Haier Aktie: Erster China-Konzern auf Eurobasis

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Die Haier-Aktie ist seit Kurzem die erste chinesische Aktie, die in Euro handelbar ist. Der weltgrößte Haushaltsgerätehersteller expandiert. (Foto: Ekaterina Kupeeva / shutterstock.com)

China ist unverändert auf Wachstumskurs. Trotz des Streits mit den USA um Strafzölle ziehen die Exporte weiter an. Auch das der pandemiebedingt verlangsamte Wachstumskurs ist kein wirklicher Anlass zur Sorge. Doch viele attraktive China-Aktien sind für deutsche Anleger schwer zugänglich. Zu den Ausnahmen gehört die Aktie von Haier.

Haier-Aktie seit Oktober 2018 in Frankfurt notiert

Der weltweit größte Haushaltsgroßgerätehersteller findet sich auch in Deutschland an der Börse. Die Haier-Aktie ist an der deutsch-chinesischen Plattform Ceinex der Börse Frankfurt notiert und wird dort in Euro gehandelt. Haier Electronics, das 2016 die Hausgeräte-Sparte von General Electric gekauft hatte, verabschiedet sich derzeit vom Image einer Billigmarke. Umsätze und Gewinn sind zuletzt um gut 20 % gestiegen. Auch in den vergangenen Jahren ging es mit den Erlösen fast durchgehend bergauf. Der Umsatz 2017 betrug umgerechnet ca. 20 Mrd. Euro.

Beim deutschen Börsengang am 24. Oktober 2018 lag der Eröffnungskurs der Aktie bei 1,05 Euro. Nach anfänglich wenig Schwankungen sackte der Kurs bis auf 0,60 pro Aktie während des Corona-Pandemiefrühlings 2020 ab. Seither hat sich Haier deutlich erholt und brachte es im Januar 2021 sogar auf ein Allzeithoch von 2,54 Euro.

Außer dem Zweitlisting ist die Haier-Aktie traditionell an der Börse in Shanghai notiert. Seit dem Jahre 2000 hat sie ein Plus von gut 500 % gebracht.

Solider Marktführer auf Expansionskurs

Die Börse Frankfurt hat 2015 mit Gründung der Ceinex neuen Anlauf genommen und die Zugangsregeln verschärft. Dazu gehören etwa ein substanzielles Geschäft in Europa, internationale Präsenz, gute Geschäftshistorie und eine zuverlässige Dividendenpolitik. Haier ist nun der erste echte solide Blue Chip im Angebot, der seine Börsenreife seit 1993 längst unter Beweis gestellt hat. Der günstige Preis soll deutsche Anleger locken, die das Unternehmen noch nicht kennen.

Dabei ist zunächst wichtig, dass man Haier nicht mit Haier verwechselt. Das in Frankfurt mit D-Aktien (D für Deutschland) gelistete Unternehmen ist auf Kühl- und Gefrierschränke sowie Klimaanlagen oder Waschmaschinen spezialisiert und nennt sich nach der Stadt ihres Hauptsitzes Qingdao Haier. Haier Electronics wiederum stellt unter anderem Smartphones her und ist an der Börse von Hongkong gelistet. Es hält 41% an Qunigdao Haier.

In seinem Bereich ist Qingdao Haier seit Jahren Weltmarktführer mit einem Marktanteil von 13,3 %. Der Börsengang in Frankfurt soll nicht nur Deutschen zeigen, dass es neben Miele, Bosch oder Siemens noch eine Alternative zu „weißer Ware“ gibt. Geplant ist der Ausbau des Europageschäfts. Dazu gehört auch die Übernahme des italienischen Herstellers Candy für 475 Mio. Euro in 2018. Beim Börsengang waren rund 320 Mio. Euro eingesammelt worden.

Haier ist auf Expansionskurs und als erste chinesische Aktie, die in Euro handelbar ist, durchaus ein interessantes Papier für das Portfolio.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

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