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Chemiebranche: Zu hohe Nachfrage ist das größte Problem

Inhaltsverzeichnis

Die Auswirkungen der Corona-Krise nehmen ab.

Die Inzidenzen erreichen fast täglich neue Rekordtiefs. Spiegelbildlich sehen wir Nachholeffekte, eine verbesserte Wirtschaftslage und eine starke Frequentierung des Welthandels. Die hohe Nachfrage ist kaum zu bedienen. Lieferengpässe sind das größte Problem der Chemie- Branche. Wichtige Vorprodukte sind kaum noch zu kriegen oder nur zu Mondpreisen zu erwerben. Damit erhöht sich das gesamte Preisniveau der Branche.

Davon profitieren die Unternehmen, die frühzeitig auf eine Produktion in Eigenregie gesetzt haben und jetzt nicht teuer zukaufen müssen. Zudem zeigt sich jetzt, welche Konzerne ihre Marktmacht ausspielen können. Ein Beispiel ist die Produktion von Plastikstoffen, die derzeit besonders gefragt sind.

Covestro konnte seinen Umsatz im 1. Quartal um 18,8% auf 3,3 Mrd. € steigern. Dabei ist ein Gewinnsprung von 1.745,5% gelungen. Die Prognose für 2021 wurde kräftig angehoben. Auch Linde (3606), ein wichtiger Zulieferer von Covestro, konnte den Aufwärtstrend bestätigen. Hier legte der Umsatz um 7,5% auf 7,2 Mrd. € zu. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 73,8% auf 1,86 € je Aktie gelungen.

Auch BASF setzt künftig verstärkt auf Plastikstoffe. Zuletzt wurde Polyamid 6.6 von Solvay für 1,3 Mrd. € übernommen. Mit dieser Akquisition erweitert BASF seine Kompetenzen in der Polyamid-Herstellung, die als Vorprodukt nach Asien, Nord- und Südamerika verkauft werden.

Tierlose Nahrung ist eine Geschmacksfrage

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Tierlose Nahrung sei nicht nur klimafreundlicher, sondern auch gesünder. Das freut nicht nur die Hersteller von Aromaund Geschmacksstoffen, sondern auch die Agrochemie- Konzerne wie BASF, Bayer oder Yara International. Dabei zeichnet sich ab, dass es nicht nur auf die richtigen Düngemittel ankommt, sondern auf eine ergänzende Anwendung von genoptimiertem Saatgut. Nach der Übernahme von Monsanto ist Bayer der klare Marktführer und überzeugt uns mit dominierenden Innovationen.

Dabei kann Bayer Größeneffekte ausspielen, wodurch die besseren Produkte auch noch preisgünstiger sind als es die Konkurrenz anbieten kann. Doch der Streit um das mutmaßlich krebserregende Glyphosat ebbt nicht ab. Aufgrund hoher Rückstellungen blieben die Zahlen hinter ihren Möglichkeiten. Ich rechne damit, dass der Rechtsstreit in diesem Jahr erledigt wird. Die Zahlen für das 1. Quartal zeigen bereits die Richtung an: Bayer erzielte einen Gewinnsprung von 40,1%. Dagegen hat Yara 2020 weniger umgesetzt, aber mehr verdient. Der Umsatz sank um 9,3% auf 11,7 Mrd. $. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 15,4% auf 691 Mio. $.

Impulse aus der „alten“ Industrie

Doch auch abseits der Zukunftsthemen zeichnen sich für die Chemie-Branche Wachstumschancen ab. Der Konjunkturzyklus steht vor der nächsten Wachstumsphase. Die Nachfrage aus der „alten“ Industrie steuert in diesem Jahr auf ein neues Hoch zu. Profiteure sind alle Zulieferer.

So wird Sika vom anhaltenden Bau-Boom profitieren und LANXESS oder FUCHS Petrolub mit dem Strukturwandel im Automobilsektor Geld verdienen. Auch Dow Inc. und DuPont de Nemours werden nach der Abspaltung beide – dank der hohen Industrienachfrage – profitabel wachsen können.