Schokoladenaktien versüßen das Depot

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Da Schokolade vorwiegend zu Hause konsumiert wird, ist die Branche weniger von der Corona-Krise und den Einschränkungen in der Gastronomie betroffen. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Seit Beginn des Jahres konnten vor allem die Hersteller von Schokolade starkes Wachstum verzeichnen.

Als Gewinner sind hier vor allem Lindt & Sprüngli, Barry Callebaut und Hershey zu nennen. Die Aktie von Hershey legte im 1. Halbjahr über 20% zu. Bei Lindt wurde erstmals die Marke von 100.000 SFr je Namenaktie gebrochen. Die Aktie von Lindt ist die Zweitteuerste der Welt. Übertroffen wird sie nur von der A-Aktie von Berkshire Hathaway. Aktiensplits scheinen beiden Unternehmen fremd zu sein. Die Schokoladen-Unternehmen wachsen hauptsächlich organisch. Zukäufe, Fusionen und Übernahmen sind in der Branche eher selten.

Das Schokoladengeschäft ist markenfokussiert. Hershey führt unter anderem die Marken Hershey’s und Reese’s und ist gleichzeitig für die Vermarktung von Kit- Kat in den USA verantwortlich. Lindt vermarktet hauptsächlich Abwandlungen des eigenen Namens wie Lindor oder Lindt Pralinés. Der Name des Traditionsunternehmens steht dabei für Qualität und Hochwertigkeit. Barry Callebaut weicht von den traditionellen Konzernstrategien etwas ab. Zwar hat das Unternehmen auch eigene Marken. Der Hauptumsatz wird aber durch Industrieprodukte erwirtschaftet. Das Unternehmen liefert an Bäckereien, Restaurants und Hotels. Besonders profitabel ist die Gourmet-Sparte.

Barry Callebaut ist aufgrund der Abhängigkeit von Restaurants und Hotels schwieriger durch die Corona-Krise gekommen als auf Endkonsumenten fokussierte Unternehmen. Das Wachstum der Schokoladenaktien wird hauptsächlich durch die Corona- Krise erklärt.

Schokolade wird vorwiegend zu Hause konsumiert und ist nicht so sehr abhängig vom Umsatz der Gastronomie oder Hotellerie.

Gesunde Ernährung verstärkt im Fokus

die Nachfrage gesunder Nahrungsmittelalternativen wird größer. Auch politisch werden die Grenzwerte für Zucker in Lebensmitteln regelmäßig gesenkt. Dies sorgt bei vielen Unternehmen für Handlungsbedarf. Die Zuckerreduktion ist für die Branche eine schwierige Aufgabe. Eine Alternative könnten gesündere und naturnahe Ersatzstoffe bieten. Vor einigen Jahren machte vor allem die Steviapflanze als Zuckeralternative von sich reden. Auf Basis von Stevia stellt Evolva den Süßstoff Ever- Sweet her.

Eine andere Möglichkeit, den Zuckergehalt zu senken, würden Aroma- und Riechstoffe bieten, die den nötigen Geschmack auch ohne Zucker erreichen könnten. Hier ist Givaudan als nennenswerter Hersteller zu nennen. Kritik traf vor allem Nestlé. Im Mai veröffentlichte die Financial Times ein internes Papier, aus dem hervorging, dass mehr als 60% des Sortiments von Nestlé ungesund seien. Unternehmen wie Südzucker müssen sich vorerst keine Sorgen machen. Der Bedarf an Zucker ist weiterhin hoch. Gleichzeitig ist Südzucker stark diversifiziert. Mit der Sparte CropEnergies ist das Unternehmen der führende Hersteller von Ethanol in Europa. Außerdem liefert das Unternehmen Inhaltsstoffe für Futtermittel. Hier müssen auch weitere Investitionen stattfinden. Den Großteil des Umsatzes liefert immer noch die klassische Zuckerproduktion.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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