Siegfried Holding: Nach Hackerangriff wieder im Vorwärtsgang

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Obwohl der Pharmazulieferer seine Produktion zeitweise herunterfahren musste, können sich die Halbjahreszahlen sehen lassen. (Foto: lucarista / shutterstock.com)

Sicherlich haben Sie die zuletzt häufigeren Hackerangriffe gegen große Unternehmen mitbekommen – auch wenn nur ein Teil der Konzerne dies öffentlich einräumt. So manche Unternehmen behalten es wohl lieber für sich, weil sie negative Schlagzeilen fürchten.

Nicht so Siegfried Holding. Der Schweizer Pharmazulieferer hat seine Hackerangriff-bedingten Produktionsausfälle publik gemacht und gezeigt, dass es dem Aktienkurs nicht schaden muss, wenn so etwas an die Öffentlichkeit gelangt.

Unternehmensportrait

Die Schweizer Siegfried Holding AG ist als Zulieferer und Servicedienstleister tätig. Der Hauptsitz befindet sich in Zofingen (Schweiz). Daneben besitzt der Konzern Entwicklungs- und Produktionsstandorte in Deutschland, Frankreich, Spanien, Malta, USA und China.

Der Konzern beliefert die Pharma- und Biotech-Industrie mit pharmazeutischen Substanzen, die für Forschung und Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen notwendig sind. Zudem bietet Siegfried Holding Entwicklungs- sowie Herstellungsdienstleistungen für Medikamente und Impfstoffe inklusive deren sterile Abfüllung an. Beispielsweise füllt das Unternehmen den COVID-19-Impfstoff von BioNTech und Pfizer ab.

Siegfried Holding deckt einen sehr großen Teil der Wertschöpfungskette in der Medikamentenentwicklung ab und profitiert seit Jahren vom Outsourcing-Trend der Branche. Die großen Pharmakonzerne beauftragen vermehrt spezialisierte Dienstleister mit der Herstellung und Abfüllung ihrer Medikamente.

Hackerangriff legte die Produktion zeitweise lahm

Im Mai hatte Siegfried Holding mit den Folgen eines Hackerangriffes zu kämpfen. Als Vorsichtsmaßnahme musste zwischenzeitlich an nahezu allen Standorten die Produktion runtergefahren werden, bis klar war, dass keine Gefahr mehr besteht. Dies kostete den Konzern in einigen Standorten mehrere Tage Medikamenten- und Impfstoff-Produktion.

Halbjahreszahlen können sich trotzdem sehen lassen

Trotz des Hackerangriffs konnte Siegfried Holding für das erste Halbjahr mit seinen Ergebnissen positiv überraschen: Der Umsatz kletterte um gut +20% auf 466,9 Mio. Schweizer Franken. Den Gewinn konnte der Pharmazulieferer um +52% auf 32,6 Mio. Schweizer Franken steigern.

Übernahme von zwei Novartis-Werken sorgt für weiteres Wachstum

Einen zusätzlichen Wachstumsschub erhält Siegfried Holding durch die Übernahme von zwei Produktionsstandorten von Novartis in Spanien. In diesen Werken werden Medikamente für Krebs- und Atemwegserkrankungen sowie Augentropfen und Nasensprays produziert. Gleichzeitig wurde ein langjähriger Herstellungs- und Liefervertrag abgeschlossen, in dem sich Novartis verpflichtet, bedeutende Volumina wichtiger Produkte aus beiden Werken zu beziehen.

Aktie hat „Hacker-Abschlag“ schnell überwunden

Die Sorge der Anleger über negative Folgen des Hackerangriffs währte nicht lange. Innerhalb weniger Wochen war der „Hacker-Abschlag“ wieder aufgeholt und ein neues Allzeithoch erreicht.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 38 billigen die Anleger der Aktie weiterhin einen Bewertungsaufschlag zu. Damit ist die Aktie kein Schnäppchen mehr, aber Qualität hat an der Börse ihren Preis. Ich gehe davon aus, dass die Erfolgsgeschichte der Schweizer noch lange nicht am Ende ist.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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