Anlagechancen im Maschinen- und Anlagenbau

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Die deutsche Maschinen- und Anlagenbaubranche hat sich im 1. Halbjahr 2021 deutlich vom Corona-Schock erholt. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Der Aktienmarkt kam zuletzt nicht richtig von der Stelle, aber die weiteren Aussichten sind positiv. Wie Sie den jüngsten Konjunkturdaten entnehmen können, befindet sich die deutsche Wirtschaft nach der Corona-Krise stramm auf Erholungskurs.

Ein Beispiel aus einer deutschen Schlüsselbranche: Laut dem deutschen Branchenverband für die Maschinen- und Anlagenbauer VDMA stiegen die Inlandsbestellungen im Juni 2021 um 53% gegenüber dem Corona-geprägten Vorjahresmonat; die Auslandsbestellungen legten gar um 57% zu. Insgesamt lag das Auftragsplus in der ersten Jahreshälfte bei 29%.

Und der Optimismus in der Branche für die zweite Jahreshälfte ist – trotz steigender Kosten aufgrund von vorübergehenden Materialengpässen – weiterhin groß. Unter dem Strich rechnet der Branchenverband mit einem Produktionsplus von 10%, im Mai war der Verband noch von „nur“ +7% ausgegangen.

Einzig eine vierte Corona-Welle mit wiederholtem Lockdown könnte aus heutiger Sicht die Zuversicht bremsen. Sie haben vielleicht anhand der kräftigen Kurssteigerungen einiger Maschinenbau-Aktien mitbekommen, dass sich auch an der Börse die Sektor-Stimmung gegenüber Sommer 2020 um 180 Grad gedreht hat.

Dies liegt nicht nur an kurzfristigen Erholungseffekten nach Öffnung der Wirtschaft, sondern hat auch nachhaltige mittel- und langfristige Gründe.

Konjunkturpakete als großer Umsatz- und Gewinntreiber

Ein wichtiger Treiber auf Sicht von ein bis zwei Jahren: Rund um den Globus wurden im vergangenen Jahr Konjunkturpakete geschnürt, die erst jetzt zu ersten messbaren Erfolgen bei den Unternehmen führen.

Richtig sichtbar werden die Staatshilfen, die aber nicht nur als Reaktion auf die Corona-Krise verstanden werden sollten (die Investitionen in die Infrastruktur wurden vernachlässigt), 2022 und darüber hinaus. Auf ein Volumen von fast 3 Billionen US-Dollar summieren sich die konjunkturstützenden Projekte in China und den USA. Hinzu kommen 2,1 Bio. Dollar für den Green New Deal der Europäischen Union.

Energiewende und Industrie 4.0 als weitere Treiber

Doch damit nicht genug. Der technologische Fortschritt im Bereich 5G eröffnet den Maschinen- und Anlagenbauern ebenfalls riesige Geschäfts-Chancen. Denn das ultraschnelle mobile Internet ist eine der wichtigsten technischen Voraussetzungen zur Nutzung der Industrie 4.0-Technologien.

Die „selbstdenkenden“ Maschinen bedeuten einen enormen Effizienzvorteil gegenüber der traditionellen Fertigung. Viele Anleger schauen bei der Aktienauswahl auf die Gewinnspanne des Unternehmens, die sich durch den Einsatz von intelligenten Maschinen und Robotern erheblich steigern lässt. Gleichzeitig lässt sich so die drohende Arbeitskräfteknappheit entschärfen (es rücken zu wenige junge Arbeitskräfte nach).

Anfangs erfordert die Umstellung auf Industrie 4.0 höhere Investitionen. Den Maschinen- und Anlagenbauern stehen also rosige Zeiten bevor.

Achterbahnfahrt an der Börse

Während in den kommenden Jahren sehr viel Rückenwind für die Branche zu erwarten ist (Erholung vom Corona-Schock, billionenschwere Konjunkturpakete, Umrüstung der Fabriken auf Industrie 4.0), gab es in den vergangenen rund drei Jahren sehr viel Gegenwind.

Denken Sie dabei nicht nur an die Corona-Krise, sondern auch um die belastende Brexit-Diskussion und noch stärker an den Handelsstreit USA versus China, der auch viele europäische Export-Unternehmen schwer getroffen hat.

Als Reaktion auf diesen Gegenwind haben auch viele Aktien aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau seit 2018 gelitten. Bei einigen Aktien ging es bereits ab Mitte 2020 wieder stramm nach oben.

Mit dem deutschen Maschinenbauer Hermle stelle ich Ihnen in den kommenden Tagen hier im Schlussgong ein Unternehmen aus der Branche etwas ausführlicher vor, das heute Zahlen für das 1. Halbjahr 2021 vorgelegt hat.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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