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Gazprom Aktie: Diese 15% Dividende sollten Sie ignorieren

Gazprom Aktie: Diese 15% Dividende sollten Sie ignorieren
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Inhaltsverzeichnis

Über Jahre war Gazprom eine Art Geheimtipp: Das Unternehmen versorgte Europa und große Teile Asiens mit Gas. Wegen der Sanktionen und dem Russland-Risiko war die Bewertung niedrig und viele Privatanleger in Deutschland griffen beherzt zu. Doch dann kam der Ukraine-Krieg. Russland hat eine Grenze übertreten. Niemand hatte eine derartige Eskalation für möglich gehalten.

Inzwischen steckt Russland in der Ukraine fest, bombardiert die Zivilbevölkerung, erleidet mutmaßlich heftige Verluste und es gibt nur wenig Hoffnung, den Konflikt so zu lösen, dass beide Seiten mit der Einigung leben können. Für die Aktie von Gazprom macht das wenig Hoffnung – wir haben den Wert dennoch fundamental analysiert und erklären, warum eine Bewertung der Aktie aktuell unmöglich ist.

Gazprom ist mit einem Anteil von 18% an der Weltfördermenge und dem Besitz von 17% der weltweit nachgewiesenen Reserven der weltgrößte Erdgaskonzern. Zu den Geschäftsbereichen zählen die Erschließung, Förderung und Lieferung von Erdgas. Hauptabnehmer sind neben Russland die GUS-Staaten sowie Europa.

Diese Zahlen stimmten noch

In den ersten 9 Monaten konnte Gazprom den Umsatz um 56% auf 6,7 Bio RUB steigern. Das Unternehmen konnte einen Rekordgewinn von 1,6 Bio RUB erzielen. Im Vorjahr fiel aufgrund der Corona-Krise ein Verlust von 366,5 Mrd RUB an. Der Umsatz durch den Verkauf von Gas ist um 77% gewachsen. Die Verkäufe von Raffinerieprodukten sind um 42% gestiegen. Auch die vergleichsweise kleine Ölsparte konnte um 81% zulegen.

Die Energiesparte konnte um 19% wachsen. Im Januar förderte Gazprom 47,4 Mrd Kubikmeter Gas, was einer Steige[1]rung von 0,5% entspricht. Innerhalb Russlands hat das Unternehmen in diesem Zeitraum 3,2% mehr Gas verkauft, die internationalen Ver[1]äufe sind allerdings um 41,3% eingebrochen. Die Lieferungen durch die Turk-Stream-Pipeline, die nach Südosteuropa erweitert wurden, sind deutlich angestiegen. In Bulgarien stieg der Absatz um 20,6%, in Bosnien und Herzegowina wurden 12,9% mehr Gas verkauft.

Finger weg!

Auch die Gasexporte durch die Pipeline Power of Siberia nach China haben zugenommen. Währenddessen sind die Füllmengen der europäischen Untertagespeicher auf einem historischen Tiefpunkt. Das Unternehmen hat her[1]vorragende Wachstumsaussichten und baut sein Pipelinenetzwerk immer schneller aus. Die aktuelle Geschäftsentwicklung ist allerdings direkt an den Verlauf des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine gekoppelt. Die Gaslieferungen nach Europa, die der wichtigste Geschäftsbereich von Gazprom sind, können jederzeit beidseitigen politischen Maßnahmen zum Opfer fallen. Die Dividendenrendite von rund 15% können Sie ignorieren!