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Authentic Brands schluckt britischen Modehändler Ted Baker

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Die Konsolidierung im britischen Modehandel geht weiter: Heute Morgen gab die in New York City ansässige Authentic Brands Group LLC bekannt, dass sie die britische Modehandelskette Ted Baker plc. übernehmen möchte. Die Vorstände beider Unternehmen haben sich laut Presseerklärung auf eine Übernahmevereinbarung geeinigt.

Die besonders hart von der Corona-Pandemie betroffene Ted Baker-Modehandelsgruppe hatte sich bereits im April 2022 zum Verkauf gestellt. Nach langen Spekulationen über einen möglichen Käufer ist jetzt die Katze aus dem Sack gelassen worden. Wenn Sie bereits im April in Ted Baker investiert haben, können Sie sich über eine solide Übernahmeprämie freuen.

Deal bewertet Ted Baker mit 211 Mio. Britische Pfund (GBP)

Laut Übernahmevereinbarung hat sich Authentic Brands bereit erklärt, 110 Pence in bar für jede Ted Baker-Aktie auf den Tisch zu legen. Bei gut 185 Mio. ausstehenden Ted Baker-Aktien wird die britische Modehandelskette mit 211 Mio. GBP (etwa 250 Mio. Euro) bewertet.

Die Offerte beinhaltet einen Übernahmeaufschlag von 18,2% auf den Aktienkurs von Ted Baker von 93,10 Pence vom 15. August 2022, dem letzten Geschäftstag vor dem Datum dieser Bekanntmachung.

Aktienkurs macht Freudensprung

Die Bekanntgabe der Übernahme kam bei den Investoren gut an. So legte der Kurs der Ted Baker-Aktie bereits am frühen Dienstagmorgen um knapp 17% auf 108,64 Pence zu und lag damit nur noch knapp unterhalb der von Authentic Brands gebotenen 110 Pence.

Sie müssen wissen: Nähert sich der Aktienkurs dem Übernahmeangebot an, spricht – wie in diesem Fall – vieles dafür, dass die Anleger von einem problemlosen Zustandekommen des Deals ausgehen. Übersteigt hingegen der Aktienkurs nach Bekanntgabe eines Deals der Offerte, gehen die Anleger von einem möglichen Alternativangebot bzw. Bieterwettstreit aus.

Die beteiligten Unternehmen im Porträt

Da beide am Deal beteiligten Unternehmen in Deutschland relativ unbekannt sind, möchte ich sie Ihnen kurz vorstellen: Die Authentic Brands Group ist ein amerikanisches Markenmanagement-Unternehmen mit Sitz in New York.

Zu den Beteiligungen bzw. Marken der Authentic Brands Group gehören verschiedene Bekleidungs-, Sport- und Unterhaltungsmarken. So besitzt das US-Unternehmen mehr als 50 Verbrauchermarken, darunter die Modemarken Reebok, Juicy Couture und Forever 21 sowie die Rechte von Berühmtheiten wie z.B. Muhammad Ali, Elvis Presley und Marilyn Monroe.

Authentic Brands ist im Besitz der in Luxemburg beheimateten Investmentgesellschaft     CVC Capital Partners und der US-amerikanischen Investmentgesellschaft HPS Investment Partners.

Mit über 300.000 Verkaufsstellen und über 8.500 Einzelhandelsgeschäften erwirtschaftet Authentic Brands mit seinen Marken einen jährlichen weltweiten Einzelhandelsumsatz von über 21 Mrd. US-Dollar (USD – entspricht etwa 20,7 Mrd. Euro).

Die in London beheimatet Ted Baker-Gruppe bietet sowohl Damen- als auch Herrenmode und modische Accessoires über Einzelhandelsgeschäfte sowie in Online-Shops an.

Das Londoner Unternehmen war von den Corona-Lockdowns besonders schwer betroffen. So mussten die Briten im April 2020 fast 2.000 Mitarbeiter entlassen. Zusätzlich wurden damals alle nicht dringend notwendigen Investitionen gestrichen.

Die heute noch verbliebenen 2.425 Ted Baker-Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021/22 einen Jahresumsatz von gut 428 Mio. GBP (etwa 508 Mio. Euro). Der operative Gewinn (EBIT) lag bei -30,7 Mio. GBP (-36,4 Mio. Euro).

Wie es weitergeht

Die Übernahme wird nach britischem Recht (Part 26 des Companies Act) durchgeführt werden. Folglich werden die Übernahmeunterlagen den Ted Baker-Aktionären bei einer Gerichts- und einer noch einzuberufenden Hauptversammlung vorgelegt werden.

Stimmen die Aktionäre und das Gericht dem Vorhaben zu und geben auch die Aufsichtsbehörden ihre Zustimmung, gehen die beteiligten Unternehmen davon aus, dass die Übernahme im 4. Quartal 2022 in Kraft treten kann.