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Trifft die Luftfahrt eine Fusionswelle?

Inhaltsverzeichnis

Die Corona-Krise könnte in ihren Spätfolgen eine Fusionswelle in der Luftfahrtindustrie auslösen.

Die Unternehmen haben erhebliche Schulden gemacht, um ihr Alltagsgeschäft am Laufen zu halten. Gleichzeitig mussten Flotten verkleinert werden, um die Ausgaben zu reduzieren. Nur wenige Unternehmen sehen die Krise als Chance.

Ryanair hat seine Bestellungen der Boeing 737-MAX erhöht, um mit einer effizienten Flotte aus der Corona-Krise zu steigen und sich die Marktanteile der Konkurrenz zu sichern. Die meisten Airlines kämpfen mit hohen Verlusten und niedriger Auslastung. Die Flugzeuge, die in die Luft steigen, sind nicht vollständig ausgelastet, und Corona-Maßnahmen drücken zusätzlich auf die Profitabilität. Auch neue Varianten wie Omikron oder Stürme wie im Februar sind der Branche nicht zuträglich. Viele Experten sehen Anzeichen, die auf eine Fusionswelle hindeuten.

Viele Airlines mussten sich verkleinern und könnten einen Zustand erreicht haben, der allein nicht mehr tragbar ist. Der einzige Ausweg: eine Fusion. Die Größen der Branche wachsen seit Jahren nicht mehr organisch. Die Lufthansa wächst seit Jahren durch Übernahmen von insolvenzgefährdeten Airlines. Die können günstig erworben und kosteneffizient saniert werden. Besonders kleine Airlines, die bestimmte Länder dominieren, stehen im Fokus. Lufthansa hatte beispielsweise angekündigt, in Kooperation mit der Reederei MSC bei der italienischen ITA einsteigen zu wollen. EasyJet bekundete kürzlich, mehr Slots am Flughafen von Mailand in Anspruch nehmen zu wollen, sofern Lufthansa bei ITA einsteigt.

Zukunftstrend Flugtaxi

Wird der Flugverkehr künftig individueller? Die Investitionen in den individuellen Flugverkehr häufen sich. Boeing erhöhte sein Investment in Wisk Aero, einen Hersteller für autonome Flugtaxis, um 450 Mio. $. Dabei handelt es sich um sogenannte eVTOL (electric Vertical Take-Off and Landing aircraft). Diese Flugmaschinen, die aussehen wie kleine Helikopter oder Drohnen, könnten künftig auch auf den Bestellscheinen von Airlines stehen. Besonders für kürzere, individuellere Strecken sind diese gut geeignet. Mit der Lilium GmbH sitzt auch in Deutschland ein Hersteller von eVTOLs. Über eine Mantelfirma (SPAC) ging das Unternehmen im September an die Börse und konnte 584 Mio. $ frisches Kapital einsammeln.

Bis Winter 2022 ist der Marktantritt der ersten Modelle geplant. Das Flugzeug soll als Siebensitzer auf den Markt kommen. Unter den Partnern ist mit Lufthansa auch eine Airline vertreten. Welche Airline jedoch als erstes auf diesen Trend mit direkten Ticketverkäufen reagieren wird, ist noch unklar. Langfristig bieten sich mit senkrecht startenden Leichtflugzeugen, großen Linienverkehrsflugzeugen, die mit Wasserstoff betrieben werden oder nachhaltigem Kerosin, viele innovative Gestaltungsmöglichkeiten in der Luftfahrt. Noch sind Investoren oft Hersteller und Venture-Capital- Unternehmen. Erste Partnerschaften sind jedoch absehbar.

Der steigende Druck der Luftfahrt, sich aufgrund von Umweltstandards verändern zu müssen, treibt die Innovationskraft voran und könnte bei einem frühen Einstieg einigen Airlines einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.