ASML profitiert vom Halbleiterboom

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Der Halbleiterkonzern ASML hat beeindruckende Langfristprognosen abgegeben. Bis ins Jahr 2030 soll das Wachstum andauern. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

In den vergangenen Monaten war immer wieder von Lieferunterbrechungen und Produktionsausfällen auf Grund des Mangels an Halbleitern die Rede. So kommt es bei den Automobilherstellern bei der Produktion zu immer größeren Verzögerungen.

Zurecht konnte daher die Frage gestellt werden, warum die Aktien der Halbleiterbranche nicht zu den deutlichen Gewinnern gehören. Bislang konnten diese aber die hohe Nachfrage nicht bedienen. Am gestrigen Tag zeigte ASML, dass das Unternehmen von dem Halbleiterboom anhaltend profitieren wird – die langfristigen Prognosen wurden deutlich angehoben.

Unternehmensportrait

Die ASML Holding N.V. ist ein niederländisches Unternehmen und der weltweit größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie. Die überaus komplexen Maschinen spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung von integrierten Schaltkreisen (Mikrochips) und kommen sowohl in der Auto- als auch in der Elektroindustrie zum Einsatz.

Das Unternehmen wurde 1984 gegründet und ist im Entwurf, der Entwicklung, der Produktion und der Vermarktung aktiv. Zudem bietet es ergänzend die dazugehörigen Dienstleistungen an. Der Kundenkreis umfasst die weltweit größten Halbleiterhersteller – und die haben ja – wie eingangs erwähnt – derzeit sehr volle Auftragsbücher.

Wachstum bis ins Jahr 2030 prognostiziert

Es war schon eine Überraschung, die zur Wochenmitte über die Ticker flackerte: ASML Holding NV, wie erwähnt, einer der wichtigsten Zulieferer von Computerchip-Herstellern, erhöhte seine Finanzprognosen. Angesichts der boomenden Nachfrage nach den Produkten des Hauses soll bis 2030 ein jährliches Umsatzwachstum von rund 11 % erzielt werden.

Und schon in der mittelfristigen Zukunft wird sich der Boom in den Zahlen niederschlagen: So soll der Umsatz bis zum Jahr 2025 einen Wert zwischen 24 und 30 Mrd. Euro (28-35 Mrd. US-Dollar) erreichen und die Bruttomargen dabei bis zu 55% betragen.

Dies ist eine deutliche Steigerung der bisherigen Prognosen. Diese lagen für 2025 bislang bei 15-24 Mrd. Euro und sprachen von Bruttomargen, die bei mindestens 50% liegen sollen.

Aktie mit beeindruckender Kursentwicklung

Die Performance der Aktie fällt in den vergangenen Jahren sehr beeindruckend aus: Gegenüber Jahresbeginn konnte sich die Aktie um rund 66% verbessern. Auf Sicht eines Jahres gab es sogar eine Kursverdopplung. Und Anleger, die den Wert bereits seit 10 Jahren im Depot haben, können sich über ein Kursplus von mehr als 2.300% Zuwachs freuen.

Die jüngste positive Nachricht nahmen die Anleger allerdings zum Anlass, um „Kasse zu machen“. Seit Wochenbeginn verlor die Aktie über 10% an Wert. In Anbetracht der vorherigen Zugewinne ist dies für noch investierte Anleger nicht weiter tragisch.

Branchenüblicher Bewertungsaufschlag

Ein Schnäppchen ist der Wert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 40 für das kommende Jahr aktuell nicht gerade. Aber im Hinblick auf die glänzenden langfristigen Perspektiven der Branche und des Unternehmen selbst fällt der Bewertungsaufschlag auch nicht übermäßig aus. Sollte es noch ein wenig weiter abwärts gehen, könnte sich für langfristig orientierte Anleger eine Einstiegsgelegenheit ergeben.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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