Richtig sparen: Diese Möglichkeiten haben Anleger

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Richtig sparen ist nicht leicht. Schließlich ist das Zinsniveau niedrig. Mit einem Mindestmaß an Risiko sind jedoch gute Renditen möglich. (Foto: Andrey_Popov / shutterstock.com)

Geld zu sparen klingt erst einmal nicht schwer. Man legt es mit Verzinsung an und wartet darauf, dass es sich vermehrt. Genau hier liegt bei vielen Deutschen aber weiterhin ein Denkfehler vor, da sie immer noch in klassischen Geldanlage-Formen wie Sparbüchern oder Tagesgeldkonten bevorzugen. Nimmt man weitere Sparmöglichkeiten genauer unter die Lupe, zeigen sich bei einigen Varianten klare Schwächen. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, richtig zu sparen und das meiste aus dem verfügbaren Kapital zu machen.

Aktuell das Gegenteil von sinnvollem Sparen: Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten

Das Zinsniveau ist historisch niedrig und für das Geld auf einem Sparbuch gibt es im Schnitt 0,01 Prozent Zinsen. Die jährliche Inflationsrate von rund 2 Prozent lässt daraus ganz schnell ein Minusgeschäft werden und das Geld wird nicht mehr, sondern weniger. Mehr als 45 Prozent der Deutschen besitzen laut einer Studie der Commerzbank noch ein Sparbuch – eine immens hohe Zahl dafür, dass der Ertrag gleich Null ist.

Tages- oder Festgeldkonten sind häufig genauso wenig gewinnbringend. Zwar gibt es Banken, die mit 1 Prozent jährlichen Zinsen werben, diese gelten aber häufig nur für Neukunden oder nur bis zu bestimmten Einlagesummen.

Vermögenswirksame Leistungen können sich lohnen

Vermögenswirksame Leistungen sind eine beliebte Form des Sparens für Arbeitnehmer. Je nach Vertrag kann in Bausparverträgen oder Aktienfonds gespart werden und der Arbeitgeber gibt einen Anteil dazu. Zusätzlich hat der Arbeitnehmer nach sechs Jahren noch Anspruch auf eine Arbeitnehmersparzulage vom Staat. Auch hier sollte aber geprüft werden, worin genau das Geld angelegt wird. So kann der richtige Aktienfonds deutlich ertragreicher sein als das Sparen in einen Bausparvertrag.

Riester und Immobilien sind beliebt, bergen aber Tücken

Viele Deutsche riestern und holen sich so auf ihre Sparbeträgte Zuschüsse vom Staat. Ausschüttungen, die in der Ansparphase steuerfrei sind, werden dafür in der Auszahlungsphase während der Rente besteuert. Was also zunächst nach hohen Geschenken vom Fiskus aussieht, wird bei den Rentenzahlungen deutlich geschmälert. Zudem ist die Riester-Rente wenig flexibel. Beim Erreichen des Rentenalters können bis auf 30 Prozent des Geldes nicht auf einen Schlag, sondern nur monatlich ausbezahlt werden. Zudem können die staatlichen Zuschüsse im Todesfall nicht vererbt werden.

Immobilien sind immer noch eine der beliebtesten Formen der Geldanlage. Das historisch niedrige Zinsvniveau hat den Immobilienmarkt in Deutschland in den letzten Jahren ordentlich angeheizt, sodass Immobilien in vielen Großstädten Deutschlands nun kaum noch bezahlbar sind. Der Vorteil ist jedoch: Selbst wenn die Preise wieder fallen sollten, dass die Immobilie im Alter zum Leben genutzt werden kann und dadurch einen Wert über das reine Geld hinaus hat.

Das Sparen mit einer Kapitallebensversicherung will gut überlegt sein

Kapitallebensversicherungen sind dann eine gute Wahl, wenn das eingezahlte Geld in Indexfonds investiert wird. Sie bieten eine solide Rendite. Allerdings müssen auch hierbei die Schattenseiten berücksichtigt werden. Ihr Abschluss ist mit Gebühren verbunden und bei einer vorzeitigen Kündigung erleiden Sparer in der Regel Verluste.

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Richtig sparen mit Aktien, Fonds und EFTs

Am meisten Geld zu holen ist immer noch auf dem Aktienmarkt. Historisch betrachtet liegen die Renditen jährlich bei etwa 6 bis 7 Prozent. Wer in Indexfonds oder ETFs investiert, die die großen Indizes dieser Welt abbilden, hat sehr gute Chancen auf eine stablie Wertentwicklung. Auch ein sorgfältig ausgewähltes Aktien-Portfolio kann eine gute und sichere Geldanlage sein, ebenso wie die Investition in Mischfonds. Zwar ist das Risiko im Schnitt etwas höher als bei der Riesterrente oder einer Kapitallebensversicherung mit garantierten Auszahlungsbeträgen – dafür birgt diese Form der Anlage auch deutlich höhere Renditechancen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.