Bei Gazprom und Lukoil läuft das Geschäft

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Bei Gazprom ist es das Gas und bei Lukoil das Öl, was die Geschäfte der beiden russischen Energiekonzerne kräftig antreibt. (Foto: g0d4ather / shutterstock.com)

Im 1. Quartal konnte Gazprom den Umsatz um 31% auf 2,3 Bio RUB steigern. Der Gewinn lag bei 447 Mrd RUB.

Gazproms Gassparte konnte in allen Regionen wachsen

In Europa stieg das Verkaufsvolumen um 25%. Dank der deutlich gestiegenen Rohstoffpreise kletterte der Umsatz um 59% auf 730 Mrd. RUB. Dank der Erweiterung der Turkstream-Pipeline, die das russische Gas über das Schwarze Meer und die Türkei nach Südeuropa transportiert, konnte der Absatz in Serbien (+125%), in der Slowakei (+34,6%) und in Ungarn (+15%) deutlich gesteigert werden. In den GUS-Staaten stieg der Umsatz mit 113 Mrd. RUB um 30% und das Verkaufsvolumen um 28%. In Russland stieg die Verkaufsmenge um 19%. Der Umsatz kletterte um 23% auf 398 Mrd. RUB.

Das Öl- und Raffineriegeschäft konnten kräftig zulegen

Die zweitgrößte Sparte, das Raffineriegeschäft, legte mit einem Umsatz von 550 Mrd. RUB um 16% zu. Der Anstieg ist vor allem auf höhere Preise zurückzuführen. Die Energiesparte wuchs um 19% auf 188 Mrd. RUB und das Ölgeschäft um 50% auf 182 Mrd. RUB. Im vergangenen Quartal wurde das Gasverarbeitungswerk Amur in Betrieb genommen.

Im fernen Osten Russlands verarbeitet das Werk Mehrkomponentengas aus der Lagerstätte Tschajandinskoje, dass durch die Pipeline Power of Siberia zugeführt wird. In Zukunft wird auch die Lagerstätte Kowyktinskoje angeschlossen. Das Werk produziert neben verschiedenen Formen von Gas und Flüssiggas auch Helium. Die geplante Gesamtkapazität beträgt 42 Mrd. Kubikmeter Gas jährlich.

Unternehmensporträt

Gazprom ist mit einem Anteil von 18% an der Weltfördermenge und dem Besitz von 17% der weltweit nachgewiesenen Reserven der weltgrößte Erdgaskonzern. Zu den Geschäftsbereichen zählen die Erschließung, Förderung und Lieferung von Erdgas. Hauptabnehmer sind neben Russland die GUS-Staaten sowie Europa.

Lukoil bleibt auf dem Wachstumspfad

Dank des hohen Ölpreises konnte Lukoil den Umsatz im 1. Halbjahr um 54% auf 4 Bio RUB steigern. Unterm Strich stand ein Gewinn von 347 Mrd. RUB. Das operative Ergebnis ist um 122% auf 654,2 Mrd. RUB gestiegen. Die Upstream-Sparte konnte das operative Ergebnis in Russland um 176% und International um 46% steigern.

Die Downstream-Sparte, zu der auch das Raffineriegeschäft gehört, steigerte das Ergebnis in Russland um 60%. Außerhalb Russlands konnte eine Steigerung von 300% erzielt werden. Der russische Ölkonzern ist an die Fördermengenbeschränkung der OPEC+ gebunden. Deswegen lag die Gesamtfördermenge mit 2,15 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag 3,3% niedriger als im Vorjahr. Die Ölfördermenge ist um 8% gesunken, während die Gasfördermenge um 7% gestiegen ist.

Das Wachstum von Lukoil wird lediglich durch die Fördermengenbeschränkungen gebremst

Betrachtet man nur das 2. Quartal, dann wird deutlich, dass die OPEC+ die Fördermenge wieder anhebt: Lukoil konnte 2% mehr fördern. Trotz der Beschränkungen baut der Konzern seine Förder- und Raffineriekapazitäten in Westsibirien weiter aus. Auch der Ausbau der Förderkapazitäten auf dem V.-Filanovsky-Feld und die Erschließung des V.-Grayfer-Felds im Kaspischen Meer schreitet immer weiter voran.

Im Golf von Mexico konnte Lukoil neue Ölvorkommen entdecken. Das Volumen des neuen Feldes wird auf 200 Mio. Barrel Öläquivalent geschätzt. Im August hat das Unternehmen mit der Erschließung des Feldes begonnen.

Unternehmensporträt

Lukoil ist der zweitgrößte russische Ölkonzern, der von der Ölförderung bis zum Tankstellennetz die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Lukoil entstand 1991 aus drei der größten sibirischen Ölgesellschaften. Lukoil ist in 35 Ländern weltweit aktiv. An rund 5.600 Tankstellen in 22 Ländern werden die Produkte vertrieben.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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