Corona ist weiterhin das zentrale Thema der Luftfahrt

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Auch wenn der Flugverkehr wieder etwas zugenommen hat, so bleib Corona weiterhin zentrale Thema der Luftfahrt. (Foto: IlkerErgun / Shutterstock.com)

Die Corona-Krise zwingt die Airlines zum Umdenken. Aufgrund der Unsicherheiten werden Milliarden an Reserven gebildet, um so flexibel zu bleiben. So baute die Lufthansa ihre liquiden Mittel auf 11,1 Mrd. € aus und IAG auf 10,2 Mrd. €. Wegen des niedrigen Flugbedarfs mussten Flugzeuge aus den Flotten genommen werden. In Europa kam es zu einer schwächeren Erholung, und die Airlines fliegen mit geringerer Kapazität als in der USA. Kein Konkurrent will diese kaufen, und so sind die Preise für ältere Modelle im Keller.

Zeitgleich verbleiben neuere Modelle im Bestand, der durch effiziente Typen wie beispielsweise der Airbus A320neo oder die Boeing 737 MAX aufgestockt wird. SWA plant bis 2030 einen Bestand von 650 Flugzeugen des Typs 737 MAX. Alaska Air hat Optionen zum Kauf von 63 Flugzeugen der Typen 737 MAX und 30 Airbus A320neo. Fluggesellschaften der USA haben einen Vorteil zu europäischen. Dort war die Erholung früher spürbar, und die meisten Fluggesellschaften sind bereits wieder profitabel.

In Europa kam es zu einer schwächeren Erholung, und die Airlines fliegen mit geringerer Kapazität als in der USA. Gleichzeitig mussten erhebliche Schulden aufgenommen werden. Ryanair sieht in diesem Marktumfeld eine Chance und hat bereits 379 neue Routen und 10 neue Standorte in das Flugnetz aufgenommen, um weiter Marktanteile aufzubauen. Auch Ryanair plant massive Flotteninvestitionen in die 737 MAX.

Zukunftstrend nachhaltiger Flugzeugtreibstoff

Die Luftfahrt schaut nach nachhaltigen Alternativen zum klassischen Kerosin. Wegen hoher Emissionen gerät die Branche immer wieder in die Kritik. Fliegen hat durch die hohen Emissionen einen Imageschaden, und Verbote für Kurzstrecken- oder Inlandsflüge sind immer wieder Thema der politischen Diskussion.

Eine Alternative könnte dabei ein neuer Treibstoff sein, der in der Branche SAF (Sustainable Aviation Fuel) genannt wird. Bei SAF werden Ausgangsstoffe wie Ölabfälle, Haushaltsabfälle oder industrielle Bioabfälle gesammelt und durch einen Produktionsprozess in nachhaltigen Flugzeugtreibstoff konvertiert.

Anschließend wird normales Kerosin mit dem nachhaltig hergestellten Treibstoff gemischt und in Flugzeuge getankt. Künftig soll die Konzentration erhöht werden, bis irgendwann 100% des Treibstoffes verwendet werden können. Der Vorteil von SAF liegt in der Nutzbarkeit. Da es sich von herkömmlichem Kerosin kaum unterscheidet, kann es aktuell von allen kommerziell zugelassenen Flugzeugen benutzt werden.

SAF kann bisher noch nicht ohne Kerosin verwendet werden und muss dafür noch einige technische und regulatorische Hürden nehmen. Dennoch ist der Bedarf auf Allzeithoch und das künstliche Kerosin bisher die einzige Möglichkeit, durch Treibstoff Emissionen zu reduzieren. Viele Fluggesellschaften haben sich zur Abnahme verpflichtet, um ihre Emissionen zu reduzieren. Die weltweiten politischen Rahmenbedingungen sorgen für weiteren Aufwind.

Ryanair plant, bis 2030 12,5% ihrer Flüge mit SAF zu bewerkstelligen. American Airlines hat eine Partnerschaft mit Kühne & Nagel, dass gewisse Logistikaufträge mit SAF ausgeführt werden. Als Hersteller des nachhaltigen Treibstoffs sind unter anderem BP, Repsol und Neste zu nennen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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