Ströer: Werbevermarkter lotet Verkauf von Kosmetik-Online-Händler Asambeauty aus

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Beim Werbevermarkter Ströer könnten nach dem Asambeauty-Verkauf die Kassen klingeln - Optionen für möglichen Verkauf der Online-Kosmetiksparte werden geprüft. (Foto: SergeyP / Shutterstock.com)

Die Corona-Pandemie war nicht für alle Firmen schlecht. So konnte der Kosmetik-Konzern Asambeauty durch die Krise sogar profitieren. Mit dem Fokus auf die digitale Einkaufsplattform bügelte die Firma die Einbußen im stationären Handel komplett aus. Mit steigendem Geschäftsvolumen im Rücken hat sich auch die Bewertung der Firma erhöht. Diesen Schwung will jetzt offenbar einer der Anteilseigner, der Werbevermarkter Ströer, zum Ausstieg nutzen. Damit könnten beim Kölner Konzern unerwartet die Kassen klingeln.

Ströer – der Platzhirsch für Außen- und Onlinewerbung

Ströer ist einer der führenden Anbieter für Außen- und Online-Werbung Das Portfolio reicht von klassischen Plakatmedien über Werbung in Wartehallen und Transportmitteln bis hin zu digitalen und interaktiven Medien.

Die Ströer Gruppe vermarktet rund 300.000 Außenwerbeflächen und mehrere tausend Webseiten. Zudem publiziert das Medienhaus im Digital Publishing Premium-Inhalte über alle digitalen Kanäle und bietet mit Angeboten wie t-online.de und Special-Interest-Portalen eines der reichweitenstärksten Netzwerke Deutschlands.

Mit dem Statistik-Portal Statista und dem Kosmetik-Konzern Asambeauty ist Ströer zudem an zwei Firmen beteiligt, die zwar nicht zum Kerngeschäft gehören, in den vergangenen Jahren aber erhebliche Wachstumsraten verzeichneten.

Verkauf von Asambeauty wird ausgelotet

An Asambeauty ist Ströer seit dem August 2016 beteiligt. Damals übernahm der Konzern 51% der Anteile für 34,7 Millionen Euro. Heute liegt der Firmenwert deutlich höher. Das liegt vor allem an der starken Geschäftsentwicklung: Asambeauty hat sich frühzeitig auf digitale Absatzkanäle fokussiert. Unter anderem wurden die Kosmetikprodukte über Schoppingsender verkauft. Nur ein Fünftel der Umsätze stammen aus dem stationären Handel.

Als eine der ersten Firmen positionierte sich Asambeauty im sogenannten Live Stream Shopping. Zur Erklärung: Dabei werden Kosmetikprodukte live im Internet präsentiert. Über die Streaming-Seite können sich interessierte Kunden austauschen, Tipps geben und auch gleich die Produkte kaufen. Mit eigenen Moderatoren und Influencern erfreut sich dieser Absatzkanal zunehmender Beliebtheit.

Firmenwert zwischen 350 und 400 Millionen Euro

Mit seiner Positionierung erzielte Asambeauty in den letzten Jahren robuste Wachstumsraten. Im zurückliegenden Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um 27% auf 106,3 Millionen Euro. Selbst im stationären Handel konnte das Unternehmen zulegen. Für das kommende Jahr peilt der Kosmetikspezialist ein Umsatzplus von 30% an.

Dabei wirtschaftet Asambeauty trotz hoher Investitionen in Infrastruktur, Marketing und IT profitabel. Für das kommende Jahr erwartet die Konzernführung einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 25 Millionen Euro.

Der kolportierte Firmenwert im Fall eines Verkaufs wird von Experten auf 350 bis 400 Millionen Euro taxiert. Einschließlich Schulden liegt das beim 14 bis 16-Fachen des operativen Gewinns. Als mögliche Käufer werden Online-Händler wie Zalando oder Sephora genannt.

Möglicher Börsengang von Statista

Mit einem Verkauf würde Ströer sein Beteiligungsportfolio weiter straffen und weitere Veränderungen könnten ins Haus stehen: Beim Statistik-Portal Statista, das nicht zum Kerngeschäft gehört, stellten die Kölnern zuletzt mittelfristig einen möglichen Börsengang in Aussicht.

Im laufenden Jahr dürfte Statista einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro machen. Bis 2025 soll der Umsatz dann die Marke von 250 Millionen Euro knacken. Zum Vergleich: Beim Einstieg im Jahr 2016 gingen bei Statista nur Umsätze von rund 20 Millionen Euro durch die Bücher. Im Fall eines Börsengangs dürfte damit ein ansehnlicher Wertzuwachs realisiert werden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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