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US Pharmariese Abbott schluckt Cardiovascular Systems

Inhaltsverzeichnis

Am vergangenen Mittwochabend teilten der US-amerikanische Biotechnologie- und Pharmakonzern Abbott und Cardiovascular Systems, Inc. in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit, dass sie sich auf eine Übernahmevereinbarung geeinigt haben.

Laut Übernahmevertrag bietet Abbott den Aktionären von Cardiovascular Systems 20 US-Dollar (USD) für jede Stammaktie. Bei knapp 42 Mio. ausstehenden Aktien bewertet Abbott Cardiovascular Systems einschließlich Schulden mit 890 Mio. USD. Bevor ich Ihnen weitere Übernahmedetails erläutere, möchte ich Ihnen die beiden Unternehmen kurz vorstellen.

Die beteiligten Unternehmen im Kurzporträt

Der US-amerikanische Pharmariese Abbott Laboratories wurde bereits 1888 gegründet und hat seinen Sitz in North Chicago/ Illinois. Das Unternehmen erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt zusammen mit seinen Tochtergesellschaften weltweit Gesundheitsprodukte.

Abbott ist in vier Segmenten tätig: Pharmazeutische Produkte, Diagnostika, Ernährungsprodukte und medizinische Geräte. Der Pharmasektor beinhaltet Arzneimittel zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten. Im Segment Diagnostika bietet der US-Konzern diverse Laborsysteme an.

Das Segment Ernährungsprodukte bietet Produkte für die Ernährung von Kindern und Erwachsenen an. Im Segment Medizinische Geräte bietet Abbott z.B. Geräte für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Produkte für die Diabetesbehandlung sowie Neuromodulationsgeräte für die Behandlung von chronischen Schmerzen und Bewegungsstörungen an.

Abbott hat einen Börsenwert von 195 Mrd. USD. Die 115.000 Abbott-Mitarbeiter erwirtschafteten in 2022 einen Umsatz von 43,65 Mrd. USD. Der operative Gewinn (EBIT) lag bei 8,68 Mrd. USD.

Cardiovascular Systems, Inc. ist ein Medizintechnikunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer Lösungen für die Behandlung komplexer peripherer Gefäßerkrankungen und koronarer Herzkrankheiten konzentriert. Das Medizintechnikunternehmen wurde 1989 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Saint Paul, Minnesota.

Die 725 Mitarbeiter des Unternehmens haben im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 236,22 Mio. USD erwirtschaftet. Der operative Gewinn lag bei -34,99 Mio. Euro.

So reagierte die Börse

Die Nachricht von der potenziellen Übernahme durch den Branchenkrösus Abbott ließ den Kurs der Cardiovascular Systems-Aktie an der NASDAQ um gute 48% in die Höhe schießen. Beim Erklingen der Schlussglocke am vergangenen Donnerstag hatte der Kurs 19,75 USD erreicht.

Damit lag der Kurs nur noch knapp unterhalb der von Abbott gebotenen 20 USD. Die Anleger gehen offensichtlich davon aus, dass die Übernahme problemlos über die Bühne gehen wird.

Der Kurs der Abbott-Papiere hingegen verlor am Donnerstag an der New Yorker Börse NYSE knapp 2% an Boden und ging mit 108,07 USD aus dem Handel. Inwiefern dieser Verlust dem insgesamt schwachen Börsenumfeld (der S&P500 verlor am vergangenen Donnerstag -1,5%) oder der Übernahmeankündigung zuzuschreiben ist, bleibt offen.

Abbott will Portfolio ausbauen

Der Grund für die Übernahme liegt auf der Hand. Abbott will durch die Übernahme von Cardiovascular Systems sein Angebot im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter ausbauen. Dies bestätigte auch die Vizepräsidentin der Abbott-Medizintechnik-Sparte, Lisa Earnhardt, in ihrem Statement zur Übernahme:

„Die Übernahme von Cardiovascular Systems, Inc. (CSI) wird Abbotts führendes Angebot an vaskulären Geräten um neue, ergänzende Technologien erweitern. CSI verfügt über ein talentiertes und erfahrenes Team und ein führendes Atherektomie-System, das es Abbott ermöglichen wird, Ärzten mehr Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um Patienten zu einem erfüllteren Leben zu verhelfen.“

Wie es weitergeht

Die Transaktion, die bereits von den Verwaltungsräten beider Unternehmen genehmigt wurde, bedarf noch der Zustimmung der CSI-Aktionäre. Darüber hinaus müssen auch die üblichen Abschlussbedingungen erfüllt und die Genehmigungen der zuständigen Behörden eingeholt werden. Einen konkreten Closing-Zeitpunkt gaben die beteiligten Unternehmen nicht bekannt.