ElringKlinger setzt auf Wasserstofftechnologie

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Der deutsche Automobilzulieferer ElringKlinger steht kurz vor der Förderzusage für ein Wasserstoff-Mobilitätsprojekt. (Foto: Nordroden/Shutterstock)

Ich bin überzeugt: dem grünen Wasserstoff als klimaneutraler Energieträger wird bei der Energiewende eine wichtige Rolle zugesprochen. In diesem Wachstumsmarkt ist auch das Unternehmen tätig, das wir uns heute näher anschauen wollen.

Die Rede ist von dem mittelständischen deutschen Autozulieferer ElringKlinger, der Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodule, Abschirmteile für Motor, Getriebe und Abgasstrang, Abgasreinigungssysteme sowie Komponenten für Lithium-Ionen-Batterien und Brennstoffzellen produziert.

ElringKlinger-Tochter in der Vorauswahl für EU-Förderprojekt

Blicken wir auf eine aktuelle Meldung: Am Mittwoch dieser Woche teilte der württembergische Automobilzulieferer mit, dass ein Projektvorschlag seiner Tochtergesellschaft EKPO Fuel Cell Technologies (EKPO) von der Bundesregierung für die Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie vorausgewählt wurde.

Insgesamt wurden von der Bundesregierung 62 Projektskizzen von insgesamt 230 eingereichten Projektskizzen in die Vorauswahl genommen. Hierzu zählt auch das EKPO-Projekt, in dem es um die Entwicklung einer neuen Brennstoffzellenstack-Generation für den Nutzfahrzeugsektor geht.

Zur Erläuterung: Bei Brennstoffzellenstacks handelt es sich um in Serie geschaltete Wasserstoff-Brennstoffzellen. Im Vergleich zur Batterietechnik haben mit Wasserstoff-Brennstoffzellen ausgestattete Fahrzeuge eine höhere Reichweite. Wasserstoff-Antriebe sind daher insbesondere im Nutzfahrzeugbereich eine interessante Alternative.

Projekt von ElringKlinger-Tochter mit guten Chancen

Für die Förderung der Nationalen Wasserstoffstrategie werden insgesamt mehr als 8 Mrd. Euro vom Bund sowie den Bundesländern zur Verfügung gestellt. Die in der Vorauswahl befindlichen 62 Projektideen müssen jetzt noch im laufenden Jahr von der Europäischen Kommission beihilferechtlich genehmigt werden.

Bei den an die EU weitergeleiteten Förderanträgen haben insbesondere länderübergreifende Projekte gute Chancen. Diese Anforderung erfüllt das von der ElringKlinger-Tochter eingereichte Projekt in besonderem Ausmaß, denn an EPKO ist neben ElringKlinger auch der französische Automobilzulieferer Plastic Omnium beteiligt.

Hinzu kommt noch, dass Plastic Omnium auch seine österreichische Tochter in das Wasserstoff-Projekt mit einbringt. Hierbei handelt es sich um die ehemalige ElringKlinger Fuelcell Systems Austria GmbH (EKAT), die erst im Herbst 2020 von Plastic Omnium übernommen wurde.

Abschließend ein Blick auf die guten Halbjahreszahlen

Zum Schluss noch ein Blick auf die kürzlich vorgelegten guten Halbjahreszahlen von ElringKlinger: Das Unternehmen konnte in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres den Umsatz um 26% auf 817,6 Mio. Euro steigern. Das operative Ergebnis (EBIT) legte ebenfalls deutlich zu und verbesserte sich von -16,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 71,4 Mio. Euro.

Die ElringKlinger-Aktie hat ausgehend vom Corona-Tief im März 2020 bis Dezember des vergangenen Jahres rasant von rund 4 auf etwa 16 Euro zugelegt. Daran schloss sich eine bis heute andauernde Konsolidierung an, die sich – sofern die Nachrichtenlage gut bleibt – eher nach oben auflösen dürfte.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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