ETF gewinnt +26,4% seit Jahresanfang

Die bisherige Bilanz der Aktienmärkte in diesem Jahr ist erschreckend: In nur 13 Handelstagen hat der DAX den Anlegern ein Minus von -12,6% beschert.

An der Wall Street lief es nur unwesentlich besser: Der Dow Jones büßte bislang -9,5% ein, der S&P 500 -9,0%. Im Vergleich zu den chinesischen Börsen, die rund -20% verloren haben, ist das alles noch eine glimpfliche Kursentwicklung.

Die Verluste in Ihrem Depot fallen vermutlich noch höher aus. Denn die Indizes bilden ja nur so etwas wie eine durchschnittliche Entwicklung ab. Die Aktien Ihres Depots haben mit guter Wahrscheinlichkeit jedoch noch mehr verloren.

DAX & Dow Jones: 14 „Standardaktien“ verlieren mehr als -15%

So haben beispielsweise 10 DAX-Aktien seit dem Jahresendeschon mehr als -15% eingebüßt (Stand gestern). 5 davon gaben sogar um mehr als -20% nach.

Beim Dow Jones finden sich 4 Aktien (Boeing, JPMorgan Chase, Cisco Systems, Du Pont), die in diesem Zeitraum zwischen -15,5% und -20,7% an Wert verloren haben.

Somit haben fast ein Viertel der 60 Aktien des DAX und Dow Jones mehr als -15% verloren. Und wir reden hier von großen Standardwerten!

Verluste hinnehmen?

Daraus ergibt sich folgende Frage: Müssen Sie derartige Kursverluste als gegeben hinnehmen? Gehört das zum Investorenleben dazu? Oder können Sie etwas tun, um diese Verluste in Ihrem Depot abzumildern?

Die Antwort ist eindeutig und lautet: JA!

Schutzmaßnahmen für Ihr Depot

Folgende Maßnahmen können Sie ergreifen, um vor Überraschungen der Aktienmärkte wie in diesem Jahr gewappnet zu sein:

1. Grenzen Sie Ihre Verluste ein!

Immer dann, wenn sich ein Investment nicht so entwickelt, wie Sie es eigentlich erwartet hatten, sollten Sie auf der Hut sein. Am besten legen Sie schon gleich nach dem Kauf eine Stop-Marke fest. Wird diese Marke von der Aktie unterschritten, dann stoßen Sie ihr Investment wieder ab.

In meinem Börsendienst Momentum-Trader „Gewinnen mit US-Wachstumsaktien“ arbeiten wir beispielsweise generell mit mentalen Stops auf Schlusskursbasis. Dadurch werden Sie nicht ausgestoppt, wenn Ihr Depotwert nur einmal kurz unter das Stop-Loss absinkt und sich anschließend wieder erholt.

Zeichnet sich indes ab, dass die Aktienmärkte stärker fallen könnten, dann wechseln wir vorübergehend auf Stop-Loss-Orders. In kräftig sinkenden Märkten, wie wir Sie in diesem Jahr erleben, nimmt die Volatilität massiv zu. Dann ist es besser, wenn Ihre Depotwerte „vom Markt ausgestoppt“ und verkauft werden.

2. Sie müssen nicht immer zu 100% investiert sein!

Wenn Sie diese einfache Depotmanagementregel beherzigen, dann wird ihr Depot in Börsenphasen, wie wir sie dieser Tage erleben, automatisch ausgedünnt. Was viele Investoren gerne übersehen:

Verkaufte Depotpositionen sind Bargeld. Und Cash ist vor Kursverlusten gefeit! Ein niedriger Investitionsgrad und entsprechend ein höherer Barmittel-Bestand sind ein absolut wirksamer Schutz in einem Abwärtstrend.

Dazu wieder ein Beispiel aus der Praxis. Im meinem Börsendienst Momentum-Trader hielten wir Mitte Dezember 2015 vier Wachstumsaktien im Depot. Ein Wert wurde noch kurz vor Weihnachten ausgestoppt, ein weiterer am 6. Januar.

Bei maximal 8 jeweils gleich gewichteten Titeln im Depot wurde der Investitionsgrad somit „auf natürliche Weise“ von 50% auf 25% reduziert.

Somit hielten meine Leser ab dem 7. Januar 75% Cash.

3. Nehmen Sie eine Absicherung in Ihr Depot auf!

Mit Absicherung ist gemeint: Kaufen Sie etwas, das davon profitiert, dass die Aktienmärkte sinken. Dafür eignen sich ETFs am besten. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds.

Diese Spezialform eines Fonds bildet zumeist einen Index nach, beispielsweise den DAX oder den S&P 500. Ein ETF hat gegenüber Derivaten wie Zertifikaten, Optionsscheinen oder Optionen einen unschlagbaren Vorteil:

Was Sie über ETFs wissen sollten

ETFs werden wie Aktien behandelt! Die bei Hebel-Investments von Ihrer Bank oder Ihrem Broker verpflichtend verlangte „Termingeschäftsfähigkeit“ ist für das Handeln mit ETFs NICHT erforderlich.

Der Grund: ETFs sind eben keine spekulativen Instrumente wie die oben genannten Derivate: Sie spiegeln den Verlauf des zugrundeliegenden Index in der Regel 1 zu 1 ab. Natürlich gibt es auch gehebelte ETFs, sie haben meist aber nur einen geringen und daher akzeptablen Hebel von 2.

Was Sie noch über ETFs wissen sollten: Der bei Investmentfonds übliche Ausgabeaufschlag entfällt. ETFs haben keine Laufzeitbegrenzung.

Besonders wichtig: Der Kurs eines ETF entsteht nicht aufgrund von Angebot und Nachfrage. Er orientiert sich vielmehr am Verlauf des zugrundeliegenden Index.

Dazu ein Beispiel: Den Lesern des Momentum-Trader habe ich am 7. Januar den Kauf des db x-trackers S&P 500 2X Leverage Inverse ETF empfohlen. Dieser zweifach gehebelte ETF vollzieht die Bewegungen des S&P 500 spiegelbildlich in einer Relation von etwa 2 zu 1 nach:

Ein Absinken des Index um -1% entspricht einem Zuwachs in diesem ETF von rund +2% und umgekehrt. Beachten Sie bitte, dass bei ETFs auf Nicht-Euro-Indizes die Währungsentwicklung zusätzlich den Kurs des ETF beeinflusst.

Die Wirkungsweise dieses ETF veranschaulicht der nachfolgende Chart: Er zeigt die Entwicklung des db x-trackers S&P 500 2X Leverage Inverse ETF (Ticker: DBPK / WKN: DBX0B6 / ISIN: LU0411078636) im Vergleich zum S&P 500.

s&p 500-short-etf im vergleich zum s&p 500-21-01-2016

S&P 500-Short-ETF im Vergleich zum S&P 500

Wie Sie sehen, hat der Short-ETF auf den S&P 500 seit dem Jahreswechsel +26,4% zugelegt, während der S&P 500 im selben Zeitraum -9,0% verloren hat.

21. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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