China überholt Deutschland im Anlagenbau

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Im vergangenen Jahr hat China mit 165 Mrd. € erstmals mehr Maschinen exportiert als Deutschland. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Die Konkurrenz aus China steigt.

2020 wurde Deutschland das erste Mal von China in Maschinenbau-Exporten überholt. Deutschland exportierte Maschinen im Wert von 162 Mrd. €. China überholte Deutschland knapp mit Maschinen im Wert von 165 Mrd. €. Damit kommt Deutschland auf 15,5% und China auf 15,8% der Gesamtexporte weltweit.

Auch hier gilt die Corona-Krise als verantwortlich. China war im Vergleich zu anderen Ländern früher und auch kürzer von der Pandemie betroffen. China konnte so den Bedarf decken, der von anderen Unternehmen nicht mehr bedient werden konnte. Das Wachstum Chinas kommt langfristig aber auch deutschen Anlagenbauern zugute. China will seine Produktionsanlagen weiter automatisieren.

Gerade dort sind chinesische Firmen noch hinten dran und benötigen deutsche Maschinen. Andritz konnte erst kürzlich einen Millionenauftrag für eine Maschine für Druck- und Schreibpapier gewinnen. Die Anlage geht in das chinesische Dongying.

Krisen beschleunigen Innovation

Mit der Abschwächung der Corona-Krise folgen in vielen Ländern Konjunkturprogramme. Die Nachfrage nach Anlagen und Maschinen ist auf Rekordhoch. Die Branche erfährt einen ungewohnt hohen Auftragseingang und hat im Vergleich zu anderen Branchen stabilere Lieferketten. Gleichzeitig schreitet die Erholung wichtiger Kunden voran.

Die erhöhte Nachfrage führt aber nicht automatisch zu höherer Profitabilität. Auch die Maschinenbauer müssen umstellen. Die operativen Kosten steigen durch Hygiene und Sicherheit, Digitalisierung und den Aufbau von flexiblen Produktionsprozessen. Die steigende Nachfrage erlaubt zwar eine Erhöhung der Preise. Jedoch ist nicht sicher, ob dadurch die steigenden Kosten komplett aufgefangen werden können.

Abo-Modelle im Anlagenbau

Dienstleistungen im Abo-Modell gab es bislang vorrangig in den Bereichen Technologie und Medien. Im Geschäftsbereich kennt man Abo-Modelle hauptsächlich von Softwarekonzernen wie Salesforce.com und SAP als Software-as-a-Service.

DMG Mori versucht, dieses Geschäftsmodell auch in den Anlagenbereich zu bringen. Mit dem neuen Dienst PAYZR verleiht DMG Mori sein Equipment mit integrierter Software zum Monatspreis. Dies gibt dem Kunden nicht nur eine bessere Kalkulierbarkeit der Maschinen, sondern auch mehr Flexibilität. Wenn eine Maschine nicht mehr benötigt wird, kann das Abo gekündigt und eine neue Maschine geliehen werden. DMG Mori erhofft sich davon höhere Margen und eine bessere Kundenzufriedenheit. In PAYZR ist zurzeit die 3-Achs-Fräßmaschine M1 inklusive Software enthalten.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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