Agrar ETF investiert direkt in Rohstoffpreise

Wer in Rohstoffe investieren möchte hat nun eine neue Alternative: Den Agrar ETF. Erfahren Sie mehr. (Foto: zhaoliang70 / Shutterstock.com)

Wer in Rohstoffe investieren möchte hat nun eine neue Alternative: Den Agrar ETF. Erfahren Sie mehr.

Agrar ETF: Indexfonds der ABN Amro Bank mit innovativem Konzept

Wer in Rohstoffe investiert, muß nicht gleich ein Stahl- oder Getreidelager aufmachen. In Rohstoffe investieren – das geht auch mit Aktien oder Fonds. Ein Fonds, der direkt die Preise der physischen Rohstoffe abbildet, ist der Market Access RICI-Agriculture Index Fund aus dem Hause ABN Amro.

Das Konzept ist neu. Für meinen Kollegen Alexander Endlweber vom “FondsWarnDienst” ist der Agrar ETF ein interessantes Rohstoffinvestment – geeignet vor allem für Langfristanleger.

Fonds bildet Agrar-Index ab

Der Market Access RICI-Agriculture Index Fund bildet den von Investmentlegende Jim Rogers entwickelten Agrar-Sub-Index des Jim Rogers Commodity Index (RICI) ab. Dieser fasst 21 Agrarrohstoffe und andere landwirtschaftliche Güter zusammen.

Neben den gebräuchlichen Getreidesorten zählen dazu auch “Exoten” wie Palmöl, Glaswolle, Azuki-Bohnen oder Sojabohnenmehl. Bedeutendster Einzelwert ist mit einer Gewichtung von 20 % Weizen, gefolgt von Mais (14 %) und Baumwolle (12 %).

ETF sicherer als Zertifikate

Das ungewöhnliche Fondskonzept bietet Anlegern viele Vorteile. So ist Ihr Geld beim ETF als Sondervermögen geschützt, im Gegensatz zu Index-Zertifikaten, bei denen stets das Risiko einer Insolvenz des Emittenten (= Emittentenrisiko) eine Rolle spielt. Im Vergleich zu Rohstoffaktienfonds punktet der ETF mit einer wesentlich günstigeren Kostenstruktur.

ETF investiert direkt in Rohstoffe

Der Hauptvorteil dieses ETFs gegenüber herkömmlichen Rohstoff-Fonds liegt in der Direktinvestition in die physischen Rohstoffe. Hier verbessert sich die Diversifikation Ihres Depots aufgrund der niedrigen Korrelation von Aktien und Rohstoffpreisen.

Bei einer Anlage in Rohstoff-Aktien ist das nur bedingt der Fall. Denn wenn es an den Aktienmärkten richtig kracht, kommen Rohstoffaktien oftmals ebenfalls nicht ungeschoren davon. Rohstoffpreise hingegen werden nicht zwangsläufig mit nach unten gezogen, wie die starke Performance des Agrar-ETF im Krisenmonat Januar beweist.

Agrar ETF als Langfristanlage

Fazit des Experten vom “FondsWarnDienst”: Langfristanlegern bietet dieser Agrar ETF eine gute Möglichkeit, kostengünstig an steigenden Agrarpreisen zu partizipieren und dabei die Diversifikation des Gesamtdepots zu verbessern. Dafür sollten Anleger einen Anlagehorizont von mindestens drei, besser noch fünf Jahren mitbringen.

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Kurzfristig sind die Preise für Agrarrohstoffe nicht seriös prognostizierbar. In den vergangenen Wochen zeigte sich der Fonds relativ volatil – diese Schwankungen können Anleger zum Einstieg nutzen. Empfehlung des Fondsexperten Alexander Endlweber: Kaufen bis 107 EUR.

Jim Rogers Agrar ETF: Die preisgünstige Alternative

Einen direkten Zugang zu den Agrarrohstoffen bietet der Rogers International Commodity Index Agrar ETF (WKN: A0MMBJ). Ausgangspunkt des ETF ist Rohstoff-Legende Jim Rogers. Der US-Investor hat schon 1998 einen eigenen Rohstoff-Index aufgelegt – den Jim Rogers Commodity Index (RICI).

Ein noch relativ neues Mitglied dieser Produktfamilie ist ein ETF auf den Jim Rogers Agricultural Index. In diesem Sub-Index sind zunächst die üblichen Agrarrohstoffe, wie die Getreidesorten, die in diesem Artikel näher vorgestellt wurden.

Rund zwei Drittel der Gewichtung entfallen auf diese gängigen Agrarrohstoffe. Doch zusätzlich hat Jim Rogers noch weitere landwirtschaftliche Güter in den Index gepackt, in die Sie bisher nicht gezielt investieren konnten.

Das sind beispielsweise Reis, Palmöl, Wolle, Bauholz, Gerste und Seide. Insgesamt sind 21 Agrargüter in dem Index zusammengefasst, sodass man hier von einer fast kompletten Marktabdeckung sprechen kann.

Weitere Vorteile

Positiv hervorheben möchte ich noch die günstige Kostenstruktur bei diesem Produkt. Wie bei den meisten ETF ist der Spread sehr gering. In diesem Fall sind das nur 0,5%. Bei vergleichbaren Indexzertifikaten werden in den meisten Fällen deutlich mehr als 1% an Gebühren fällig. Auch beträgt die Managementgebühr pro Jahr nur 0,85%.

Die beiden vorgestellten Investments bieten ausgewogene Chancen, um auf die Investmentchance Agrarboom zu setzen, die meiner Einschätzung nach noch mehrere Jahre anhalten wird.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.