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Nemetschek-Aktie: Spezialist für Bausoftware streckt Fühler in die USA aus

Inhaltsverzeichnis

Seit Jahren wächst der Münchener Spezialist für Architektur- und Bausoftware kräftig. Neben organischem Wachstum spielen auch gezielte Übernahmen eine wichtige Rolle. Jetzt hat der TEC-DAX-Konzern zum ersten Mal in diesem Jahr zugeschlagen und sich Pixologic geschnappt. Mit dem Kauf des US-Unternehmens baut Nemetschek sein Geschäft mit der Unterhaltungsbranche aus.

Nemetschek – deutscher Softwarespezialist mit starker Marktposition…

Bevor ich auf die jüngsten Übernahme eingehe, möchte ich Ihnen den Familienbetrieb (51,57% der Aktien befinden sich in Händen der Nemetschek-Familie) erst einmal näher vorstellen:

Nemetschek ist Europas größter Anbieter von Architektur- und Bausoftware. Die grafischen, analytischen und kaufmännischen Lösungen decken einen Großteil der gesamten Wertschöpfungskette am Bau ab – von der Planung und Visualisierung eines Gebäudes über den eigentlichen Bauprozess bis zur Nutzung. Die Produkte des Unternehmens sind bei mehr als sechs Millionen Kunden in 142 Ländern weltweit im Einsatz. Der Expansionsfokus liegt auf Amerika und Asien.

…..und hoher Wettbewerbs-Qualität

Die Vertriebs-Strategie der Firma ist ausgesprochen durchdacht und mündet in einer meist langanhaltenden Kundenbeziehung. Architekten und Ingenieure erlernen die Software bereits frühzeitig an Hochschulen, auch kostenlose Studenten-Versionen tragen frühzeitig zur Kundenbindung bei.

Mittlerweile liegt der Marktanteil in der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) bei bis zu 80% – die Nemetschek-Software hat sich zum Quasi-Standard entwickelt. Netzwerk-Effekte tragen zu weiterem Ausbau der Marktanteile bei.

Hohe Wechselkosten in Form neuer Lizenzen und der Aufwand ein neues Programm zu erlernen führen zu einer hohen Kundenloyalität. Diese kommt in einer niedrigen Wechselrate von ca. 5% und weniger zum Ausdruck. Zugleich investiert Nemetschek jährlich zwischen 20 und 25% der Umsätze wieder in die hauseigene Produkt-Entwicklung und versucht damit seine beeindruckende Marktstellung zu verteidigen.

Übernahme stärkt Position im Unterhaltungssektor

Nun zur Übernahme: Maxon, eine Tochtergesellschaft der Nemetschek und Entwickler von 3D-Software für die Kreativbranche, hat die Übernahme von Pixologic bekanntgegeben. Im Rahmen eines Asset-Deals (Kaufpreis unbekannt) soll die Gesellschaft übernommen werden.

Zum Hintergrund: Pixologic hat Z-Brush entwickelt. Dahinter verbirgt sich eine mit dem Oscar-Filmpreis prämierte Software für sogenanntes digitales Sculpting und 3D-Modellierung. Die Software wurde bereits für renommierte Filmprojekte wie Dune, Star Wars, Avatar, Game of Thrones und andere eingesetzt. Zu den Kunden zählt die Firma Filmstudios, Spieleentwickler, Designer, Werbefachleute, Illustratoren und Künstler.

Zuletzt kamen die wichtigsten Wachstumsimpulse bei Nemetschek auch aus dem Media & Entertainment Segment, das allerdings noch vergleichsweise klein ist. In der Gruppe soll der Anteil der Medien-Sparte am Gesamtumsatz in 2021 aber bereits bei rund 10% liegen.

Autodesk weiter auf Wachstumskurs

Zuletzt wuchs der Gesamtkonzern weiter zweistellig. Die Umsätze kletterten im dritten Quartal um 13,9% auf 139,3 Millionen Euro nach oben. Vor allem der hohe Anteil an wiederkehrenden Erlösen (inzwischen 62,9%) macht sich positiv bei den Gewinnmargen bemerkbar: So stieg der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 16,4% auf knapp 54,4 Millionen Euro.

Das entspricht einer EBITDA-Marge von 32,1% und lag nochmals 0,7 Prozentpunkte über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 39,3 Millionen Euro hängen (+32,9%).