Öl-Aktien: Unsichere Aussichten durch Konjunktursorgen und Angebotsunsicherheit

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Ölkonzerne verdienen wieder gutes Geld. Doch ein eingetrübtes Konsumverhalten und Konjunktursorgen dämpfen den Optimismus. (Foto: Ken Wolter / shutterstock.com)

Der Vormarsch der Delta-Variante von Covid-19 und damit einhergehende Konjunktursorgen mit Blick auf mögliche neue Corona-Restriktionen sowie ein eingetrübtes Konsumverhalten haben die Aussichten auf einen weiteren Anstieg des Ölpreises sichtlich eingetrübt.

Nachdem sich ein Barrel Öl der Sorte Brent von 55,56 $ zum Jahresbeginn um nahezu 50% auf über 77 $ im Juli verteuerte, fiel der Ölpreis zeitweise wieder deutlich auf 65 $ zurück. Inzwischen hat sich der Ölpreis zwar wieder auf über 80 $ pro Barrel erholt. Durch die zunehmenden Kursrückschläge hat es jedoch den Anschein, dass sich der Ölpreis von einer Seitwärts- in eine Abwärtsphase begibt. Die noch unklaren Auswirkungen des Hurrikans Ida sorgen allerdings für eine deutliche Angebotsverknappung. Zu Beginn des Hurrikans senkten die Ölkonzerne die Fördermenge im Golf von Mexico um 1,65 Mio. Barrel. Außerdem wurden die Raffineriekapazitäten auf dem Festland gesenkt.

Vorsicht vor zu hohen Schulden

Historisch betrachtet bewegt sich der Ölpreis damit weiterhin auf einem hohen Niveau. Dies zeigt sich auch deutlich in den Zahlen der Ölkonzerne, die wieder gutes Geld verdienen. Anders als man vermuten würde, ist die Entwicklung der Unternehmen in dieser Branche durchaus sehr heterogen. Der Grund liegt nicht zuletzt in den unterschiedlichen Management-Ansätzen.

Unternehmen wie Occidental Petroleum und Halliburton haben noch immer mit der offensiven Schuldenpolitik der Vorkrisenzeit zu kämpfen und müssen sich in den kommenden Jahren finanziell restrukturieren. Die Folge ist ein überdurchschnittliches Anlegerrisiko bei einem fallenden Ölpreis, da die Zinsen dann nicht mehr verdient werden und die Refinanzierung der fälligen Verbindlichkeiten schwieriger wird. Zudem bleibt den Unternehmen auch in guten Zeiten kaum noch viel Geld für die Ausschüttung von Dividenden übrig.

Exxon Mobil und Chevron locken als Dividendenwerte

Wenngleich die Ölpreisentwicklung kurzfristig keine Kurssprünge mehr erwarten lässt, locken viele Ölwerte derzeit mit hohen Dividendenrenditen. Damit diese nachhaltig gezahlt werden können, bedarf es einer soliden Finanzierung. Mit Blick auf die Fundamentaldaten stechen Aktien von Chevron Corp. und Exxon Mobil positiv hervor. Beide Unternehmen weisen eine geringe Verschuldung auf.

Dies reduziert das Risiko der Aktien und ermöglicht zugleich eine Shareholder- Value-Politik. Aktien von Chevron bieten eine Dividendenrendite von über 5% – Tendenz steigend. Bei Aktien von Exxon Mobil sind es sogar mehr als 6% Dividendenrendite. Zudem erscheinen die Aktien derzeit günstig bewertet. Zieht man den freien Cashflow nach Abzug der Sachinvestitionen als Maßstab für die Ausschüttungskraft heran, kosten Chevron-Aktien derzeit nur knapp mehr als das 9- Fache des freien Cashflows.

Bei Exxon Mobil liegt das Verhältnis von Aktienkurs zu freiem Cashflow unter 9. Bei einer Vollausschüttung des freien Cashflows würde sich die Dividendenrendite der Aktien demnach auf 11% belaufen. Da gibt es durchaus noch Luft nach oben.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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