Recycling erweitert das Portfolio von Rohstoffproduzenten

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Immer mehr Rohstoffproduzenten planen in Zukunft ihr Produktportfolio mit dem Recycling zu erweitern. (Foto: Evan Lorne / Shutterstock.com)

Viele Rohstoffunternehmen, die klassischerweise mit Bergbau ihr Geld verdienen, erweitern ihr Portfolio mit Recycling, um zum einen ihre Ökobilanz zu verbessern und gleichzeitig ein weiteres Geschäftsfeld zu bedienen. Ein Beispiel ist die Partnerschaft von Rio Tinto mit dem slowakischen Batterie-Unternehmen InoBat. Gemeinsam soll der gesamte Lebenszyklus der verwendeten Rohstoffe abgedeckt werden.

Im serbischen Jadar sollen etwa 55.000 Tonnen Lithium produziert und eine Recyclinganlage aufgebaut werden. Dabei verspricht sich Rio Tinto vor allem auch einen Wissens- und Informationsaustausch, um künftig weitere Projekte sichern zu können. Bisher gibt es für das Projekt nur eine Absichtserklärung. Jedoch hat Rio Tinto in der letzten Phase des Projektes vor Investitionsentscheidung bereits 200 Mio. $ investiert. Sofern danach eine positive Entscheidung fällt, dauert der Bau etwa 4 Jahre.

Ähnliche Nachrichten gab es vor etwa einem Jahr. So beabsichtigen Fortum, Nornickel und BASF die Planung eines Recycling-Clusters im finnischen Harjavalta. Dort will BASF seinen ersten Standort zur Herstellung von Kathodenmaterial errichten. Nornickel würde in unmittelbarer Nähe eine Nickel- Raffinerie errichten.

Vom finnischen Energieversorger Fortum kommen die ausgemusterten Batterien. Nornickel will sich zur weltweit nachhaltigsten Nickelraffinerie entwickeln. Gemeinsam soll dadurch eine Kreislaufwirtschaft gewährleistet werden. BASF und Nornickel sind schon länger Partner und wollen auch außerhalb von Finnland weitere Projekte gemeinsam planen.

Rohstoffsektor profitiert von der Rohstoff- Hausse und Green New Deal

Seit Beginn der Corona-Pandemie stiegen viele Rohstoffpreise kräftig. Dazu zählen neben Gold und Silber, die vorübergehend einen Rücksetzer erlitten, auch Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel, Eisenerz und Lithium. Durch die neue Stoßrichtung hin zu erneuerbaren und grünen Energien, wird die Nachfrage nach Rohstoffen extrem steigen. Nicht nur die EU hat den Weg mit dem Green New Deal geebnet. Auch US-Präsident Joe Biden ließ verkünden, dass durch große Umverteilung und Subventionen viel Geld in den Aufbau grüner Energien fließen soll, die man teilweise direkt mit Staatskrediten finanzieren möchte.

Werden zukünftig mehr E-Autos gebaut, benötigt man zwangsläufig für den Bau von Akkus viele Rohstoffe, die der Verbrenner nicht oder nur in einem geringeren Maße benötigte. Kupfer wird als Leitermaterial an Bedeutung gewinnen. Gute Möglichkeiten an Preisentwicklungen diverser Rohstoffe zu partizipieren ist ein Investment in die großen Rohstoffunternehmen mit breitem Produktportfolio. Dazu zählen BHP, Rio Tinto und Vale.

Trotz kurzfristiger Rücksetzer profitieren Goldproduzenten

Zu den Krisengewinnern gehören Barrick Gold und Newmont Goldcorp. Beide Unternehmen profitierten im 1. Quartal und konnten trotz teilweiser niedriger Absatzmenge durch den höheren Goldpreis ihre Umsätze steigern. Zwar hat der Goldpreis temporär auch aufgrund steigender Realzinsen etwas nachgelassen. Dennoch konnte er sich in den vergangenen Monaten wieder nach oben entwickeln. Die Geldmengenausweitung und die Niedrigzinspolitik geben dem Goldpreis Rückenwind. Viele Investoren sehen das gelbe Metall als sicheren Hafen und betrachten es als Inflationsschutz.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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