Alle Welt redet vom Bitcoin – doch was genau ist das?

Auch für Anfänger war der Bitcoin eine wahre Goldgrube. Doch die Zeiten exorbitanter Wertsteigerung der Digitalwährung sind vorerst vorbei. (Foto: LOMAKIN / Shutterstock.com)

Längst hat die Bitcoin-Manie die ganze Welt erfasst. Selbst für Anfänger ist Bitcoin ein Faszinosum – und weckt Begierden. Da gibt es eine rein digitale Währung, die 2012 noch 10 US-$ wert war und kürzlich auf über 15.000 US-$ schoss.

Seitdem warnt nicht nur Starinvestor Warren Buffet vor einem Crash, auch China, Südkorea und demnächst die USA wollen die massiven Spekulationen eindämmen. Und schon sackt der Bitcoin ab. Das Ganze wird zum Politikum und füllt die Schlagzeilen.

Als Anfänger den Bitcoin verstehen

Dabei wissen viele nur ungefähr, um was es eigentlich geht. Wer etwa als Anfänger das Bitcoin-System bei Wikipedia verstehen will, muss für die Detailbeschreibungen viel Zeit mitbringen. Um es abzukürzen: Der Bitcoin kennt keine Notenbank, Aufsicht oder Regulierung. Er ist ein digitales Zahlungsmittel, das auf Daten basiert, die zur Sicherheit verschlüsselt sind. Diese Kryptographie garantiert Anonymität. Daher auch der Name Kryptogeld.

Das Fehlen von Kontrolle und persönlicher Zuordnung macht unter anderem den Reiz aus. Kein Wunder, dass gerade Chinesen begeisterte Bitcoin-Fans sind. Im Handumdrehen lässt sich übers Internet Geld versenden – ohne dass eine Bank mitverdient. Auch bezahlen kann man mit der Währung. Einige Unternehmen wie Dell, Microsoft, Starbucks oder eine Reihe lokaler Dienstleister wie Restaurants und Cafés akzeptieren Bitcoins.

Man scannt einen entsprechenden QR-Code, der an der Kasse hängt, auf sein Smartphone, gibt auf einer entsprechenden App Betrag sowie Empfänger ein und klickt auf „Senden“. Ähnlich der Vorgang beim Online-Kauf. Voraussetzung ist eine eingerichtete elektronische Geldbörse: die Wallet. Die wird zuvor mit Bitcoins gefüllt, die hierzulande vor allem über die Plattform Bitcoin.de gehandelt werden. Hier kauft man digitales für echtes Geld.

Goldschürfen im Netz

Die Alternative zum Kauf ist, selbst Bitcoins zu schürfen. Bitcoin-Mining ist wie Goldschürfen. Man verdient virtuelles Geld, indem man im Bitcoin-Netzwerk eigene Rechnerleistung zur Verfügung stellt. Das jedoch erfordert einigen Aufwand bezüglich Technik und Datenleistung. Bitcoins entstehen im Block-Chain-Verfahren. Hierbei werden zahllose Datenblöcke, die bei Transaktionen im weltweiten Netzwerk entstehen, zu einer Blockkette aneinander gehängt.

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Mit jedem einzelnen Block werden die jeweiligen Rechenvorgänge verbucht und bestätigt. Zuvor wird ein Block stets zur Verschlüsselung in einen „Hash“ umgewandelt. Das Prinzip beim Mining besteht darin, fertige Blocks im Netz aufzuspüren, in Hashs zu verwandeln und an die Kette anzuhängen. Noch vor Jahren war es so möglich, im Alleingang und mit einer Zugangssoftware auf diese Art Bitcoins zu schaffen bzw. zu verdienen.

Um aber zu verhindern, dass immer mehr Teilnehmer in kürzester Zeit sämtliche Blocks bearbeiten und damit alle Bitcoins abgraben, wurde das hashen zunehmend verkompliziert. Der Aufwand an Rechenleistung und Stromverbrauch ist derart hoch, dass sich das Mining heute nur noch im Verbund mit anderen Teilnehmern lohnt, die sich zu Mining Pools zusammenschließen. Im Internet sind sie leicht zu finden. Als registrierter Co-Miner bekommt man dann einen Anteil der Erträge.

Aktuell höchstens auf fallende Kurse wetten

Ob es sich lohnt, jetzt noch auch als Anfänger Bitcoins mitzuschürfen, hängt vom persönlichen Zeitbudget, vor allem aber von der weiteren Wertentwicklung ab. Der Zenith des Bitcoins scheint überschritten. Immer mehr Staaten ziehen die Bremse an, und sei es wegen der gerne ins Feld geführten Gefahr von Geldwäsche.

Insofern ist es auch keine Renditegarantie mehr, Bitcoins zu kaufen oder über ein Zertifikat auf dessen Wertsteigerung zu setzen. Ähnliches gilt auch für den Handel mit CFDs auf Bitcoins. Allerdings kann man auch von einem Abwärtstrend profitieren. Die Schweizer Bank Vontobel etwa bietet Mini-Futures an, mit denen man short gehen, also auf fallende Kurse wetten kann.

Auch ist längst nicht ausgemacht, dass man bei immer mehr Firmen mit Bitcoins bezahlen kann. Amazon etwa hadert nach wie vor damit. Obwohl digitales Geld zum Firmenprofil passen würde, hat es einen entscheidenden Nachteil: Aufgrund der kurzfristigen und teils enormen Kurssprünge lassen sich kaum verlässliche Margen kalkulieren. Und kein Kunde würde fortlaufend angepasste Produktpreise akzeptieren.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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