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Was Sie über Short-ETFs wissen sollten

Was Sie über Short-ETFs wissen sollten
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Inhaltsverzeichnis

Exchange Traded Funds (ETFs), börsengehandelte Indexfonds, feiern seit Jahren einen Siegeszug. Angesichts günstiger Kosten eignen sie sich bestens, um langfristig zu sparen. Neben ETFs, die einen Index nachbilden, gibt es mittlerweile auch viele Themenprodukte oder ETFs, mit denen sich eine spezielle Strategie nachvollziehen lässt.

Auch auf fallende Kurse können Sie als Anleger setzen. Warum sich ETFs dafür allerdings nicht besonders gut eignen, möchte ich Ihnen heute erläutern.

Short-ETFs steigen, wenn die Kurse fallen

Um zu verstehen, warum ETFs kein besonders gutes Instrument sind, um sich gegen fallende Kurse abzusichern, muss ich Ihnen erst einmal die Funktionsweise erläutern. Short-ETFs, teilweise auch inverse ETFs genannt, ermöglichen es Ihnen als Anleger, positive Renditen zu erzielen, wenn die Kurse fallen.

Fällt der DAX um 5%, steigt ein Short-ETF auf den DAX also um 5%. Es gibt auch gehebelte Produkte. Ein Short-ETF mit Hebel 2 auf den DAX würde in diesem Fall somit um 10% zulegen.

Mit diesen Produkten können Sie also gezielt auf fallende Aktienkurse setzen. Im Vergleich zu Optionsscheinen oder Zertifikaten haben Short-ETFs den Vorteil, dass sie – wie alle Fonds – als Sondervermögen gelten und somit im Falle einer Bankenpleite geschützt sind.

Short-ETFs eignen sich nicht für eine längerfristige Investition

Das klingt an sich sehr gut. Short-ETFs haben aber einen eklatanten Nachteil: die sogenannte Pfadabhängigkeit. Was bedeutet das? Die inverse Indexabbildung gilt bei Short-ETFs nur auf Tagesbasis. Deshalb eignen sich diese Produkte nicht für eine längerfristige Investition.

Konkretes Beispiel: Der Index und der Short-ETF stehen zu Beginn einer Investition beide bei 100. Am ersten Tag steigt der Index auf 110. Der Short-ETF fällt entsprechend um 10% auf 90. An Tag 2 fällt der Index wieder auf den Ausgangswert 100 zurück. Das ist ein Rückgang von 9,1%. Das bedeutet: Der Short-ETF steigt an diesem Tag nur um 9,1% auf 98,2 Punkte.

Das Ergebnis: Obwohl der Index sich unter dem Strich nicht bewegt hat, notiert der Short-ETF 1,8% tiefer als zum Start. Die Tatsache, dass die inverse Indexabbildung nur auf Tagesbasis gilt, wirkt sich negativ aus. Gerade bei einer längeren Haltedauer produzieren Short-ETFs daher Verluste, auch wenn der zugrundliegende Index auf gleichbleibendem Niveau seitwärts pendelt.

Eine dauerhafte Depotabsicherung macht keinen Sinn

Short-ETFs eignen sich allenfalls, um für einen kurzen Zeitraum das Depot gegen Verluste abzusichern. Hier kommt allerdings wieder das Timing-Problem ins Spiel. An der Börse wird nun einmal nicht geklingelt, bevor eine Korrektur ansteht. Hinzu kommt, dass Abwärtsbewegungen meist deutlich schneller vonstattengehen als Kursanstiege.

Keine Frage, in den vergangenen Monaten hätte es sich gelohnt, auf fallende Kurse zu setzen. Das Depot dauerhaft gegen einen möglichen Rückgang abzusichern, ist dagegen nicht sinnvoll. Zum einen stellen Sie sich damit gegen den langfristigen Trend. Und was Sie nicht unterschätzen sollten: Eine dauerhafte Depotabsicherung schmälert Ihre Performance auf Dauer erheblich. Mit Einbußen zwischen 5 und 10% müssen Sie rechnen. Für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont macht das keinen Sinn.