährungen für sich entdeckt. Selbstverständlich sind auch die Banken mit von der Partie. Morgan Stanley und Goldman Sachs entwickeln ebenfalls eigene Angebote, um ihren Kunden die Anlage in Bitcoin zu ermöglichen.

Investmentbanking ist wieder ein profitables Geschäftsmodell

Nach der Finanzkrise waren die Investmentbanker als vermeintliche Zerstörer des Finanzsystems geächtet. Über Jahre war im Investmentbanking nicht mehr viel Geld zu verdienen, und die Abteilungen wurden radikal zusammengestrichen. Mittlerweile hat sich der Wind wieder gedreht. Die Institute, die ihr Investmentbanking im großen Stil beibehalten haben, gehören heute wieder zu den Gewinnern.

Dazu trägt auch die ungebrochene Geldflutung durch die Notenbanken bei. Das Geld muss irgendwo hin. Auch der Markt für Fusionen und Übernahmen hat sich in den vergangenen Jahren wieder belebt. Bei großen Übernahmen gibt es besonders viel zu verdienen. Zudem beginnt die Grenze zwischen Politik und Wirtschaft immer mehr zu verschwimmen. Das Paradebeispiel ist Goldman Sachs. Die Bank verfügt über zahlreiche ehemalige Mitarbeiter in wichtigen Schaltstellen der Politik.

Nachhaltige Geldanlage wird immer wichtiger

Doch auch der größte Vermögensverwalter BlackRock wird immer politischer. In einem Brief an alle Vorstandschefs von Unternehmen, an denen BlackRock beteiligt ist, forderte Unternehmensgründer Larry Fink größere Anstrengungen zu mehr Nachhaltigkeit. Bei dem enormen Kapital, über das BlackRock verfügt, muss das auf die angesprochenen Unternehmenslenker wie eine Drohung wirken. Der Trend zur Nachhaltigkeit wird auch von Anlegern zunehmend gefordert. Reichlich spät legt die Fondsgesellschaft GAM einen Nachhaltigkeits-Fonds für Anleihen von Schwellenländern auf. Weitere Produkte sollen in diesem Jahr folgen.

Bitcoin_shutterstock_703957714_Wit Olszewski

Bitcoin und Co.: Warum ich skeptisch bleibeKryptowährungen wie Bitcoin und Etherum waren zuletzt wieder in aller Munde. Ich bleibe weiterhin skeptisch. Erfahren Sie in diesem Beitrag warum. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz