Kleines Medizintechnik-Unternehmen im Vorwärtsgang

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Das US-Unternehmen ShockWave Medical hat ein neues Verfahren gegen Arteriosklerose entwickelt. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

Setzen sich neue, innovative Behandlungsmethoden in der Medizintechnik durch, können deren Hersteller schnell in neue Dimensionen aufsteigen. Jeder Anleger träumt davon, bei so einem Wert früh dabei zu sein. Einen (spekulativen) Kandidaten für einen solchen Medizintechnik-Wert möchte ich Ihnen heute vorstellen: ShockWave Medical.

Arteriosklerose: Eine der häufigsten Todesursachen

Kommen wir aber erst einmal zu dem Problem, für das ShockWave Medical eine neue Behandlungsmethode entwickelt hat: Die Verkalkung von Arterien (Arteriosklerose) zählt zu den typischen Wohlstandserkrankungen unserer Zeit. Ungesunde Lebensweise (Ernährung, Rauchen, Bewegungsmangel) führt dazu, dass sich in den Arterien Ablagerungen aus Fett und Kalk bilden – sogenannte Plaques.

Dabei wird die Gefäßwand starrer und dicker. Das Blut kann dadurch nicht mehr so gut durchströmen. So kommt es zu Durchblutungsstörungen, die einen Infarkt auslösen können. Arteriosklerose gehört zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen.

Oftmals werden dadurch auch Folgeerkrankungen wie die koronare Herzkrankheit ausgelöst.

Üblicherweise wird Arteriosklerose entweder medikamentös (Blutdrucksenker) oder durch einen chirurgischen Eingriff (Stent, Bypass) behandelt. In der Regel wird bei einer Stent-OP versucht, die Verkalkungen mit sogenannten Hochdruckballons abzubauen, um die Gefäße für den Stent-Einsatz zu erweitern oder es kommt eine Art kleiner Bohrer zum Einsatz („Atherektomie“). Dies ist in beiden Fällen mit Risiken wie der Perforation der Arterie verbunden.

ShockWave Medical mit neuem Behandlungsansatz

Das US-Unternehmen ShockWave Medical hat einen ganz neuen Behandlungsansatz für die Beseitigung der Verkalkungen entwickelt: die sogenannte intravaskuläre Lithotripsie. Mittels eines Katheters werden Schallwellen punktgenau in den verkalkten Teil der Arterie gesendet, um diese aufzubrechen.

Dies funktioniert folgendermaßen: Ein außerhalb des Körpers an den Katheter angeschlossener Generator erzeugt eine Spannung, die im Katheter ein Kochsalz-Kontrastmittel-Gemisch verdampfen lässt. Die dadurch erzeugten sich rasch ausdehnenden und wieder kollabierenden Gasbläschen rufen Ultraschalldruckwellen hervor, die Mikrorisse in den Kalkablagerungen erzeugen und diese schonend abtragen. Im Anschluss kann dem Patienten ein Stent eingesetzt werden.

Bisherige Studienergebnisse zeigen, dass die intravaskuläre Lithotripsie von ShockWave Medical ein geringeres Risiko aufweist als konventionelle Behandlungsmethoden. Ein weiterer Vorteil: Die Schallwellenbehandlung kann ohne Narkose durchgeführt werden. Patienten spüren während der Behandlung lediglich ein leichtes Ziehen in der Brust.

Rasantes Wachstum

ShockWave Medical legt ein hohes Wachstumstempo vor. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 68 Mio. US-Dollar Umsatz erzielt. Für das laufenden Jahr prognostizieren Analysten bereits über 200 Mio. US-Dollar Umsatz.

Einige Vorschusslorbeeren im Aktienkurs enthalten

Sie werden es erahnen: Solche hervorragenden Wachstumsperspektiven gibt es an der Börse nicht zum Schnäppchenpreis. Derzeit wird die ShockWave Medical-Aktie an der Börse mit dem etwa 30-Fachen des für das laufende Jahr prognostizierten Umsatzes bewertet. Im Aktienkurs stecken also schon eine Menge Vorschusslorbeeren. Wenn Sie eine spekulative Depotbeimischung suchen und bereit sind, höhere Risiken einzugehen, dann sollten Sie mal einen näheren Blick auf die Aktie werfen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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