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Hikma Pharmaceuticals übernimmt US-amerikanische Custopharm

Inhaltsverzeichnis

Nach einem spannenden Wahlabend ist ein möglicher Kurseinbruch an den deutschen Börsen ausgeblieben. Der führende deutsche Aktienindex DAX konnte zum heutigen Börsenstart sogar deutlich zulegen.

Ein Hauptgrund hierfür ist sicherlich, dass die zukünftige Regierung aufgrund von fehlenden Mehrheiten nicht aus einem linkslastigen rot-rot-grünen Bündnis bestehen kann. Alle anderen möglichen Koalitionen scheinen für den Anleger jedoch durchaus akzeptabel zu sein.

Positive Auswirkungen auf den DAX hatte aber auch eine Neuigkeit aus dem Übernahme-Sektor: So gab der Bochumer Wohnungskonzern Vonovia heute Morgen bekannt, dass er mittlerweile 50,49% der Stimmrechte am Mitbewerber Deutsche Wohnen eingesammelt hat. Somit dürfte einer Übernahme nichts mehr im Wege stehen.

Hikma Pharmaceuticals schluckt Custopharm für 375 Mio. Dollar

Nach diesen tagesaktuellen Nachrichten aus Deutschland möchte ich Ihnen heute wieder über einen Deal aus der Pharmabranche berichten. So gab der in London ansässige Pharmakonzern Hikma Pharmaceuticals PLC am heutigen Morgen bekannt, dass er seinen US-amerikanischen Mitbewerber Custopharm Inc. vom Finanzinvestor Water Street Healthcare Partners übernehmen wird.

Vereinbart wurde ein Kaufpreis von 375 Mio. US-Dollar (USD) in bar, den Hikma an den Finanzinvestor zahlen wird. Zusätzlich hat sich Hikma in der Übernahmevereinbarung bereit erklärt, optional weitere 50 Mio. USD zu zahlen, wenn bestimmte Geschäftsziele erreicht werden.

Die beteiligten Unternehmen im Kurzporträt

Hikma Pharmaceuticals ist ein weltweit tätiges Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Großbritannien und lokalen Niederlassungen in den USA, dem Nahen Osten und Nordafrika sowie in Europa. In den USA zählt Hikma zu den größten Anbietern von injizierbaren Generika.

Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die 8.600 Hikma-Mitarbeiter einen Umsatz von 2,3 Mrd. USD. Der operative Gewinn des britischen Pharmaunternehmens belief sich in 2020 auf 579 Mio. USD.

Die in Carlsbad/Kalifornien beheimatete Custopharm ist ein führendes Startup-Unternehmen auf dem Markt für generische Injektionspräparate. Das Unternehmen setzt dabei sowohl auf die Entwicklung eigener Präparate als auch auf den Zukauf von neuen Produkten. Custopharm vertreibt seine Produkte über die firmeneigene Handelsorganisation Leucadia Pharmaceuticals.

Seit der Partnerschaft mit der Risikokapitalgesellschaft Water Street Healthcare Partners im Jahr 2015 hat Custopharm 13 US-FDA-Zulassungen für seine Injektionspräparate erhalten. Der Umsatz von Custopharm wird in diesem Jahr laut vorläufigen Schätzungen bei über 80 Millionen USD liegen. Custopharm beschäftige aktuell 39 Mitarbeiter.

Die in Chicago/Illinois ansässige Water Street Healthcare Partners Llc ist ein strategischer Investor, der sich ausschließlich auf die Gesundheitsbranche konzentriert. Water Street hat bei seinen Investitionen mit einigen der weltweit führenden Unternehmen zusammengearbeitet, darunter Humana, Johnson & Johnson und Medtronic. Im Jahr 2015 ist Water Street als Venture-Kapitalgeber bei Custopharm eingestiegen.

Hikma will Produktportfolio ausbauen

Durch die Übernahmen von Custopharm will Hikma seine Produktpalette erweitern und seine führende Position als Anbieter von injizierbaren Generika in den USA ausbauen. Dies betont auch Riad Mishlawi, Präsident von Hikma Injectables, in einem Statement:

„Mit dieser Übernahme wird Hikma über ein differenziertes US-Portfolio von fast 130 injizierbaren Arzneimitteln verfügen. Durch dieses breite Portfolio und die Kombination der starken F&E-Kapazitäten von Custopharm mit unserer hochwertigen und umfangreichen Produktionsbasis sind wir in einer hervorragenden Position, um die wachsenden Bedürfnisse von Krankenhäusern, Ärzten und Patienten besser zu erfüllen.“

So reagieren die Anleger

Die Nachricht über den Kauf von Custopharm durch Hikma kam bei den Anlegern gut an. So legte der Kurs der Hikma-Aktie an der Londoner Börse in der Spitze um mehr als 1,8% zu. Custopharm und Water Street Healthcare Partners sind nicht börsennotiert.

Die Übernahme bedarf noch den üblichen Zustimmungen der zuständigen Aufsichtsbehörden. Über einen möglichen Abschlusstermin (Closing) der Übernahme machten die beteiligten Unternehmen keine Angaben.