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Kurzprofil
Wirecard AG
152,60 €
+1,95+1,28 %
  • ISIN: DE0007472060
  • WKN: 747206
Chart
  • 1T
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  • 3J
  • 5J
Kurs (Daten der Börse Stuttgart)
Letzter152,6 €
Zeitpunkt16.09.2019 14:45
Tief148,3 €
Hoch152,65 €
Eröffnung150,75 €
Briefkurs152,6 €
Geldkurs152,6 €
Kennzahlen
Dividenden Rendite0,13 %
KGV38,12
Performanz
Hoch 52 Wochen194,54 €
Tief 52 Wochen86,16 €
1 Jahr-19,9 %
3 Jahre236,68 %
5 Jahre427,97 %

Wissenswertes zu Wirecard:

Unternehmen: Wirecard AG
Branche: Zahlungsdienstleistungen
CEO: Markus Braun (2002 – heute)
Sitz: Aschheim bei München
Gründung: 1999
Mitarbeiter: 5.850 (Stand April 2019)
Umsatz: 2,02 Milliarden Euro (2018)
Tochterunternehmen: CLICK2PAY GmbH, MEHR
Website: www.wirecard.de ]


Digitale Zahlungssysteme sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen nutzen das Smartphone, um im Handel oder Internet Waren und Services zu bezahlen.

Möglich wird dies unter anderem durch die Hilfe und Produkte der Wirecard AG. Das Münchner Unternehmen gilt als Spezialist für Outsourcing-Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr und profitiert entsprechend vom ePayment-Boom.

Wirecard AG: Was verbirgt sich hinter dem ePayment-Anbieter?

Die Wirecard AG, welche bis März 2005 noch unter der Firmierung InfoGenie AG tätig war, ist ein im Jahr 1999 in Bayern gegründetes Unternehmen. Das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Aschheim bietet Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr, zudem zählen auch die Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten zu den Services der Wirecard AG. Die Wirecard Bank AG, ein Tochterunternehmen, verfügt außerdem über eine deutsche Banklizenz.

Geschichte der Wirecard AG bzw. InfoGenie AG

Das Vorgängerunternehmen der Wirecard AG die InfoGenie AG, deren Headquarter in Berlin war, wurde beim Börsengang im Jahr 2000 im Segment “Neuer Markt” gelistet. Die InfoGenie AG war Anbieter von Telefonhotlines im Ratgeber-Segment.

Nach starken Kursverlusten wurde die Aktie der InfoGenie AG zum sogenannten Pennystock, weshalb die Deutsche Börse die Aktie im vormals gelisteten Börsensegment “Neuer Markt” ausschließen wollte. Dies wurde aber mittels Gerichtsbeschlusses im Jahr 2002 untersagt.

Anschließend wurde die Wirecard durch Kapitalerhöhung zum 1.1.2005 in das Unternehmen InfoGenie AG eingebracht und anschließend in Wirecard umbenannt. Durch diese Änderung in der Unternehmensstruktur wurde die Wirecard durch ein sogenanntes Reverse-IPO eine im Prime Standard gelistete AG.

Dienstleistungen und Services der Wirecard AG im Überblick

Seit dem Jahr 2000 bietet Wirecard neueste Technologien im Sektor der bargeldlosen Zahlungsdienstleistung – im Speziellen in der Zahlungsabwicklung – an. Zudem unterstützt das Unternehmen auch bei Entwicklung und Durchführung internationaler Payment-Strategien für verschiedenste Vertriebskanäle.

Als unabhängiger Anbieter von ePayment-Lösungen zählen folgende Services zum Leistungsportfolio der Wirecard AG:

  • Mobiles Zahlen
  • eCommerce
  • Digitalisierung im Einzelhandel
  • Finanztechnologie

Die einzelnen Geschäftsbereiche der Wirecard AG genauer erklärt:

1.) Mobiles Zahlen

Das Mobile Zahlen zählt mittlerweile zu den Kerngeschäftstätigkeiten der Wirecard AG. So bietet das Unternehmen seit 2015 die App boon. für bargeldlose Zahlvorgänge an. Diese basiert auf einer virtuellen Kreditkarte. Verfügbar ist die App in Deutschland, Belgien, Österreich, Spanien, den Niederlanden, Irland, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und China.

boon. – Was kann die App von Wirecard?

Die App ermöglicht seinen Usern das bargeldlose Zahlen via NFC-Technologie. Um diesen Vorgang zu ermöglichen, wird die HCE- (Host Card Emulation) sowie BLE-Technik (Bluetooth Low Energy) genutzt. Auch eine Zahlungsabwicklung via QR-Code ist möglich. Seit 2018 enthält die App auch eine Funktion, welche Direktüberweisungen zwischen Nutzern zulässt.

2.) eCommerce

Im Bereich des Online Shoppings unterstützt Wirecard Händler und sorgt für Zahlungsgarantie. Wirecard überprüft die Bonität von Kunden und versichert nach erfolgter Kreditwürdigkeitsprüfung deren Zahlung auch bei tatsächlichem Zahlungsausfall. Für die damit verbundenen Risiken behält sich Wirecard vom Händler maximal 2% des Zahlungsbetrages als Sicherheit ein. Haupttätigkeitsfeld ist der Reise- und Tourismussektor.

Seit 2007 übernimmt die Wirecard AG beispielsweise die Abwicklung von Onlinezahlungen und die Echtzeit-Bonitätsprüfung für den Reiseanbieter TUI. Seit 2014 auch für die Fluglinie der KLM Royal Dutch Airlines.

Vorteile des Wirecard Online Bankings:

Global: Große internationale Reichweite
Schnell: Echtzeit-Autorisierung der Zahlung
Sicher: Durch Bonitätsprüfung bzw. sofortige Zahlungsbestätigung minimiertes Ausfallrisiko
Profitabel: Aufgrund sicherer und schneller Bezahlvariante höhere Kundenzufriedenheit

Übersicht der Online Banking-Bezahlverfahren der Wirecard AG:

Die Bezahlverfahren für Online- und Sofortüberweisungen umfassen die Kontinente Europa, Südamerika Asien sowie Australien und Ozeanien.

  • Bancontact/ Mister Cash (Belgien)
  • CIMB Clicks (Malaysia, Philippinen, Singapur)
  • Débito Bradesco (Brasilien)
  • eKonto (Tschechien)
  • eps (Österreich)
  • giropay (Deutschland)
  • iDEAL (Niederlande)
  • Trustly (Estland, Finnland, Polen, Schweden)
  • Maybank2u.com (Malaysia, Philippinen, Singapur)

3.) Digitalisierung im Einzelhandel

Aber nicht nur online, auch im stationären Einzelhandel ist Wirecard tätig. So unterstützt das Unternehmen die Händler bei der Integration von digitalen Zahlungsmethoden im stationären Handel. Aktuelles Projekt ist das Connected Store Projekt, wo erhobene Datenmenge von Sensoren, Waagen, Kameras und KI vereint werden und so eine“Zahlung ohne Kassa” ermöglichen sollen. Diese unsichtbare Bezahlung soll beim Verlassen des Geschäftes passieren und biometrische Kundendaten verwenden.

Die Services für Online- und Einzelhändler machen 50% des Konzernumsatzes der Wirecard AG aus.

4.) Finanztechnologie

Zu den neueren Geschäftsfeldern der Wirecard AG zählt der Sektor der Finanztechnologie. Seit Q1 2018 bietet Wirecard Businesskunden der Mizuho Financial Group Kartenausgabedienste im asiatischen Raum an.

In Q2 2018 entstand eine Kooperation mit der französischen Großbank Unit Crédit Agricole Payment Services (CAPS) bei Projekten im ePayment-Sektor. Seit Q2 2019 werden die Zahlungsprozesse der japanischen Fluggesellschaft ANA digitalisiert.

Wirecard Bank AG

Seit dem Jahr 2006 zählt auch die Wirecard Bank AG zur Unternehmensgruppe. Sie hält eine deutsche Banklizenz inne und verfügt über Verträge mit verschiedenen Kartenorganisationen. Die Wirecard Bank AG ist zudem Mitglied des Bundesverbands deutscher Banken sowie dem Einlagesicherungsfonds.

Die Wirecard Bank versteht sich als Onlinebank, welche umfassende Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden für bargeldloses Zahlen anbietet. Ferner ist die Wirecard Bank auch berechtigt, Kreditkartenakzeptanzverträge abzuschließen, sodass die Kunden auch die Vorteile von Visa, MasterCard und JCB nutzen können. Sie ist in 124 Ländern vertreten. Bankkunden stehen mehr als 100 Transaktions- und 17 Auszahlungsverfahren zur Verfügung.

Wirecard Bank AG in Zahlen
Sitz: Aschheim bei München
Gründung: 2006
Bilanz: 1,2 Milliarden Euro (Stand 2017)
Einlagen: 1 Milliarde Euro
Mitarbeiter: 133 (Stand 2018)
Vorstand: Daniel Heuser, Alexander von Knoop, Reiner Wexeler

Ende des Jahres 2006 rollte die Wirecard den Prepaid-Bezahldienst mywirecard aus. Über diesen Service können Kunden ein Konto bei der Wirecard Bank online eröffnen und dieses anschließend per Lastschrift, Überweisung, Bareinzahlung oder Einzahlung mittels Kreditkarte aufladen. Jeder Kunde erhält zudem eine virtuelle MasterCard – optional bzw. gegen Wunsch auch als Plastikkarte.

Wirecard Aktie: Die Wirecard AG an der Börse

Das 1999 gegründete Unternehmen vollzog bereits im Jahr 2000 den Gang an die Börse am Frankfurter Parkett. 6 Jahre später wurde die Wirecard Bank AG in die Unternehmensgruppe eingebunden, wenige Monate darauf startete man mit dem Prepaid-Bezahldienst mywirecard. 2010 wurde dann zudem eine eigene Kreditkarte namens mywirecard 2Go eingeführt.

Laut einerEmpfehlung von boerse.de zählt die Wirecard-Aktie zu den 100 langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt. Seit der Erstempfehlung im Jahr 2002 hat die Aktie 226% gewonnen.

Wirecard AG: Wichtige Börsengeschehen im Überblick

Sommer 2008:
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger(SdK) warf der Wirecard AG falsche Bilanzierung vor. Im Nachhinein wurde bekannt, dass Mitglieder der Schutzgemeinschaft über Differenzkontrakte auf fallende Kurse vor Bekanntmachung der Bilanzdefizite spekuliert hatten. Die Aktie der Wirecard AG fiel in Folge dessen um fast 70%.

April 2010:
Die Wirecard Aktie fiel um mehr als 30% aufgrund einerFalschmeldung des Nachrichtenportals Goldman, Morgenstern & Partners. Ein sofort eingeleitetes Verfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurde angesichts mangelnder Beweise wieder eingestellt.

Februar 2016:
Nach dem Öffentlichwerden eines Berichts des Analyse-Zentrums Zatarra Research & Investigation fiel der Kurs stark ab. Dem Unternehmen wurden von Seiten der Wirecard AG illegale Praktiken sowie versuchte Kursmanipulation vorgeworfen.

Februar 2017:
Das Manager Magazin berichtet über intransparente Bilanzierung bei Wirecard. Die Aktie fiel daraufhin um 8%. Die Vorwürfe wurden allerdings als unbegründet zurückgewiesen.

Januar/ Februar 2019:
Der Kurs der Wirecard Aktie fiel von 167 € auf unter 86 €. Als Grund konnte ein Bericht in der Financial Times über angebliche unlautere Geschäftsgebahren von Mitarbeitern der Wirecard in Singapur ausgemacht werden. Eine anschließende Klage der Wirecard AG führte zu einer Unterlassung der Berichterstattung und Entschädigungszahlungen.

Wirecard profitiert vom Boom bei Kryptowährungen

Für die Münchner Wirecard AG bedeutet die steigende Popularität von Kryptowährungen wie Bitcoins und Dash ein interessanter Zukunftsmarkt. Denn die TenX-Karte dürfte nicht die einzige Krypto-Karte bleiben.

Exkurs:
Wirecard kooperiert mit TenX und erschließt so einen neuen Geschäftszweig. Die TenX-Karte ermöglicht es Eigentümern Bitcoin und bald auch andere Kryptowährungen (Ethereum, Dash etc.) im Handel auszugeben. Dies funktioniert überall dort, wo Visa akzeptiert wird – weltweit sind dies aktuell mehr als 36 Millionen Akzeptanzstellen.

Marktbeobachter erwarten in den nächsten Monaten und Jahren Nachahmer, die ähnliche Karten auf den Markt bringen werden, um das Ausgeben von Kryptowährungen im traditionellen Handel zu erleichtern. Wirecard könnte von diesem Trend profitieren, gehört die Kartenausgabe doch zu den Kernkompetenzen des Unternehmens. Vom langfristigen Zukunftstrend “Bargeldloses Zahlen” profitieren Zahlungsspezialisten wie PayPal, Square und Wirecard. Anleger sollten daher alle 3 Anbieter jedenfalls im Auge behalten.

Aktuell will Wirecard gemeinsam mit TenX den internationalen Markt erobern. TenX arbeitet zwar an einer eigenen Banklizenz, bis diese vorliegt, ist das Fintech-Startup allerdings noch auf die Hilfe von Wirecard angewiesen.

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