Urban Outfitters-Aktie trotz Rekordzahlen im Abwärtssog

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Urban Outfitters-Aktie trotz Rekordzahlen auf Konsolidierungskurs: Einzelhändler lässt Corona-Delle hinter sich und zeigt deutliche Fortschritte bei der Umsatz- und Gewinnentwicklung (Foto: PopTika / shutterstock.com)

Dass starke Zahlen nicht unmittelbar steigende Aktienkurse nach sich ziehen, konnten Anleger gerade bei der amerikanischen Einzelhandelskette Urban Outfitters beobachten. Trotz neuer Rekorde beim Umsatz und Gewinn gingen die Papiere direkt nach den Zahlen mit einem Minus von beinahe 10% aus dem Handel.

Was sind mögliche Gründe für den Abverkauf und wie schätzen Analysten die aktuelle Lage ein?

Fokus auf junge Erwachsene

Urban Outfitters ist eine amerikanische Einzelhandelskette. Das Unternehmen verkauft Lifestyle-Produkte wie Damen- und Herrenbekleidung, Accessoires, Schuhe, Haushaltswaren oder auch Geschenkartikel und Heimtextilien über die eigenen Handelsketten Urban Outfitters, Anthropologie und Free People. Des Weiteren vertreibt das Unternehmen seine Waren auch über Kataloge und Internetseiten.

Das Unternehmen besitzt und betreibt über 1.800 eigene Geschäfte:

  • Die Marke Urban Outfitters richtet sich primär an junge Erwachsene zwischen 18 und 30. Die Läden befinden sich in Stadtlagen, angeschlossen an Einkaufszentren oder auch in der Nähe von Universitäten.
  • Anthropologie spricht mit seinem Warensortiment anspruchsvolle und zeitgemäße Frauen zwischen 30 und 45 an. Die Geschäfte sind in der Nähe hochklassigeren Einkaufslagen angesiedelt.
  • Free People ist vorrangig als Shop-in-Shop-System auf dem Markt vertreten. Die Zielgruppe sind ebenfalls modebewusste Frauen zwischen 25 und 30. Zusätzlich betreibt das Unternehmen entsprechende Websites, auf denen ebenfalls direkt bestellt werden kann.

Rekordumsatz im abgelaufenen Quartal

Nachdem im Vorjahresquartal noch die Corona-Pandemie für erhebliche Bremsspuren sorgten, startete Urban Outfitters zuletzt wieder richtig durch: Die Umsätze kletterten im letzten Quartal um 44,1% auf 1,16 Milliarden Dollar. Damit wurde auch das Vor-Corona-Niveau (Q2 2019) um 20,3% übertroffen.

Besonders kräftig zeigte sich die Sparte Anthropologie mit einem Umsatzplus von 52,7% auf 450,6 Millionen Dollar. Der Bereich Free People legte unterdessen um 40,3% auf 249,7 Millionen Dollar zu, im Segment Urban Outfitters gingen hingegen 441,6 Millionen Dollar an Umsatz durch die Bücher (+36,3%).

Extremes Wachstum zeigte unterdessen der Kleidungs-Verleihservice Nuuly (+112,7%) und die Gastronomiesparte Menus & Venues (+276,2%), aber beide Bereiche trugen mit 15,81 Millionen Dollar nur minimal zu den gesamten Konzernumsätzen bei.

Gewinn deutlich besser als erwartet

Auch beim Gewinn machte der Konzern ordentliche Fortschritte: Am Ende stand ein Nettogewinn von 127,3 Millionen Dollar in den Büchern. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal waren es „nur“ 34,4 Millionen Dollar. Je Aktie blieb zuletzt ein Gewinn von 1,28 Dollar übrig – das waren immerhin 51 Cent mehr als von den Analysten im Vorfeld erwartet wurde.

Analysten zeigen sich zurückhaltend

Trotz der Rekordergebnisse zeigen sich die Analysten derzeit zurückhaltend: Von 18 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten lediglich 5 zum Kauf der Papiere. Zwölf Analysten sehen in der Aktie eine Halteposition, während ein Banker sogar eine Verkaufsempfehlung ausspricht.

Die Kursziele rangieren zwischen 35 und 53 Dollar, wobei sich der Median bei 44 Dollar befindet. Im Vergleich zum aktuellen Aktienkurs von 36,30 Dollar sehen die Analysten entsprechend ein Aufwärtspotenzial von rund 20%.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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