Die Luftfahrt erholt sich

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In die Luftfahrtbranche kehrt nach der größten Krise der Nachkriegszeit wieder ein Stückchen Normalität zurück. (Foto: Sergey Kohl)

Bezüglich der Corona-Krise kehrt in die Luftfahrtindustrie die Normalität zurück.

Immer mehr Ziele werden wieder angeflogen, und das Passagieraufkommen steigt wieder. Die amerikanische Transport Security Administration (TSA) vermeldet steigende Zahlen. Mitte Mai lag das Passagieraufkommen in den USA bei 65% im Vergleich zu 2019. Steigende Impfraten und sinkende Fallzahlen führen zu höherer Reisebereitschaft. Dabei ist die Erholung im Kurzstreckenbetrieb stärker als auf der Langstrecke. Am wenigsten betroffen waren die militärische Luftfahrtindustrie und die Fracht.

Davon profitierten vor allem die Hersteller Lockheed Martin und die Raytheon Company. Erst kürzlich bekam Lockheed den Zuschlag für die Auslieferung vier weiterer Kampfjets des Typs F-35 für die Schweizer Armee.

Auch die Verteidigungssparte bei Boeing konnte sich innerhalb der Corona-Krise beweisen. Die Umsätze von Boeing und Airbus waren im 1. Quartal zwar noch unter Vorjahresniveau. Jedoch stieg die Profitabilität beider Unternehmen. Airbus beendete das Quartal mit schwarzen Zahlen. Mit der Rückkehr des Flugverkehrs steigt der Konkurrenzkampf um Marktanteile. Auch bei den Flugzeugbauern hängt der aktuelle Erfolg von der Stabilität der Lieferkette ab.

USA und EU beenden Strafzölle für Boeing und Airbus

Das Kriegsbeil im Flugzeugbau zwischen den USA und Europa wurde vorerst begraben. Die Strafzölle werden für 5 Jahre ausgesetzt. Damit ist der größte Streit der Geschichte der Welthandelsorganisation (WTO) vorerst eingefroren. Bei der Lösung des Konflikts geht es zum einen um die Sicherung von Jobs, die durch die Corona-Krise verloren gegangen sind.

Die Beseitigung der Strafzölle kurbelt die Branche für beide Seiten an. Zum anderen steht Boeing und Airbus noch die Konkurrenz in China gegenüber. China will seinen Flugzeugbauer Comac in Konkurrenz der beiden Schwergewichte bringen. Experten rechnen damit, dass Comac bis 2030 das Know-how der beiden Konkurrenten erreicht haben könnte und dann Marktanteile der beiden Flugzeugbauer abgräbt. Ausgangspunkt des Konflikts war der Standpunkt der USA.

Europa würde durch großzügige staatliche Beihilfen den Wettbewerb verzerren. Dabei wurde der Erfolg bestimmter Flugzeugtypen mit staatlichen Finanzierungen abgesichert. Kredite für Modelle, die nicht die erwarteten Mengen umgesetzt haben, mussten teilweise nicht zurückgezahlt werden. Wie es nach den 5 Jahren der Aussetzung der Zölle weitergeht, wurde noch nicht beschlossen.

Emissionsfreies Fliegen wieder im Fokus

Das Thema klimafreundliches Fliegen nimmt erneut eine zentrale Rolle ein. Die meisten Passagierflugzeuge werden laut Airbus auch bis 2050 noch abhängig von fossilen Brennstoffen sein. Das Unternehmen möchte bis 2035 das erste emissionsneutrale Flugzeug entwickeln. Die mit Wasserstoff betriebenen Flugzeuge sollen vorerst Regional- und Kurzstreckenflugzeuge ersetzen. Boeings CEO David Calhoun schließt eine flächendeckende Nutzung von Wasserstoff bis 2050 ebenfalls aus.

Die größte technische Hürde bildet die energieintensive Produktion des Wasserstoffs. Airbus-Präsident Obermann setzt weiterhin auf Innovationskraft. Da die Luftfahrt vermehrt von innovativen Technologien und Start-ups beeinflusst wird, müsse man sich vor Fehlern, wie sie in der Automobilbranche gemacht wurden, schützen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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