Tickt diese Aktie noch richtig?

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Uhren sind Zeitgeber, Alltagsgegenstände - aber auch Luxus. Wir analysieren ein spannendes Unternehmen für Sie. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Die sozialen Medien sind voll von jungen, hippen Menschen, die ihr Leben genießen und zeigen, was sie haben. Auch wenn man manchmal das Gefühl bekommt, die jungen Lebemenschen, Seriengründer und Business-Leute würden alle Rolex und andere Luxusmarken am Handgelenk tragen, so gibt es doch längst eine Gegenkultur. Smartwatches oder gar bunte Uhren von Swatch sind wieder im Kommen. Statt zu protzen zählt heute oftmals das Understatement. Doch hat auch Swatch Luxus im Portfolio. Das Unternehmen ist also aus vielerlei Gesichtspunkten interessant und ein naheliegender Kandidat für unsere Analyse.

Swatch bietet mehr als nur Plastik

Die Swatch Group gehört zu den Schweizer Aushängeschildern in der Welt. Neben den bunten Kunststoffuhren gehören mittlerweile 18 Uhrenmarken zum Konzern. Darunter befinden sich so etablierte Namen wie Bréguet, Omega, Rado oder Glashütte. Einen weiteren Ertragspfeiler bilden die elektronischen Systeme. Neu ist die Sparte Markenschmuck. Durch eigene Läden wird das Vertriebsnetz stetig ausgebaut. CEO Hayeks Optimismus kam verfrüht. Entgegen seiner Erwartung konnte 2020 nicht mit einem Überschuss abgeschlossen werden. Erstmals seit über 30 Jahren musste der Konzern einen Verlust ausweisen.

Der Fixkostenanteil ist bei Swatch hoch, sodass der Umsatzrückgang von 32,1% stark auf die Erfolgsrechnung gedrückt hat. Zwar hätte sich Swatch laut Hayek auch in die schwarzen Zahlen sparen können und den Personalbestand sowie die Marketingausgaben weiter reduzieren können. Mit Blick auf die Zukunft und der bereits einsetzenden Geschäftserholung in vielen Ländern, allen voran China und den USA, hätte sich der Konzern aber ins eigene Fleisch geschnitten. Da die Vorräte abgebaut und auch die Sachausgaben reduziert wurden, konnte ein solider freier Cashflow generiert werden.

Was kann die Aktie jetzt noch?

Die Dividende fiel mit 3,50 SFr je Aktie niedriger aus, wurde aber trotz des Verlustes nicht gestrichen. Sicherlich auch, weil die Erholung der Geschäfte insbesondere bei den Premium-Marken eingesetzt hat. China und die USA boomen bei den Luxusmarken. In den USA lagen die Umsätze im April um 38% über dem Vor-Corona-Jahr 2019. Ab der 2. Jahreshälfte geht Hayek von einem starken Nachfrageanstieg aus, wenn der Tourismus bedingt durch den Impffortschritt wieder anziehen sollte und die Lockdowns in Europa ein Ende haben.

Ein Umsatzniveau wie 2019 sieht er in greifbarer Nähe, und auch die Profitabilität könnte sich verbessern, da die Kostenbasis während der Pandemie optimiert worden ist. Nachdem die Aktie nahe des Buchwertes notiert hat, hat sich der Kurs stark erholt.  Die Dividende ist zu vernachlässigen, das Kurspotenzial liegt im Bereich des Gesamtmarkts.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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