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Eli Lilly: Alzheimer-Wirkstoff schlägt Corona-Antikörper

Eli Lilly: Alzheimer-Wirkstoff schlägt Corona-Antikörper
tom - Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hatte dieses Jahr sowohl gute als auch schlechte Nachrichten zu vermelden. Unterm Strich setzten sich die guten Nachrichten durch, was die Kursentwicklung der Aktie angeht.

Unternehmensportrait

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Company wurde bereits im Jahr 1876 gegründet und zählt heute mit einem Jahresumsatz von 27 Mrd. US-Dollar zu den größten Pharmakonzernen der Welt. Das US-Unternehmen beschäftigt 33.000 Mitarbeiter und produziert seine Medikamente in 13 Ländern. Die breite Produktpalette des Konzerns aus Indianapolis umfasst u.a. Antidepressiva, Insulin, Krebs-Medikamente, Potenzmittel und Blutdrucksenker.

Wichtigstes Medikament von Eli Lilly ist Trulicity. Das 2014 zugelassene Diabetes-Mittel verzeichnet mit einem Jahresumsatz von über 4 Mrd. US-Dollar weiterhin starkes Wachstum. Es ahmt das Darmhormon GLP-1 nach und sorgt für eine vermehrte Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Gleichzeitig wird der Blutzuckerspiegel gesenkt und das Körpergewicht reduziert – wie klinische Studien belegen. Diese Multifunktionalität ist maßgeblich für den Erfolg von Trulicity verantwortlich.

COVID-19-Antikörper enttäuschen

Im vergangenen Jahr zählte Eli Lilly zu den ersten Unternehmen, deren COVID-19-Medikamente zugelassen wurden. Nach anfänglichen Erfolgen blieben die beiden COVID-19-Antikörper jedoch hinter den Erwartungen zurück. Zwischenzeitlich musste Eli Lilly 2021 deswegen auch die Jahresprognose senken.

Alzheimer-Hoffnungsträger zieht die Aktie nach oben

Dass die Aktie von Eli Lilly 2021 trotzdem auf Erfolgskurs blieb, hat das Unternehmen seinem experimentellen Antikörper-Wirkstoff Donanemab zu verdanken. Donanemab hat in klinischen Studien sehr gute Ergebnisse gezeigt. Donanemab gelang es, in einer Studie der 2. Studienphase die durch Alzheimer verursachte Abnahme der kognitiven Leistung signifikant zu verlangsamen.

Die US-Gesundheitsbehörde hat Donanemab den Status eines Therapiedurchbruchs zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit verliehen. Durch diese Einstufung kommt der Wirkstoff in den Vorteil eines beschleunigten Zulassungsprozesses. Derzeit läuft eine weitere Studie zur Untersuchung der Sicherheit und Verträglichkeit.

Weltweit leiden geschätzte 50 Mio. Menschen an einer Demenzerkrankung. Alzheimer ist die häufigste (rund 60% aller Fälle) und bekannteste Form der Demenz. Donanemab ist das Alzheimer-Medikament, das bislang die besten Studiendaten bei der Behandlung dieser heimtückischen Krankheit vorweisen kann. Eine Heilung der Krankheit wird leider damit nicht möglich sein. Ziel ist es auch hier, den geistigen Abbau bei Alzheimer-Patienten im Frühstadium zu verzögern.

Aktie kein Schnäppchen mehr

Bei der Aktie von Eli Lilly zahlen Anleger derzeit einen deutlichen Bewertungsaufschlag gegenüber anderen Pharma-Aktien. Dieser wird durch die erheblich besseren Wachstumsaussichten gerechtfertigt. Sollte es Eli Lilly gelingen, Donanemab zur Marktreife zu bringen, wäre das Umsatzpotenzial enorm. Gleichzeitig ist es aber auch ein Risikofaktor, falls Donanemab – wider Erwarten – doch nicht so leicht durch die Zulassung kommt.