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Dürr-Aktie führt nach Analystenempfehlung Gewinnerliste im MDAX an

Inhaltsverzeichnis

Beim Familienunternehmen hat man das herausfordernde Corona-Jahr bereits abgehakt und blickt wieder optimistisch in die Zukunft. Im letzten Jahr feierte der Traditionskonzern sein 125-jähriges Firmenjubiläum und peilt nun die Rückkehr auf den Wachstumspfad an. Das freut auch die Aktionäre. Zumal gerade die Privatbank Hauck & Aufhäuser ihr Kaufvotum für die Aktie bestätigt hat und das Unternehmen als Profiteur von gleich mehreren Megatrends ansieht.

Dürr – mehr als nur Lackierroboter

Bevor ich auf die aktuelle Geschäftsentwicklung eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen noch näher vorstellen. Der Maschinenbauer ist ein richtiger Traditions-Konzern, der bereits im Jahr 1896 gegründet wurde und sich weiterhin (zu 29%) in den Händen der Gründer-Familie befindet.

Das Unternehmen ist bekannt für seine Großserien-Lackierereien und Lackier-Roboter. Das Angebot umfasst aber auch ein breites Produkt-Spektrum für den Maschinenbau, die chemische und seit der Übernahme von Homag in 2014 auch die holzverarbeitende Industrie.

Besonders hervorzuheben ist die weltweite Präsenz des Konzerns: Dürr betreibt über 90 Standorte (davon 50 Produktions-Einrichtungen) in 28 Ländern und hat eine hervorragende Präsenz in den Schwellenländern, auf die ~50% des Konzern-Auftragseingangs und ~30% der Belegschaft entfallen.

Hohe Wettbewerbs-Qualität

Dürr ist vorwiegend in oligopolistischen Nischen-Märkten mit begrenztem Wettbewerb aktiv. In fast allen Geschäftsbereichen hält der Konzern marktführende Positionen mit einem Marktanteil von oft mehr als 40%. Als unangefochtener Platzhirsch (Marktanteil >50%) in den Schwellenländern ist das Unternehmen gut positioniert, um vom Automobil-Boom in diesen Märkten im Zuge eines anhaltenden Nachhol-Bedarfs zu profitieren.

Einbruch im Corona-Jahr 2020

Während der Pandemie musste Dürr zum ersten Mal seit 2016 einen Umsatzrückgang verkraften. Die Erlöse sanken um 15,3% auf 3,32 Milliarden Euro. Gleichzeitig rutschte der Anlagenbauer zum ersten Mal seit 2009 in die Verlustzone (-16 Millionen Euro). Doch seither hat sich die Lage wieder deutlich entspannt.

Trotz punktueller Lieferkettenprobleme stand nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2021 ein Umsatz von 2,53 Milliarden Euro in den Büchern (+4,2%). Zugleich konnte Dürr bei der Profitabilität Fortschritte verbuchen: Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) lag im dritten Quartal mit 6,4 % über dem Zielkorridor für das Gesamtjahr (5,0 bis 6,0 %).

Dürr im Plan – Rekord bei Auftragseingängen in Sichtweite

Zuletzt profitierte Dürr von der weltweiten Konjunkturerholung, insbesondere die Holzbearbeitung sorgte für kräftigen Rückenwind. Entsprechend optimistisch zeigte sich der Konzern bei der Vorlage der Quartalszahlen und hat die im Juli erhöhte Jahresprognose noch einmal bekräftigt. Optimistisch stimmt das Management vor allem der stark gestiegene Auftragseingang (+33% auf 3,26 Milliarden Euro). Zum Jahresende stellt der Konzern das obere Ende des Zielkorridors von 4 bis 4,2 Milliarden Euro in Aussicht. Der Umsatz dürfte sich im Gesamtjahr auf 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro belaufen.

Im Geschäftsjahr 2022 soll dann der Umsatz das Vorkrisenniveau wieder überschreiten (3,92 Milliarden Euro). Bei der EBIT-Marge peilt Dürr mindestens 6,7% an. Bis spätestens 2024 dürfte die Rentabilität dann auf über 8% ansteigen.

Den Analysten von Hauck & Aufhäuser scheint das zu gefallen. In der jüngsten Studie taxiert die Privatbank den fairen Wert auf 58 Euro je Aktie (akt. Kurs: 42,18 Euro). Damit liegt Hauck & Aufhäuser am oberen Ende der Schätzungen aller Analysten, die zwischen 38 und 60 Euro liegen.