SMA Solar Technology reduziert Jahresprognosen

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Die SMA Solar Technology AG hat gestern ihre Prognosen für 2021 deutlich eindampfen müssen. Gründe waren Lieferengpässe und Projektverschiebungen. (Foto: Evan Lorne / Shutterstock.com)

Ein weiteres Unternehmen hat seine optimistischen Erwartungen aufgrund der anhaltenden Lieferschwierigkeiten bei elektronischen Bauteilen eindampfen müssen. So hat die im nordhessischen Niestetal ansässige SMA Solar Technology AG gestern bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine Prognosen aufgrund der Unterversorgung mit elektronischen Bauteilen kürzen muss.

Lieferengpässe und Projektverschiebungen belasten

Neben den Lieferengpässen bei den Halbleiterprodukten aus Ostasien gibt es auch interne Gründe für die gedämpften Erwartungen: So haben sich laut Unternehmensmitteilung auch einige Kundenprojekte in das Folgejahr verschoben.

Dennoch geht der SMA-Vorstand davon aus, dass die Umsätze im 2. Halbjahr 2021 über denen des 1. Halbjahres liegen werden. Diese werden nach Einschätzung des Vorstandes aber unter dem bisher prognostizierten Niveau bleiben.

Weniger Umsatz und Erlöse als erwartet

Die SMA Solar Technology AG rechnet für 2021 nunmehr mit einem Umsatzvolumen in Höhe von 980 Mio. Euro bis 1,03 Mrd. Euro. Bisher war noch ein Umsatz von 1,075 bis 1,175 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2021 prognostiziert worden.

Auch bei der Ergebnisprognose musste SMA deutliche Abstriche machen. Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2021 nur noch einen Erlös vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 50 bis 65 Mio. Euro (zuvor 75 bis 95. Mio. Euro).

Dennoch bleibt das Unternehmen optimistisch. So haben sich nach Einschätzung des Vorstands die mittelfristig sehr guten Geschäftsaussichten für SMA nicht geändert.

SMA Solar: Geschäftsmodell und Perspektiven im Fokus

Schauen wir uns zum Schluss noch das Geschäftsmodell von SMA und die Halbjahreszahlen an: Die SMA Solar Technology AG ist laut eigenen Angaben ein global führender Spezialist für Photovoltaik-Systemtechnik.

Bekannt ist das Unternehmen vor allem als Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen. So hält SMA rund 1.600 Patente und eingetragene Gebrauchsmuster. Zu seinen Kunden zählt das Unternehmen sowohl Privatpersonen (Eigenheimbauer) als auch gewerbliche Kunden.

Die SMA Solar Technology AG ist seit 2008 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und aktuell im TecDAX der Deutschen Börse notiert. Nach Bekanntgabe der Prognosesenkung am gestrigen Montag brach der Kurs der SMA-Aktie zeitweise deutlich zweistellig ein, erholte sich dann aber wieder etwas.

Im 1. Halbjahr 2021 konnte SMA seine Profitabilität noch deutlich steigern. Das Unternehmen erzielte in den Monaten Januar bis Juni 2021 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 38,1 Mio. Euro. Das waren 58% mehr als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres (24 Mio. Euro).

Da SMA im Wachstumsmarkt der Erneuerbaren Energien tätig ist, gehe ich davon aus, dass das Unternehmen nach Behebung der Lieferengpässe in 2022 operativ wieder zulegen kann. Dennoch drängt sich ein Kauf hier aus meiner Sicht aktuell nicht auf.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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