Nachfrageimpulse aus der Industrie elektrifizieren

KION Symbolbild Gabelstapler_shutterstock_588665969_urfin

Elektronikwerte gelten als ein Gradmesser für die weltweite Konjunkturentwicklung. Aktuell ist die Branche ist auf dem Weg der Erholung. (Foto: urfin / shutterstock.com)

Die Corona-Krise hat die Elektronik-Branche schwer getroffen.

Vor allem die Geschäfte zwischen Unternehmen (B2B) gerieten unter Druck. Die meisten Elektronikkonzerne liefern wichtige Vorprodukte für Kunden, die selbst einer zyklischen Geschäftsentwicklung unterliegen. Unsere Elektronikwerte gelten deshalb als ein Gradmesser für die weltweite Konjunkturentwicklung.

Mit ABB, General Electric, Siemens und Toshiba lässt sich die kurz- und mittelfristige Entwicklung weltweit grob taxieren, denn diese Konzerne sind so stark vernetzt, dass sich Nachfrageschwächen in einzelnen Industriesektoren in deren Zahlenwerken bemerkbar machen müssen. Hier zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild. Die alten Industrien wie der Anlagenbau, klassische Ingenieursprojekte oder das fossile Energiegeschäft sind im vergangenen Jahr kräftig unter Druck geraten und haben teils zweistellige Wachstumsrückgänge verzeichnen müssen, holen jetzt aber mit großen Schritten auf. Noch ist es verfrüht, von einem Rekordjahr 2021 zu sprechen.

Die Aufholjagd beginnt

Ein gutes Beispiel hierfür ist Emerson. Zwar sind die Zahlen für das 1. Halbjahr noch etwas enttäuschend ausgefallen, die Aussichten für die nächsten Monate sind aber positiv. Der Konzern wird von den Nachholeffekten der Industrie profitieren und verfügt über eine hervorragende Liquidität, die es ermöglicht, wieder schneller zu wachsen und richtungsweisende Investitionen zu tätigen.

Ein weiteres Beispiel ist Hitachi. Die Japaner haben die Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen und setzen jetzt auf die Digitalisierung und erneuerbare Energien. Dazu werden zahlreiche Unternehmen aufgekauft, um die eigene Konzernstruktur zu stärken. Auch in Deutschland hat Hitachi seine Präsenz mit zwei Übernahmen verstärkt. Zahlentechnisch blieb der Umsatz zwar noch auf dem Vorjahresniveau, dafür ist unterm Strich ein Gewinnsprung von 470,5% auf 502 Mrd. Yen gelungen. Vor diesen japanischen Erfolgen braucht sich das deutsche Industrieurgestein Siemens nicht verstecken.

Siemens hat für das 1. Halbjahr gute Zahlen vorgelegt und seinen Umsatz um 4,7% auf 28,7 Mrd. € gesteigert. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 36,1% auf 3,43 € je Aktie gelungen. Der Auftragsbestand belegt anschaulich, dass sich diese Entwicklung im Jahr 2021 und wahrscheinlich auch im Jahr 2022 fortsetzen wird.

Sony vor neuem Rekordjahr

Dass es für Sony ein Rekordjahr wird, steht praktisch fest. Die neue Spielekonsole stellt alles in den Schatten und garantiert neue Rekordergebnisse. Sony hat bereits für das abgelaufene Geschäftsjahr beeindruckende Zahlen vorgelegt und bei einem Umsatzplus von 9% auf 9 Bio Yen den Gewinn auf 1,2 Bio Yen mehr als verdoppelt.

Der Konzern kommt mit der eigenen Produktion nicht nach. Andernfalls wären die Ergebnisse noch besser ausgefallen. Die Konsole ist seit Marktstart weltweit ausverkauft.

Software – monsitj ado

Atos-Aktie rutscht auf SechseinhalbjahrestiefWie geht es nach dem Kurssturz des französischen Software-Riesen Atos weiter? Die Anleger sind verunsichert und bislang ist keine Bodenbildung in Sicht. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz