Internet-Aktien: Starke Management-Entscheidungen machen sich bezahlt

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Selbst meine recht hohen Erwartungen konnten die Internet-Giganten wie Alphabet, Facebook oder Netflix locker übertreffen. (Foto: jonasginter / Adobe Stock)

Die Corona-Krise hat fast allen Unternehmen, die im Internet Geld verdienen, einen Wachstumsschub beschert.

Obwohl die Erwartungen an diese Unternehmen bereits sehr hoch gegriffen waren, wurden sie nochmals übertroffen. Die Zahlen für das 1. Halbjahr haben selbst mich überrascht. Die großen Tech-Unternehmen wie Alphabet, Facebook oder Netflix haben ihre starke Marktposition nochmals ausgebaut. Sie sind vom Wettbewerb kaum noch einzuholen.

Alphabet präsentierte für das 1. Halbjahr herausragende Zahlen und steigerte seinen Umsatz um 47,5% auf 117,2 Mrd. $. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 167,7% auf 53,54 $ je Aktie. Besonders hervorzuheben ist die Video-Plattform YouTube, die Alphabet im Jahr 2006 für umgerechnet 1,3 Mrd. € übernommen hatte. Heute macht die Plattform diesen Umsatz in wenigen Wochen. Ähnlich große Erfolge erzielte Facebook. Die Übernahmen von WhatsApp und Instagram waren die richtigen Management-Entscheidungen. Heute verdankt der Konzern diesen Tochtergesellschaften einen großen Teil seines Erfolgs.

Auch Facebook hat im 1. Halbjahr unsere hohen Erwartungen nochmals übertroffen und den Umsatz um 51,7% auf 55,3 Mrd. $ gesteigert. Unterm Strich hat sich der Gewinn auf 6,90 $ je Aktie fast verdoppelt.

Dagegen konnte mich Netflix weniger mit Zukäufen, dafür aber mit seinen starken Eigenproduktionen überzeugen. Produktionen, die anfangs verpönt waren, räumen heute Filmpreise in Serie ab und begeistern mit immer neuen Staffeln ihre treuen Zuschauer. Die Kundenbindung ist im Markt einzigartig. Im 1. Halbjahr legte der Umsatz um 21,7% auf 14,5 Mrd. $ zu. Unterm Strich hat sich der Gewinn auf 6,72 $ je Aktie mehr als verdoppelt.

China bleibt unkalkulierbar

Rein zahlentechnisch konnte mich Tencent ebenfalls begeistern. Tencent hat für die ersten 9 Monate beeindruckende Zahlen vorgelegt und ist in allen wichtigen operativen Bereichen gewachsen. Jedoch mischt sich die chinesische Regierung immer stärker in die Wirtschaft ein. Diese Entwicklungen sind kaum seriös bewertbar. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich der Handelskrieg zwischen den USA und China spürbar verschärft. Für uns ein klares Minus – leider.

RTL überholt ProSieben

Der deutsche TV-Markt ist eine Sache für sich. Im Konkurrenzkampf lag die ProSiebenSat.1 Media SE lange Zeit vor der RTL Group. Die Erfolge der Streaming-Dienstanbieter haben den TV-Markt nachhaltig verändert. RTL und ProSieben mussten sich neu erfinden. Beide Konzerne machen hierbei große Erfolge. Besonders beeindruckt hat mich RTL. Der Umsatz legte im 1. Halbjahr um 13,7% auf 3 Mrd. € zu. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 814,8% auf 5,58 € je Aktie gelungen. Die eigene Streaming-Plattform TVNOW wird jetzt in RTL+ umbenannt und soll weltweit ausgerollt werden. Auch diese Plattform floppte zunächst, entwickelt sich jetzt aber zum Erfolgsgarant. Grund dafür ist die Vernetzung von klassischen TV-Inhalten und kostenpflichtigen Zusatzangeboten im Internet, gepaart mit einem Abonnement-Modell.

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RTL setzt sich von ProSieben abDie RTL Group hat es mit ihrer Multi-Channel-Strategie geschafft, den Platzhirschen ProSiebenSat.1 Media hinter sich zu lassen. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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