H&R-Aktie hebt nach Zahlen ab

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Der deutsche Chemie-Spezialist H&R hat heute vorläufige Zahlen zum 2. Quartal und zum 1. Halbjahr 2021 vorgestellt. Die H&R-Aktie hob daraufhin regelrecht ab. (Foto: tom - Adobe Stock)

Das deutsche Spezialchemie-Unternehmen H&R hat heute vorläufige Geschäftszahlen für das 2. Quartal und das 1. Halbjahr 2021 vorgelegt. Die H&R-Aktie ist daraufhin nach dem Handelsstart regelrecht explodiert und legte deutlich zweistellig zu.

Doch der Reihe nach: Bevor ich gleich im Detail auf die Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen kurz vorstellen, da es nicht jeder von Ihnen kennen wird.

H&R: Geschichte und Geschäftsmodell im Fokus

Die H&R GmbH & Co. KGaA ist als Unternehmen der Spezialchemie in der Entwicklung und Herstellung chemisch-pharmazeutischer Spezialprodukte und in der Produktion von Präzisions-Kunststoffteilen tätig.

Die Gesellschaft ist 2001 aus der Verschmelzung der WASAG-CHEMIE AG mit der Schmierstoffraffinerie Salzbergen GmbH (H&R Gruppe) hervorgegangen und beschäftigt konzernweit über 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In der Geschäftssparte Chemisch-pharmazeutische Rohstoffe werden hochwertige mineralölbasierte Produkte hergestellt, die wiederum als Rohstoffe für die Kosmetik- und Druckfarbenindustrie, die Medizin- und Pharmabranche sowie die Gummi- und Reifenindustrie dienen. Daneben werden in dieser Sparte auch zahlreiche Industrie- und Autoschmierstoffe produziert.

Die Raffinerien und Misch- und Abfüllbetriebe von H&R gehören nach unabhängigen Studien zu den effizientesten und profitabelsten Anlagen weltweit. Die Sparte Kunststoffe entwickelt und fertigt Präzisions-Kunststoffteile, insbesondere für Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie sowie der Medizin- und Elektrotechnik.

H&R profitiert von gesamtwirtschaftlicher Erholung

H&R hat auch zum Ende des 1. Halbjahres 2021 deutlich von den gesamtwirtschaftlichen Aufholeffekten und der anhaltend positiven Nachfrage- und Preisentwicklung nach chemisch-pharmazeutischen Spezialitäten profitiert, teilt das Unternehmen mit.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag nach vorläufigen Berechnungen im 2. Quartal bei 48,7 Mio. Euro (Vorjahr: 5,9 Mio. Euro) und zog damit auch verglichen zum bereits guten Jahresstart noch einmal kräftig an.

Auf den übrigen Ebenen erholten sich die Ergebnisse entsprechend deutlich: Das operative Ergebnis (EBIT) schloss bei 36,0 Mio. Euro nach letztjährigen -6,7 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag im 2. Quartal 2021 bei 33,2 Mio. Euro nach zuvor -8,9 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte im 2. Quartal von 182,4 Mio. Euro auf 317,2 Mio. Euro.

Auch im 1. Halbjahr 2021 zeigte sich für das EBITDA ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. H&R erreichte hier einen Wert von 74,4 Mio. Euro nach zuvor 16,6 Mio. Euro. Das EBIT kletterte von -8,9 Mio. Euro auf +49,1 Mio. Euro, und der Vorsteuergewinn lag bei 44,5 Mio. Euro (Vorjahr: -12,7 Mio. Euro).

Das Ergebnis je Aktie lag nach dem 1. Halbjahr bei 0,83 Euro, wovon 0,64 Euro alleine im 2. Quartal erwirtschaftet wurden. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des aktuellen Kurses und des Gewinns nur für das 1. Halbjahr bei gerade einmal 11.

H&R hatte bereits im Juni die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Ich hatte Sie im Nachgang auf die günstige Einstiegsgelegenheit hingewiesen. Vielleicht haben Sie sich damals als spekulative Beimischung ein paar H&R-Aktien ins Depots gelegt. Falls ja, gab es heute reichlich Grund zur Freude!

Wall Street – shutterstock_267083465 Matej Kastelic

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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