DAX 30 (WKN 846900)

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Dax 30 aktuell I Liste I Index I Kurs I Zusammensetzung (WKN 846900)DAX 30: So läuft es für den Index seit 2000

Dotcom-Blase, globale Finanzkrise, Corona-Pandemie: Trotz zahlreicher Rückschläge hat sich der Deutsche Aktienindex DAX 30 seit der Jahrtausendwende extrem positiv entwickelt. Anleger, die seit 20 Jahren dabei sind, konnten ihren Einsatz beinahe verdoppeln.

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Inhalt
Inhaltsverzeichnis
DAX 30 Kurzinfo

Im DAX 30 sind die dreißig wichtigsten und börsenumsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften enthalten, die in Deutschland gehandelt werden. Der DAX ist damit für Deutschland das mit Abstand bedeutendste Aktienbörsenbarometer. Dies gilt auch in Europa, wo der DAX 30 ebenfalls neben dem EURO STOXX 50 als der maßgeblich bestimmende Index angesehen wird.

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Boom! DAX macht die Rolle rückwärts und trickst die Bären aus!

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Entweder wir laufen im Kanal noch weiter, oder der Ausbruch kommt bald und es geht aufwärts. 12.800 Punkte müssen die Bullen dafür nachhaltig überbieten. > Mehr

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DAX-Analyse: Sind das schon Kaufkurse oder wie weit geht es noch runter?

von Michael Berkholz

Richtig interessant wird es, wenn wir unter die 12.000er Marke fallen. Dann steigen die Chancen, dass wir sogar die 11.600 noch einmal sehen. > Mehr

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG© Deutsche Börse AG
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Deutsche Börse plant DAX-Reform

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Die Deutsche Börse plant die größte Reform des DAX seit seinem Bestehen 1988. Der Leitindex soll von 30 auf 40 Werte ausgeweitet werden. > Mehr

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Haben Sie schon Klopapier gekauft? Der DAX und die 2. Welle!

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Politiker rufen jetzt schon dazu auf, nicht zu horten. Dabei haben wir doch jetzt darin Übung! Schließlich ist der Frühling nicht spurlos an uns vorbeigegangen. > Mehr

DAX Performance Index
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+102,69+0,81 %
  • ISIN: DE0008469008
  • WKN: 846900
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Kurs (Daten der Börse Stuttgart)
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Zeitpunkt23.10.2020 17:29
Tief12480,32
Hoch12718,67
Eröffnung12522,56

Der DAX Kurs seit dem Jahr 1980

Zunächst ein kurzer Rückblick auf die Zeit vor der Jahrtausendwende, damit Sie die Bewegungen seit dem Jahr 2000 besser einschätzen können.

Der DAX 30 (Deutscher Aktien Index) wurde am 01.07.1988 eingeführt. Eine Besonderheit ist, dass er in der üblichen Darstellung als sogenannter Performanceindex konstruiert wurde. Das bedeutet, Dividenden (die bei Ausschüttung zu Kursverlusten führen; Stichwort: Dividendenabschlag) werden bei der Berechnung in diesem Index rechnerisch wieder reinvestiert. Diese Systematik unterscheidet den DAX von anderen Indices (reine Kursindices), beispielsweise dem EURO STOXX 50 Aktienindex.

In den letzten fünf Jahren des vergangenen Jahrtausends konnte der DAX eine beeindruckende Hausse starten, sein Wert vervierfachte sich von rund 2.000 auf 8.000 Punkte in dieser Zeit.

Die ersten drei Jahre dieses Jahrtausends führten allerdings zu einem starken Kursverfall des DAX, seit Anfang 2003 ging es mit einem längeren (Beginn 2008) und einem kürzen (Mitte 2011) Einschnitt aber wieder deutlich nach oben. Von Anfang 2003 bis Anfang 2015 hat sich der DAX in der Spitze rund verfünffacht (rund 2.400 bis 12.400). Anschließend folgte eine Konsolidierung bis ca. 9.000 Punkte Anfang 2016. Seit Ende 2016 ist der Markt zu einem neuen Höhenflug gestartet und hat mehrfach neue Höchststände erreicht, nach einem Zwischentief Ende 2018 ging es aber wieder nach oben, bis die Corona-Pandemie für einen deutlichen und raschen Absturz sorgte (grüner Kreis). Inzwischen erholt sich der Markt deutlich.

Quelle: Gevestor; Stand: 26.06.2020

Nach Einführung des Dax im Jahr 1988 wurden die Werte entsprechend bis 1980 zurückgerechnet.

Bemerkenswert sind die immer stärkeren absoluten Schwankungen des Kursbarometers. Waren diese in den 80er Jahren noch recht verhalten, so nahmen diese gegen Ende der 90er Jahre immer weiter zu. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: stärke globale Vernetzung der Wirtschaft, schnellere und umfassendere Weitergabe von Nachrichten, Digitalisierung und nicht zuletzt immer mehr Handel über elektronische Handelsplattformen.

Der DAX im langfristigen Vergleich mit dem Dow Jones

Was der DAX für die Aktienmärkte in Deutschland und Europa darstellt, ist für die USA der Dow Jones. Mehr noch, dieser ist weltweit das am meisten beachtete Börsenbarometer.

Quelle: Gevestor, eigene Berechnungen; Stand: 25.06.2020

Erläuterung: zum 01.01.2010 wurde der jeweilige Stand auf 100 “indexiert” und damit gleichgesetzt. So können Sie die relativen Kursverläufe von DAX und Dow Jones direkt miteinander graphisch vergleichen. Ein aktueller Stand von ca. 200 für den DAX 30 bedeutet dabei eine Steigerung von 100% im Vergleich zum Starttermin.

Insgesamt ist der Kursverlauf der beiden Indices häufig sehr gleichförmig. Traditionell laufen beide Märkte weitgehend im Gleichschritt.  Beim Ausbruch der Finanzkriese Mitte 2011 verlor der Dax kurzzeitig überproportional, holte den Rückstand später aber wieder auf.

Von Ende 2014 bis zum Frühjahr 2015 (siehe grüne Pfeile) entwickelte sich der DAX im Zuge der extrem lockeren Geldpolitik der EZB dagegen deutlich besser als sein amerikanisches Pendant. Es lässt sich feststellen, dass die Korrelation zwischen beiden Indices sehr hoch ist, sich kurzfristige Unterschiede im Laufe der Zeit aber mehr oder weniger schnell wieder ausgleichen.

Seit Ende 2017 hat sich der Dow Jones allerdings deutlich vom Dax abgesetzt. Rückblickend kann man festhalten, dass die extrem wirtschaftsfreundliche Wirtschaftspolitik der aktuellen Regierung in den USA einen großen Anteil an dieser Entwicklung hat. Allerdings wurde die positive Entwicklung durch die Corona Krise pulverisiert und die Märkte zunächst auf das Niveau des Jahres 2016 zurückgeworfen, allerdings läuft zurzeit eine bemerkenswerte Erholung (siehe grüner Kreis).

Die Aktien im DAX

In der folgenden Übersicht sehen Sie alle zurzeit im DAX 30 gelistete Aktien mit ihrer aktuellen Gewichtung.

Hierbei gibt es große Unterschiede zu beachten. Kursbewegungen von Linde (mit 10 % die höchste Gewichtung) beeinflussen den DAX Index über 10-Mal so stark wie Kursveränderungen der nur mit unter 1 % gewichteten Gesellschaften (Covestro, Heidelbergcement, MTU und Wirecard). Bemerkenswert ist, dass die dominierenden 6 Aktiengesellschaften im DAX (Allianz, Bayer, Linde, SAP, Siemens und Telekom) fast die Hälfte des gesamten Indexvolumens ausmachen.

Die Gewichtung der DAX Aktien hängt insbesondere mit deren Handelsvolumina, Kursen und der Zahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien zusammen, die sich nicht in festen Händen von Investoren befinden.

AktieISINGewichtung in %
ADIDAS AG NA O.N.DE000A1EWWW04,57
ALLIANZ SE NA O.N.DE00084040057,98
BASF SE NA O.N.DE000BASF1114,90
BAYER AG NA O.N.DE000BAY00177,16
BAY.MOTOREN WERKE AG STDE00051900031,96
BEIERSDORF AG O.N.DE00052000001,06
CONTINENTAL AG O.N.DE00054390041,00
COVESTRO AG  O.N.DE00060621440,61
DAIMLER AG NA O.N.DE00071000003,23
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.DE00051400081,86
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.DE00058100553,15
DEUTSCHE POST AG NA O.N.DE00055520043,33
DT.TELEKOM AG NADE00055575085,31
DEUTSCHE WOHNEN SEDE000A0HN5C61,36
E.ON SE NA O.N.DE000ENAG9992,32
FRESEN.MED.CARE KGAA O.N.DE00057858021,64
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.DE00057856041,96
HEIDELBERGCEMENT AG O.N.DE00060470040,75
HENKEL AG+CO.KGAA VZODE00060484321,52
INFINEON TECH.AG NA O.N.DE00062310042,87
LINDE PLCIE00BZ12WP8210,03
MERCK KGAA O.N.DE00065999051,42
MTU AERO ENGINES NA O.N.DE000A0D9PT00,85
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE00084300263,43
RWE AG ST O.N.DE00070371292,10
SAP SE O.N.DE00071646009,91
SIEMENS AG NADE00072361018,20
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.DE00076640392,61
VONOVIA SE NA O.N.DE000A1ML7J12,87
WIRECARD AGDE00074720600,04

Anmerkung: die Gewichtung wird von der Deutsche Börse AG regelmäßig angepasst. Sollte eine Aktie an Bedeutung verlieren (insbesondere wegen eines Rückgangs des Handelsvolumens an der Börse), so kann und wird diese durch eine andere Aktie ersetzt. Maßgeblich ist dabei nicht der Börsenwert eines Unternehmens, sondern alleine das Volumen der Aktien, die frei handelbar sind und tatsächlich auch gehandelt werden.

Dabei sind die Aktien mit der geringsten Gewichtung stets gefährdet, aus dem Dax 30 ausscheiden zu müssen. So wurde mit Wirkung 21.09.2015 die Lanxess-Aktie durch Vonovia ausgetauscht. Das ist das erste Mal, dass ein Immobilienkonzern im DAX 30 vertreten ist.

Zum 21.03.2016 wurde die K + S Aktie aus dem DAX 30 herausgenommen und durch die ProSiebenSat.1 Media Aktie ersetzt. Wie zuvor bei Lanxess waren auch hier die Börsenumsätze von K + S zu gering, um sich für einen Verbleib im Dax zu qualifizieren.

Allerdings konnte sich ProSiebenSat.1 Media nur zwei Jahre im DAX halten. Nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz hatte der Kunststoffhersteller Covestro den Fernsehkonzern deutlich überholt und nahm darum per 19.03.18 dessen Stelle im DAX 30 ein.

Per 24.09.2018 löste der Finanzdienstleister Wirecard das Dax-Gründungsmitglied Commerzbank ab.

Ein Novum gibt es seit dem 29.10.2018. Zu diesem Termin wurde die Fusion der Konzerne Linde und Praxair im Dax 30 umgesetzt. Linde plc. ist nun das erste Unternehmen im Dax, das seinen Hauptsitz nicht in Deutschland hat.

Im Jahr 2019 erwischte es das Dax-Gründungsmitglied ThyssenKrupp. Es wurde mit Wirkung 23.09.2019 durch den Triebwerkehersteller MTU aus München ersetzt.

Der bisher letzte Wechsel wurde per 22.06.20 durchgeführt: Mit Deutsche Wohnen wurde ein weiterer Immobilienkonzern in den Dax aufgenommen, Deutsche Lufthansa (ebenso wie ThyssenKrupp Gründungsmitglied des Dax 30) flog dafür raus.

Und auch die nächste Veränderung steht schon vor der Tür: nach der Insolvenz von Wirecard wird das Unternehmen nach nur knapp 2 Jahren im Dax nicht mehr lange Mitglied sein können. Die Pleite ist dabei eine unrühmliche Premiere für ein Dax-Unternehmen. Ein Zeitpunkt für das Ausscheiden ist noch nicht bekannt, man wird hier aber sicherlich nicht bis zum nächsten turnusgemäßen Wechseltermin im September warten.

Entwicklung des DAX 30 seit 2016

Nach einer kurzen aber heftigen Jahresendrally ab Mitte Dezember 2015 mit einem Kursanstieg von rund 750 Punkten oder rund 7,5% in nur ca. 2 Wochen war zum Jahresbeginn 2016 schlagartig Ernüchterung eingetreten. Zu Beginn des Jahres 2016 hat sich der DAX lange Zeit seitwärts zwischen 9.500 und 10.500 bewegt.  Kritisch war in diesem Kontext das Tief am 11.02.16 (siehe blauer Pfeil). Es drohte ein dauerhafter Rückfall in den mittelfristigen Abwärtstrend zusammen mit einem dauerhaften Unterschreiten der runden Marke von 9.000 DAX-Punkten.

Der Ölpreis (als anerkannter Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft) hatte sich zu diesem Zeitpunkt stabilisiert. Gleichzeitig gab und gibt es nach wie vor verschiedene Konfliktbereiche in den Randbereichen Europas, die nur auf langfristige Sicht gelöst werden können (Syrien, Türkei, Krim, Flüchtlinge aus Afrika, um nur die Wichtigsten zu nennen). Insgesamt verlief das Jahr 2016 wenig spektakulär und bis Ende November entwickelte sich der Markt nur seitwärts. Die Jahresendrally 2016 im DAX 30 führte aber im Dezember zu einem Anstieg von rund 1.000 Indexpunkten oder knapp 10% innerhalb von nur 14 Tagen. Mit anderen Worten: Der gesamte Jahresgewinn für 2016 wurde in nur 2 Wochen erzielt.

Diese Bewegung war der Startschuss für eine Rally, die den DAX bis zum Sommer 2017 auf knapp 13.000 Punkte trug. Dazu trug nicht zuletzt das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahlen bei. Zu Beginn 2018 konnte der DAX zunächst bis auf einen weiteren neuen Rekordstand von 13.597 Punkten am frühen Morgen des 23.01.18 zulegen (grüner Kreis), um aber anschließend wieder zurückzufallen.

Anfang Februar 2018 geriet der DAX 30 allerdings erheblich unter Druck und verlor in der Spitze zunächst rund 1.500 Punkte bis auf rund 12.000. Nach über einem Jahr fiel der DAX aus dem Seitwärtskanal zwischen 12.000 und 13.000 Indexpunkten nach unten heraus. Obwohl der Hauptbelastungsfaktor Zölle und damit verbunden mögliche weltweite Konjunkturrückgänge immer noch über den Märkten schwebt, hat sich der Dax nach einem halben Jahr wieder in die alte Seitwärtsrange zurückgearbeitet. Ende Juli 2019 gewannen wiederrum negative Nachrichten kurzfristig die Oberhand, der Kursverlust von über 1.000 Punkten konnte aber rasch wieder aufgeholt werden. Das Jahresende 2019 verlief sehr positiv. Anfang 2020 hatte sich der Markt über der Marke von 13.000 etabliert, mit weiter freundlicher Tendenz.

Die guten Aussichten wurden allerdings durch das inzwischen zu einer weltweiten Gefahr gewordenen Corona Virus mit aller Macht zerstört und führten zu einem deutlichen Kurszusammenbruch. Die Folgen werden die Weltwirtschaft für längere Zeit erheblich beeinträchtigen und zu empfindlichen Wachstumseinbußen führen. Entsprechend stürzten die Aktienmärkte steil ab, eine nachhaltige Wende scheint noch nicht absehbar, wohl aber eine Stabilisierung. Ob und wie schnell sich die Märkte dauerhaft erholen können hängt entscheidend von der raschen und erfolgreichen Bekämpfung des Virus ab. Die umfangreiche internationale Zusammenarbeit macht dabei grundsätzlich Hoffnung. Bemerkenswert ist, dass der Markt mehr als die Hälfte der Abwärtsbewegung bereits aufgeholt hat, der Dax ist dabei wieder in den alten Seitwärtsbereich zwischen rund 12.000 und 13.000 vorgedrungen. In der Spitze hat er dabei bereits rund 80 % des Kursverlustes der letzten Wochen wieder aufgeholt.

Quelle: Gevestor; Stand: 26.06.2020

Die grünen Kreise zeigen Allzeit-Hoch und Jahreshöchststand in 2018.

 Die Entwicklung des DAX 30 erfolgt grundsätzlich auch im Fahrwasser der amerikanischen Aktienmärkte.

In den USA ist Donald Trump nun rund 3,5 Jahre im Amt. Bis zum Auftauchen des Corona Virus honorierten die Börsen die extrem unternehmensfreundliche Wirtschaftspolitik des Präsidenten und seiner Administration.

Das Börsenjahr 2019 war in den USA sehr freundlich, ab Anfang Juli erreichte der Dow Jones nach fast zwei Jahren immer wieder neue All-Zeit-Hochs. Der Dax erzielte am 04.07.19 mit rund 12.656 Punkten lediglich ein neues Jahreshoch, fiel anschließend aber auf rund 11.500 Punkte zurück. Anschließend ist der Markt wieder in die Seitwärtsrange zwischen rund 11.800 und 13.000 Punkten zurückgekehrt. Nach einem Schwächeanfall Mitte August startete der Markt ein starkes Comeback und hat zuletzt am16.12.19 mit 13.426 Punkten ein neues Jahreshoch markiert, verfehlte in der Folge allerdings erst einmal ein neues Allzeithoch.

Beachtenswert ist, dass die amerikanischen Indexes Dow Jones, Nasdaq und S&P bereits seit Juli 2019 wieder absolute Hochstände markiert haben und auch aktuell regelmäßig neue absolute Rekordmarken aufstellen. Der Dax benötigte dafür nahezu exakt 2 Jahre und erreichte am Morgen des 22.01.20 mit 13.640 Punkten einen neuen Rekordstand, der zuletzt am 19.02.20 mit 13.795 nochmals getoppt wurde.

Der Jahresstart der Aktienmärkte war zunächst durch den Konflikt USA/Iran dominiert, der inzwischen allerdings komplett aus dem Focus der Börsianer verschwunden scheint. Dagegen belastet die Verbreitung des Corona Virus aktuell die Aktienmärkte enorm. Es scheint kein anderes Thema mehr zu geben. Hierbei sind die weiteren Auswirkungen unvorhersehbar, die Aktienmärkte sahen Risiken und Folgen als sehr gravierend an und brachen daher ein. Und das weltweit. Investoren hoffen, dass die Märkte inzwischen einen Boden gefunden haben. Ob dieser hält hängt alleine von der Frage ab, wie lange sich die Wirtschaft weltweit noch im Ruhezustand verhalten muss bzw., ob sich die Fallzahlen der Erkrankungen und Todesfälle der Epidemie stabilisieren und im besten Fall verringern. Die aktuelle Erholung hat bereits über die Hälfte der Kursverluste egalisiert, die der Markt in der Spitze seit ca. Mitte Februar hinnehmen musste. Bemerkenswert dabei ist, dass die Erholung läuft, obwohl in weiten Teilen der Welt und insbesondere auch in den USA eine nachhaltige Entspannung der Infektions- und Risikolage noch nicht durchsetzen kann. Ein Grund für die Erholung sind die in den USA und weltweit in unglaublichen Umfang angelaufenen staatlichen Stützungs- und Hilfsmaßnahmen.

Hier ein Vergleich von DAX und Dow Jones seit Jahresbeginn 2020:

Stand:25.06.2020

Erläuterung: zum 01.01.2020 wurde der jeweilige Stand auf 100 “indexiert” und damit gleichgesetzt. So können Sie die relativen Kursverläufe von DAX und Dow Jones direkt miteinander graphisch vergleichen. Ein aktueller Stand von rund 90 für den Dax 30 bedeutet dabei ein Minus von 10 % im Vergleich zum Jahresbeginn.

Ausblick für den DAX 30

Neben aktuellen Unternehmensnachrichten wird der DAX Index täglich auch durch die Veröffentlichungen von volkswirtschaftlichen Daten sowie geldpolitischen Entscheidungen der wichtigsten Zentralbanken maßgeblich beeinflusst. Wenn Sie in Aktien investieren sollten Sie diese Termine immer im Auge behalten.

Oft gehen diese Bekanntgaben mit markanten Kursveränderungen einher. Insbesondere dann, wenn die tatsächlichen Daten von den Erwartungen stark abweichen.

Der Datenkalender für die (kommende) 27. Kalenderwoche des Jahres steht weiterhin im Zeichen der Belastungen durch den Corona Virus und der Frage, ob bereits Erholungstendenzen zu sehen sind. Inzwischen scheint ein Boden auf sehr tiefem Niveau, teilweise sogar auf historischen Tiefs, gefunden zu sein. Langsam verbessern sich die erwarteten und publizierten Zahlen. Allerdings ist das Niveau immer noch sehr niedrig.

DatumZeitEreignisLandVorwertErwartung
29.06.2020keine wichtigen Datenveröffentlichungen
30.06.202003:00Einkaufsmanagerindex DienstleitungenCHN53,653,7
30.06.202003:00Einkaufsmanagerindex verabeitendes GewerbeCHN50,650,4
30.06.202015:45Chicago EinkaufsmanagerindexUSA32,342,0
30.06.202016:00VerbrauchervertrauenUSA86,690,0
01.07.202014:15BeschäftigungsänderungUSA -2,76 Mio.2,45 Mio.
01.07.202016:00Einkaufsmanagerindex verabeitendes GewerbeUSA43,148,5
02.07.202014:30Erstanträge ArbeitslosenunterstützungUSA1,51 Mio.1,32 Mio.
02.07.202016:00AuftragseingängeUSA-13,00%7,00%
03.07.2020keine wichtigen Datenveröffentlichungen

Weltweit, insbesondere aber in Europa und Deutschland, sind die Zinsen nach wie vor extrem niedrig, teilweise sogar negativ. Aktuell (Stand 25.06.20) ist die von der Bundesbank veröffentlichte Umlaufsrendite in Deutschland im Vergleich zur Situation vor zwei Wochen mit -0,41% (vorher: -0,47%) wieder auf dem Rückzug.

Für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren erhalten Anleger aktuell (Stand: 26.06.20) eine Rendite von ca. -0,47%. Zum Vergleich: Anleihen der USA mit der gleichen Laufzeit rentieren mit ca. 0,67%. In den letzten zwei Wochen gingen die 10- jährigen Staatsanleihen Renditen in Deutschland und den USA wieder leicht zurück.

Ein Wechsel der Notenbankpolitik zu steigenden Zinsen ist aktuell komplett vom Tisch. Ganz im Gegenteil: weitere Zinssenkungen bzw. weitere Lockerungen der Geldpolitik sind sehr wahrscheinlich. Seit Anfang 2019 werden keine neuen Mittel von der EZB für Ankäufe eingesetzt. Fälligkeiten werden aber zunächst ersetzt. Eine echte Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik der letzten Jahre ist damit noch nicht zu sehen. Auf der Pressekonferenz Anfang Juni verkündigte der Präsident der Europäischen Zentralbank, dass die EZB mit unveränderten Leitzinsen bis zum ersten Halbjahr 2020 rechne. Damit wurden die bisherigen Markterwartungen weitgehend bestätigt. Von seiner Nachfolgerin Christine Lagarde, die seit 01.11.2019 im Amt ist, wird keine Kursänderung erwartet. In diesem Szenario sind Zinserhöhungen praktisch ausgeschlossen. Die Hilfspakete und Unterstützungen in der Corona Krise werden für längere Zeit die Zinsen auf niedrigem Niveau halten (müssen). Zusätzlich stellen die Zentralbanken weltweit riesige Summen von Liquidität zur Verfügung, um die Belastungen der Wirtschaft und der Staaten abzufedern.

Der Zinserhöhungszyklus der amerikanischen Notenbank wurde bereits Anfang 2019 beendet, es folgten bisher 5 Zinssenkungen und weitere Lockerungsmaßnahmen sind nicht ausgeschlossen.

Politisch motivierte Einflussfaktoren

Mit den vom amerikanischen Präsidenten immer wieder als Druckmittel ins Spiel gebrachten Strafzöllen werden die Börsen weltweit weiterhin erheblich belastet. Entscheidend ist, wie weit der Welthandel beispielsweise durch mögliche weitere gegenseitige Strafzölle durch die betroffenen Länder zusätzlich eingeschränkt wird. Ökonomen weltweit sind alarmiert und warnen vor Belastungen für die Weltkonjunktur.

Im diesem Handelsstreit zwischen den USA und China ist eine finale Lösung immer noch nicht in Sicht. Zusätzliche belastet die Situation in Hong Kong und der Streit über die Schuld der Ausbreitung der Corona Krise. Bisher sind keine konkreten Anzeichen zu finden, die auf einen dauerhaften Konsens hindeuten. Eine Fortsetzung der Hängepartie ist wahrscheinlich. Allerdings kann man davon auszugehen, dass Präsident Trump aus wahltaktischen Überlegungen sehr an einer Übereinkunft interessiert ist.

In Großbritannien ist die Entscheidung über den Brexit gefallen, formal erfolgte der Austritt am 31.01.20. Für eine Übergangszeit bis Ende 2020 gelten zunächst alle bisherigen Regelungen weiter. Eine weitere Verlängerung dieser Übergangszeit hat Boris Johnson bereits ausgeschlossen. Wenig Zeit für einen „geordneten“ Austritt, es droht damit weiterhin die Gefahr eines sogenannten harten Brexits mit negativen Folgen für die Wirtschaft. Fortschritte bei den Verhandlungen sind bisher nicht zu verzeichnen.

Wichtig für die weitere Kursentwicklung des DAX ist auch ein Blick auf die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank FED.

Die Auswirkungen der Zinspolitik der Zentralbanken auf die Aktienmärkte

Am 31.07.19 startete die amerikanische Notenbank nach zuvor 9 Leitzinserhöhungen mit der ersten Zinssenkung nach 10 Jahren, der am 18.09.19 und am 30.10.19 zwei weitere Senkungen folgten. Dazu hat sicherlich auch der von der US-Regierung aufgebaute Druck beigetragen. Anfang März folgte eine überraschend starke Senkung um 0,50 % Punkte als Reaktion auf die Belastungen durch den Corona Virus. Allerdings konnte diese die Aktienmärkte nicht stabilisieren. Darum verdoppelte die amerikanische Notenbank nochmals ihre Bemühungen und senkte in einer weiteren außerordentlichen Sitzung den Leitzins weniger als zwei Wochen später nochmals um einen weiteren ganzen Prozentpunkt. Normaler Weise werden Zinssatzänderungen in Sprüngen von nur jeweils 0,25% durchgeführt.

Stand:26.06.2020

Amerikanische Zentralbank war seit 2016 im Zinserhöhungszyklus mit 9 Zinsanhebungen, dieser ist nun beendet. Die ersten fünf Zinssenkungen sind erfolgt, weitere werden im laufenden Jahr erwartet.

In Europa wird die Europäische Zentralbank dadurch unter Druck gebracht, Zinsen ebenfalls zu senken bzw. niedrig zu halten. An Zinserhöhungen ist aktuell daher nicht zu denken. Beim   Brexit ist der Ausgang noch völlig offen. Ein Ausstritt ohne Einigung wäre für die Wirtschaft in Europa katastrophal, so die einhellige Einschätzung der Ökonomen. Je nach Verlauf der Beratungen muss man daher mit Kurssprüngen in beiden Richtungen an den europäischen Börsen rechnen.  Die gesetzte Frist bis Ende 2020 ist für den Abschluss umfangreicher neuer Verträge sehr kurz.

An der Entwicklung des Euro/Dollars kann man grundsätzlich auch sehr gut die Einschätzung der künftigen Zinspolitik von EZB und FED ablesen. Seit 2015 pendelte der Euro/Dollar zwischen 1,04 und 1,15 seitwärts. Der Wahlsieg von Donald Trump hat den US-Dollar aber nur kurzfristig gestärkt, anschließend verlor der US Dollar aber wieder an Wert und bewegte sich inzwischen sogar zu Beginn des Jahres 2018 teilweise bis ca. 1,25, dem höchsten Wert seit Anfang 2015 um anschließend wieder etwas zurückzufallen. Seit 2018 gab es einen anhaltenden Abwärtstrend, der aber nun gebrochen scheint, aktuell steht das Kurspaar bei rund 1,12 Euro/Dollar mit leicht rückläufiger Tendenz.

Ein schwacher Euro hilft grundsätzlich dem Dax 30, weil exportorientierte deutsche Unternehmen von dem für sie günstigen Wechselkurs profitieren.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass aktuell die Corona Pandemie den mit Abstand dominierenden Faktor für die weitere Entwicklung der Märkte darstellt. Eine positive Trendwende ist erst mit einem Abflauen der Erkrankungen, Rücknahme der staatlichen Einschränkungen des täglichen Lebens und damit einer Rückkehr zu deutlich erhöhter Wirtschaftsaktivität zu erwarten.

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